Andy Haug war vergangenes Jahr auch auf Erkundungstour in Rottweil. Foto: Haug

Der Freudenstädter Parkour-Athlet Andy Haug (35) bereitet sich intensiv auf die mögliche Weltmeisterschaft in Japan vor – doch ob das Event überhaupt stattfindet, ist völlig offen.

Vor zwei Jahren war Parkour-Profi Andy Haug aus Freudenstadt als einziger Deutscher bei der Weltmeisterschaft in Japan am Start – und auch dieses Jahr hofft er, dass es mit der Teilnahme klappt. Das Problem: Bislang ist noch völlig unklar, ob es eine WM geben wird.

 

„Parkour wird immer größer. Wenn man das vergleicht mit den Möglichkeiten, die es vor ein paar Jahren gab, gibt es inzwischen immer mehr Wettkämpfe. Ich war letztes Jahr schon sehr viel unterwegs und dieses Jahr wird es wohl noch mehr werden“, fasst es der 35-Jährige zusammen. Andy Haug war für Wettkämpfe in Norwegen, Frankreich, Schweiz, Tschechien und der Slowakei – bei Weltcups oder Nationencups.

Noch hoffen

In diesem Jahr hofft er, dass noch Asien dazukommen wird, denn dort ist die Sportart verbreiteter. „Der Weltturnverband hat aber den zweiten Weltcupstandort noch nicht bekannt gegeben.“ Ebenso wenig ob und wann die Weltmeisterschaft, die in Japan stattfinden würde, wie eigentlich vorgesehen, überhaupt veranstaltet wird. „Vor zwei Jahren haben wir es zwei Monate vorher erfahren“, sagt Haug schmunzelnd. Diesmal hofft er auf etwas mehr Vorlauf. „Eine Reise nach Japan plant man ja nicht wie ein Event in Frankreich.“

Mehr Krafttraining

Insgesamt blickt Haug aber auf alle Wettkämpfe mit Vorfreude. „Sie sind ein Highlight für mich. Ich habe diesen Winter noch mal mehr Krafttraining gemacht. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Zudem habe ich einige neue Sponsoren dazugewonnen und freue mich auf die Projekte“, sagt der 35-jährige Freudenstädter. So hat Haug im vergangenen Jahr unter anderem im Rahmen seiner Superlative-Tour durch den Schwarzwald verschiedene Städte vorgestellt – im Herbst zum Beispiel in Rottweil.

Gerade auf Social Media seien spektakuläre Sprünge sehr beliebt, erklärt der Parkour-Profi. „Es dann selbst zu machen, ist natürlich wieder etwas ganz anderes.“ Parkour erlebe, wie viele Sportarten, verschiedene Hochs und Tiefs. „Besonders heutzutage, wo alles sehr schnelllebig ist und es verschiedene Trends gibt, merkt man das.“ In Deutschland rechnet Haug damit, dass der Turnverband weiter die Weichen stellen wird, um Parkour eine größere Plattform zu bieten. „In den Niederlanden beispielsweise merkt man aktuell stark, dass hier viel gefördert wird. Zuletzt beim Weltcup in Amsterdam war der dortige Nachwuchs zahlreich vertreten.“ Auch in Osteuropa verfolgen die Turnverbände es mit Nachdruck, den Sport größer zu machen.

Wer sich in der Region für Parkour interessiert, kann nach Angeboten von Vereinen suchen. So bietet beispielsweise die Kampfkunstschule Dragon & Tiger aus Freudenstadt unter anderem am Samstag ein Seminar dazu in Baiersbronn an. „Wer es selbst angehen will, kann sich auch online Tutorials anschauen und Parkouranlagen wie in Baiersbronn nutzen.

Breite Altersstruktur

Diese wurde zuletzt im Rahmen der Gartenschau wieder in Schuss gebracht. Dort hatte Haug selbst im Sommer auch Seminare angeboten. „Hier war der Jüngste sieben Jahre alt und die Älteste 55 Jahre“, betont der Freudenstädter, dass die Sportart für alle Altersgruppen geeignet ist. Das von Dach zu Dach springen, wie es klischeehaft als Beispiel für die Sportart gilt, ist dabei den Profis oder dem Social Media Bereich überlassen. „Das eigentliche Training findet ja zuerst auf dem Boden statt und es geht darum, auf seinen Körper zu achten“, sagt Haug und fügt an: „Das Schöne ist, dass es bei Parkour nicht viel braucht außer Schuhe.“