Paten sollen als individuelle Ansprechpartner und Förderer von Grundschülern wirken. (Symbolfoto) Foto: Lumos sp - stock.adobe.com

Die Burgschule Haiterbach sucht Paten für Grundschüler. Bei dem Projekt des Kreisjugendrings geht es um die Stärkung von Selbstvertrauen und Neugierde.

Der Bedarf nach Begleitung sei gestiegen, die Kinder verspürten einen Hunger nach Beziehungen, sagt Nils Dickmann, Schulsozialarbeiter an der Haiterbacher Burgschule. Das zeigt schon, um was es bei dem Patenprojekt geht – und um was es nicht geht. „Es geht hier nicht um Nachhilfe“, erklärt der kommissarische Schulleiter Thomas Christ. Es gehe dabei vielmehr um Beziehungsarbeit. Das Patenprojekt ermögliche es, auf den einzelnen Grundschüler individuell einzugehen – und auch Probleme zu sehen.

 

Gesellschaftlicher Wandel spielt eine Rolle

Wie bei anderen Themen spielt auch da ein gesellschaftlicher Wandel eine Rolle. Etwa durch geändertes Freizeitverhalten der Kinder. Oder auch eine Verschiebung bei den Eltern durch die Berufstätigkeit beider Elternteile. Manchmal spielen auch familiäre Probleme eine Rolle.

Zwar seien die Schüler durch die Betreuungsangebote an der Schule versorgt. Die Betreuer könnten aber natürlich nicht auf jeden einzelnen Schüler eingehen. Ein paar Kindern würde deshalb ein direkte Betreuung durch einen Paten gut tun.

Wobei die Größe einer Schule sicher Einfluss auf den Bedarf habe. Tendenziell gehen Dickmann und Christ davon aus, dass es Kindern in größeren Einrichtungen als der Burgschule schwieriger haben könnten. Wobei Christ überzeugt ist, dass jede Schule das Ziel hat, dass es den Schülern gut geht. Problematisch werde es vor allem, wenn das Thema Schule in den Familien zur Belastung werde.

Schüler wollen erzählen

Dass die persönliche Betreuung den Schülern gut tut, merkt auch Dickmann in seiner Arbeit mit den Kindern. Die Schüler seien teils richtig begierig darauf, von ihrem Alltag zu erzählen. Das, was sie bewege, zu teilen.

Die Suche nach Paten hat vor einigen Tagen mit einem ersten Aufruf begonnen. Gesucht werden Menschen, die ein Herz für Kinder haben und Interesse, diese zu fördern und an ihrem Vorankommen mitzuwirken.

Nach aktuellem Stand geht Christ von zwei bis drei Paten aus. Für diese werde dann der passende Schüler gesucht. „Das geschieht natürlich alles in Abspreche mit den Eltern“, erklärt Christ.

Jugendring prüft Eignung

Der Patenschaft geht eine Prüfung der Eignung eines Paten voraus. Diese erfolge durch den Kreisjugendring, der das Patenprojekt kreisweit ins Leben gerufen hat. Das sei natürlich angenehm für die Schule, dass sie das nicht selbst prüfen müsse, sagt Dickmann.

Ein Pate bindet sich mit seinem Engagement auch nicht für immer. Christ denkt aber, dass eine kontinuierliche Begleitung von mindestens einem halben Jahr gut wäre.