Die Abordnung der Feuerwehr aus Tótvázsony fühlte sich in Dobel offensichtlich wohl. Foto: Winnie Gegenheimer

Die Gemeinde Dobel feierte die Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Tótvázsony. Die Besucher schätzten dabei nicht nur edle Tropfen.

Barátság, Freundschaft – diese wurde vier Tage lang in Dobel gefeiert beim Besuch aus der ungarischen Partnergemeinde Tótvázsony, als Pendant zum offiziellen 30-Jahre-Jubiläum, das 2024 am Plattensee gemeinsam groß begangen worden war.

 

Ein Höhepunkt in diesem Jahr war der Partnerschaftsabend am Freitag. Barátság – das feierten die Moderatoren des Abends, Stefan Böttinger und Oliver Grässle, groß geworden mit den ungarischen Freunden seit dem Teenageralter; das feierte die Feuerwehr aus Dobel – Martin Kraft und sein Team hatten ein abwechslungsreiches Freitagsprogramm zusammengestellt, unter anderem mit kleiner Wanderung, Mittagessen am Weinberg und Verkostung einiger feiner Tropfen in Dietlingen, was bei den Reben-erfahrenen Ungarn bestens ankam, und feierte die Wehr aus Tótvázsony, die berichtete, das 2003 von der Sonneninsel erhaltene Feuerwehrfahrzeug vor zwei Jahren tatsächlich noch fahrtüchtig nach Afrika weiterverschenkt zu haben.

Lange Freundschaften

Barátság feierten Ungarn der ersten Stunde der Partnerschaft, ältere und jüngere, wie etwa Adrienn Szakácsne‘ Krepsz, die heute Deutschlehrerin ist, samt ihrer Mutter, die beide bestens bekannt sind mit Sieglinde und Rolf Böttinger sowie Lisa und Ernst Laumann, die auch diesmal, beide über 80 Jahre alt, ungarische Freunde beherbergten. Oder Cornelia und Egbert Lacroix, die seit Jahrzehnten mit „dem Stefan und der Ewa“ befreundet sind, die ihnen am Tisch gegenübersaßen.

Barátság feierten auch Gründerväter der Partnerschaft wie der ehemalige Dobler Rathauschef Herbert Jäger und der langjährige Gemeinderat Lothar König, die sich 1993 mit Georg Bunz aufgemacht hatten, eine Partnergemeinde zu finden – in einem auf damals sehr ländlichen ungarischen Straßen nicht ganz geeigneten Fahrzeug, in Bunzs Jaguar.

Partnerschafts-Gründervater Herbert Jäger (links) mit Ferenc Sipos, heute Bürgermeister von Tótvázsony Foto: Winnie Gegenheimer

Hausherr Christoph Schaack dankte den „zwei Wildecker Herzbuben aus Dobel“, den Moderatoren Böttinger und Grässle, und schwärmte von den Festlichkeiten des Vorjahres am Plattensee. Seine Übersetzung ins Ungarische übernahm mit Virag Varadi eine Ungarin, die in Dobel lebt und später auch bei einer TSV-Tanzeinlage mitwirkte. Einen ebenso versierten Übersetzer László hatte Gäste-Bürgermeister Ferenc Sipos, der sich wünschte, dass die Jugend die Partnerschaft weiterträgt.

Gute Unterhaltung

In der Küche wirbelten bereits den Tag über Werner Stängle und Peter Grambart, um nach den Begrüßungsansprachen allen über 200 Gästen eine kräftige Basis zu schaffen für alles folgende Flüssige. Denn wie intonierte doch der Singverein aus Tótvázsony gutes deutsches Volksliedgut? „Trink, trink, Brüderlein…“ Und wenn die ungarischen Gäste mit ihrem Traubenschnaps herumgingen, durfte niemand „Nein“ sagen. Der Auftritt der Dobler Blaskapelle und Überraschungssketche der Dobler Seite zu vorgerückter Stunde sorgten ebenso für beste Laune.

Unter anderem mit Besichtigungen von Kindergarten und Grundschule ging das Partnerschafts-Tagesprogramm am Samstag weiter. Fürs leibliche Wohl waren an diesem Tag die Sportfreunde zuständig – und dann gab es ja noch Dobel Beach.

Bei der Verabschiedung der Ungarn am Sonntag auf ihre zwölfstündige Rückfahrt waren alle einig: Die Freundschaft, Barátság, ist erneuert.