Prinzessinnen, Astronauten und Schmetterlinge verwandelten den Schutterner Rathauskeller für zwei Stunden in eine farbenfrohe Narrenwelt.
50 Kinder erlebten im Rathauskeller in Schuttern eine rauschende und kunterbunte Fasnachtsparty. Nicht alle Kinder, die zu Gast waren, kommen dabei aus der eigenen Schutterner Narrenzunft Kruttstumpe. Denn eingeladen waren alle, die Lust auf Fasnacht haben und sich gern verkleiden.
Vom Astronauten bis Zoro bedienten die Kinder die Klaviatur der Gewänder. Prinzessinnen in Spitzenschuhen, niedliche Rehkitze in weichem Kleid, zauberhafte Schmetterlinge, niedliche Katzen und Mickey Mouse gaben sich ein munteres und grandios aufgelegtes Stelldichein.
Die beiden Jugendleiterinnen Nadin Reiss und Karen Himmelsbach-Falk hatten für die Kinderfasent viele Helfer und Unterstützung. Eltern oder Großeltern haben Kuchen gebacken oder eine große Schüssel mit Obst vorbereitet. Bei der zweistündigen ausgelassenen Party waren unter anderem temporäre Tattoos, lustige Tänze, Basteln und Malen für die jungen Gäste geboten.
Nachwuchs sei Voraussetzung für Fortbestand der Zunft
Vielleicht ist die Ausrichtung einer Kinderfasent nicht unbedingt Bestandteil, um die Urkunde „Immaterielles Kulturerbe“ zu erhalten. „Für uns als Zunft ist der Nachwuchs die Voraussetzung für unseren Fortbestand“, betont Zunftmeisterin Caroline Wimmeroth im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Noch liegt die Urkunde der Gesellschaft nicht vor.
Dass die Narrenzunft Kruttstumpe mit ihren 73 Jahren die älteste Zunft in der Großgemeinde ist, spricht für sich. Die Fasnacht in Schuttern wurde über viele Jahrzehnte im Rathauskeller gefeiert. Dort ist der Ursprung der fasnächtlichen Geselligkeit, an die sich viele närrische Schutterer heute noch gern erinnern.
Zunft ist mit 73 Jahren älteste der Großgemeinde
Auch die Kinder durften nun wieder dort feiern und für den heutigen Schmutzigen Donnerstag kehrt die Zunft in ebendiesen Keller zurück und bleibt dort, wo der Narrenbaum steht. Dieser wird am heutigen Donnerstag vor dem Rathaus gestellt und im Keller ist dann alles für eine zünftige Party hergerichtet. Den Kindern gebührte damit bereits der Vortritt.
Eigentlich reicht die Lust der Schutterer auf die Fasnacht bis in die Klosterzeit zurück. Die Ersterwähnung von „Fasentspielen“ dürfte wohl ein Alleinstellungsmerkmal der Schutterer Fasentzeit sein. Aus dem Jahr 1688 stammt ein erster Eintrag über sogenannte Fasentspiele, von denen Abt Jakob Vogler – er wirkte in Schuttern in der Zeit von 1688 bis 1708 – schreibt.
Vogler war ein fleißiger Tagebuchschreiber, dessen Einträge die Klostergeschichte und das Leben im Ort beschreiben. Mitten in der Zeit der französischen Kriege dürfte die Zeit eher eine traurige und entbehrungsreiche gewesen sein.
Früher gab es Sketche statt Umzügen bei der Fastnacht
Die Fastnacht wurde damals noch nicht mit Umzügen gefeiert. Humorvolle Sketche dürften es wohl gewesen sein, die im Kloster zur Erheiterung der Brüder aufgeführt wurden. Die Fasentspiele sollten wohl auch über die entbehrungsreiche und lange Fastenzeit bis Ostern hinweg trösten.
In Schuttern ist die Narrenzunft Kruttstumpe mit ihrer Fasnacht sehr stark verwoben und versteht es 130 aktive Hästräger und knapp 50 Kinder mitzunehmen.
Über die Zunft
Die Narrenzunft Kruttstumpe ist im Jahr 1953 gegründet worden. Seit 73 Jahren wächst die Zunft und richtet in Schuttern die Fasnacht aus – die Mitglieder pflegen das Brauchtum. Zu den Veranstaltungen gehören: Kruttfescht, „Halli-Galli-Obe“, Kinderfasnacht, Schmutziger Donnerstag mit Rathausstürmung, Fackelumzug, Teilnahme an Umzügen, das Heringsessen und die Fasentverbrennung.