Das Thema „Parken auf dem Gehweg Schönenbach“ sorgt erneut für ein reges Zuschauerinteresse beim Ortschaftsrat. Foto: Stefan Heimpel

Wie sich in Schönenbach bessere Möglichkeiten zum Parken schaffen lassen, beschäftigt den Ortschaftsrat. „Knöllchen“ für das Gehweg-Parken hatten für Protest gesorgt.

Ortsvorsteher Ralph Wehrle berichtete vor einer ganzen Schar von Zuhörern in der Sitzung des Schönenbacher Ortschaftsrats über die kuriosen Ergebnisse.

 

An großen Teilen der Josef-Zähringer-Straße quer durch den Ort ist ein Randstreifen durch Pflaster erkennbar von der Fahrbahn abgesetzt. Nach vielen Jahren, in denen der Streifen von den Anwohnern zum Parken genutzt wurde, gab es nun Knöllchen. Denn da sei ein Gehweg, das Parken grundsätzlich verboten, und das wird mit mindestens 55 Euro geahndet. Der Ortschaftsrat hatte sich damals mit einer deutlichen Stellungnahme an das Landratsamt gewandt und eine andere Einschätzung des Seitenstreifen gefordert.

Bei der Verkehrsschau machten nun Vertreter des Landratsamts deutlich, dass an dieser Wertung als Gehweg nichts zu ändern ist, es geht nicht um eine bestimmte Widmung, sondern nur um den optischen Eindruck. Bei der Kontrolle durch das Ordnungsamt sind die entsprechenden Gebühren und teilweise auch Punkte in Flensburg fällig.

Damit bleibt eigentlich nur das Parken auf der gegenüberliegenden Seite, wie schon in der vergangenen Sitzung angesprochen. Da gilt aber das Radio-Eriwan-Prinzip: „Im Prinzip ja, aber …“ Denn auf der Gegenseite darf nur geparkt werden, wenn auf der Straße daneben mindestens 3,05 Meter verbleiben. Und da darf wiederum der Gehweg nicht mitgerechnet werden. Bei der schmalen Straße ist deshalb künftig das Parken an vielen Stellen gar nicht mehr möglich.

Zwei kuriose Vorschläge des Landratsamts

Es gab zwei kuriose Vorschläge des Landratsamts: Man könnte die Schönenbacher Hauptstraße zur Einbahnstraße machen. Alternativ lasse sich in ganz Schönenbach ein verkehrsberuhigten Bereich mit maximal sieben Stundenkilometern einrichten. Dann gilt kein Gehweg mehr, geparkt werden darf nur auf markierten Plätzen. Offensichtlich waren auch die Zuhörer der Meinung, dass dies keine realistischen Möglichkeiten sind.

Die einzige Chance, so führte Wehrle aus, ist offensichtlich die Möglichkeit, das ganze Pflaster herauszureißen und den Gehweg zu entfernen. So darf man am Rand stehen, teilweise auch auf dem dann unbefestigten Randstreifen. Das Ganze sei ein Trauerspiel, so der offensichtlich enttäuschte Ortsvorsteher. Man sei in der Diskussion mit dem Bauamt, um noch einzelne mögliche Parkflächen zu schaffen.

In der Diskussion gab es weitere deutliche Kritikpunkte. Eigentlich könne man nicht von einer Verkehrs-Schau sprechen, wenn nicht tatsächlich vor Ort geschaut, sondern dieses Mal nur im Büro anhand von Bildern und Plänen beraten werde, hieß es.

Barrierefreiheit gefordert

Arnold Hettich machte deutlich, dass ein Gehweg für Bürger mit einem Rollator begehbar sein muss. Auf dem Pflaster sei das aber meist nicht möglich, mit dem Rollator muss man auf der Straße fahren, weshalb dies kein Gehweg sein kann. Das Landratsamt bestimme alles von oben, als Ortschaftsrat habe man keinen Einfluss mehr und sei damit eigentlich überflüssig.

Anja Hirt merkte an, dass das Parken auf dem Seitenstreifen seit Jahrzehnten ohne jedes Problem praktiziert wurde. Dabei geht der Ortschaftsrat davon aus, dass auch künftig das Parken auf dem Gehweg durch das Ordnungsamt kontrolliert und geahndet wird.

Ortsvorsteher Ralph Wehrle wird sich auf jeden Fall in einem persönlichen Gespräch mit Landrat Sven Hinterseh um eine bessere Lösung bemühen.