Dirigent Marius Lais motivierte nicht nur den Musikverein Gresgen, sondern auch die Besucher zum Mitfeiern. Foto: Wolfgang Grether

Ein Fest der Musik und guten Laune ist beim 55. Gresger Frühschoppen gefeiert worden. Der Musikverein Gresgen verstand es, die Gäste mitzureißen.

Alle Sitzplätze belegt, fröhliche Runde am Bierbrunnen, Liederbuch zum Mitsingen auf dem Tisch, bayerische Dekoration. Es war wieder Gresger-Frühschoppen-Zeit: Zum 55. Mal begegneten sich Gäste und Musiker des Musikvereins Gresgen gut gelaunt im Gresger Bürgerzentrum. Mittlerweile ist aus dem Dorffrühschoppen eine Veranstaltung geworden, die über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist. Bei der Anfahrt durchs Wiesental trafen sich Menschen in Dirndl und Lederhose, um gemeinsam im Dorf zu feiern.

 

Gemeinsam in Feierlaune

Teambildung, das kennen viele vom Sport. In Gresgen bildeten Gäste und Vortragende ein Team. Das Publikum sang mit bei den Hits und Schlagern, die der Musikverein Gresgen anstimmte. So bildeten sie eine Vormittagsgemeinschaft, die in Feierlaune ist. Die ausgelegten Liedblätter sorgten für Textsicherheit und bei Melodien wie „Auf die Vogelwiese geht der Franz“ oder „Dem Land Tirol die Treue“ bildeten die Besucher einen Spontanchor. Aber nicht nur Alpenländisches gab es zum Mitsingen, sondern auch Schlager. Mit „Bella Napoli“ erklang ein Hit, der niemanden auf dem Stuhl ließ.

Dirigent motiviert zum Spiel

Dirigent Marius Lais kennt Musiker und Gäste. Seine Auswahl überzeugte und seine Qualität als Dirigent wurde beim Musizieren deutlich: Konzentriert, gut gelaunt und authentisch, so kam der Mann mit dem Stab vor den Musikern rüber und motivierte zum Spiel. Der Dank: Viel Applaus und Rosen von den Musikern. Motivation für den Saal gab es vom Vorsitzenden Christoph Hanke. Er machte aus der Ansage ein Entertainment. Gut vorbereitet, mit Luft für Spontanität und unter Einbezug der Gäste, schuf er ein Gemeinschaftsgefühl, das ansteckte.

Blasmusik mit Pauken und Trompeten

Mit Pauken und Trompeten

Blasmusik mit Pauken und Trompeten ließ Dirigent Lais mit dem „Bozener Bergsteiger-Marsch“ auflegen. Im gleichen Stil hatte der Frühschoppen begonnen: „Der Kärntner-Liedermarsch“ führte die Gäste in den Vormittag. Der Mix aus den „Lustigen Holzhackerbuam“ und „Dem Land Tirol die Treue“ brachte das zusammen, was Dorftraditionsmusik ausmacht: Fröhlichkeit.

Blasmusik kann aber auch Schlager: In Gresgen lieferte ein Hit von Nina Hagen den Beweis. „Du hast den Farbfilm vergessen“, machte die Wiedervereinigung in Deutschland spürbar. Das Lieblingslied von Angela Merkel erfreute auch im Wiesental. Der „Mix der Purhits“ brachte deutsche Hitkultur nach Gresgen und „La Passione del Gelato“ vereinte Musik aus dem Schwäbischen mit italienischem Flair.

Beim Schlager „Bella Napoli“ blieb kaum jemand sitzen. Foto: Wolfgang Grether

Seit dem ersten Frühschoppen in Gresgen sind Gerhard und Hanspeter Heitzmann dabei. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert haben sie die Veranstaltung mitgeprägt. Hanke moderierte zum 25. Mal. Beides wurde mit „Ein halbes Jahrhundert“ von Franz Watz gefeiert. Die mal fröhlichen, mal getragenen Passagen, die zum Mitsummen animierten, riefen Erinnerungen ins Gedächtnis, bei Musikern und Gästen.

Ohne Zugabe geht’s nicht

Vorfreude zum Abschied

Ohne Zugabe ging es auch beim 55. Mal nicht. Das ist Dirigent Lais bekannt und so hatte er sein Orchester auch darauf vorbereitet. Eine Handvoll wurde gefordert und so viel ließ Lais auch liefern. Der „Böhmische Traum“ lud zum Träumen ein. Und vom nächsten Treffen träumten Musiker und Gästebeim Abschied wohl gemeinsam. Hoffentlich kann auch bei der nächsten Chilbi wieder in Gresgen gefeiert werden. Die Vorfreude ist schon da.