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Parkhaus Rottweil Neubau wird eine Million Euro teurer

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Zukunftsmusik: So könnte 2022 das neue Parkhaus Zentrum im Süden Rottweils aussehen. Geplant ist eine offene Bauweise. In dieser Variante sind an der Fassade Holzlamellen eingesetzt. Auch eine Begrünung ist möglich. Foto: Stadt Rottweil

Die erste konkrete Planung für das neue Parkhaus im Süden der Stadt liegt vor. Wie es aussehen soll, wie viele Plätze entstehen und warum "Baguettes" eine Rolle spielen, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Rottweil - Bürgermeister Christian Ruf sprach in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwochabend von einem "Meilenstein in der Projektplanung". Das Thema Parken im Süden der Stadt reiche in den Akten tatsächlich bis in die 80er-Jahre zurück. Umso wichtiger sei, dass man nun endlich eine stabile und belastbare Planung vorliegen habe, mit der nun sogar erstmals ein Datum für die Inbetriebnahme des Parkhauses am Horizont erscheint: Im August 2022, so die Schätzung der Planer des Fachbüros Scherr + Klimke aus Ulm, könnten die ersten Autos ins Parkhaus rollen.

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Das hat nun entgegen der bisherigen Planungen einen neuen "Dreh" bekommen: Planer Veit Grün zeigte auf, dass der Bau nicht wie bisher gedacht quer auf dem derzeitigen Parkplatzgelände erstellt werden soll, sondern längs entlang der Körnerstraße. Die Zufahrt soll weiterhin über die Kaiserstraße erfolgen. Durch die Drehung ergebe sich auch der Vorteil, dass eine längere Zufahrt zum Gebäude entsteht, die mehr Rückstau auffangen kann.

Länger und flacher

Und: Durch die Drehung kann das Gebäude etwas in die Länge gezogen werden und wird dafür nicht mehr so hoch. Es ist eine offene Split-Level-Bauweise mit acht versetzten Halbgeschossen vorgesehen. "Die Höhe reduziert sich von 20 auf zwölf Meter", informierte Grün – was bei den Stadträten für höchst zufriedene Mienen sorgte.

Die wichtigste Zahl ist wohl diese: 349 neue Stellplätze werden entstehen. Alle sind in Schrägaufstellung angelegt. Für mindestens 20 Prozent der Plätze muss gemäß dem künftigen Elektromobilitäts-Infrastruktur-Gesetz die entsprechende Lade-Technik vorbereitet werden. Das kostet in der ersten Ausbaustufe 94 000 Euro. Zwei offene Treppenhäuser sind geplant, ein großzügiges zur Innenstadt hin und ein kleineres zur Lorenz-Bock-Straße.

"Baguettes" oder Holz?

Für die Fassadengestaltung stellte der Planer etliche Variationsmöglichkeiten vor: Holzlamellen und Metallstreben im Wechsel, kombiniert mit Fassadenbegrünung, eine Holzgestaltung mit variablen Öffnungen oder "Keramik-Baguettes" –­ eine ansprechende und pflegeleichte Lösung, die allerdings ihren Preis hat.

So regte Stadtrat Jürgen Mehl (SPD+FFR) an, angesichts der Kosten bei der Fassade Sparpotenzial zu prüfen. Frank Sucker (Grüne) freute sich über die Nachricht, dass Photovoltaik (Kosten rund 250.000 Euro) und eine Dachbegrünung möglich sind. Die Drehung des Baus hält er für eine "originelle Idee".

Interessenten für Restfläche

Pascal Schneider (CDU) meldete Bedenken an, ob durch die Gebäudeausrichtung nicht ein unattraktives längliches Restgrundstück entstehen würde. Auch sein Fraktionskollege Günter Posselt hakte nach, was es für die Restfläche an Ideen gebe. Fachbereichsleiter Lothar Huber versicherte, dass es durchaus Interessenten gebe. Die 1200 Quadrameter, die nicht bebaut würden, seien kein "Abfallprodukt". Zur Kostensteigerung meinte er, dass die geschätzten fünf Millionen nicht auf einer detallierten Planung beruht hätten.

Posselts Anregung, ob die Ausfahrt aus dem Parkhaus über die Lorenz-Bock-Straße erfolgen könnte, soll geprüft werden. Die nach oben ansteigende Ausfahrt zur Kaiserstraße könnte im Winter womöglich zum Problem werden. Peter Schellenberg (FWV) plädierte eindringlich dafür, das zweigeteilte Dach nicht zur Mitte hin zu neigen, sondern das Wasser nach außen fließen zu lassen. Elke Reichenbachs (SPD+FFR) Vorschlag, die obereste Ebene als offenes Parkdeck zu nutzen, sah der Planer kritisch. Die Witterung setze dem Beton zu sehr zu.

Platz für Elterntaxis

Hermann Breucha (FWV) hakte zum Schallschutz nach. Dieser dürfte kein Problem darstellen, so Grün. Und für die Restfläche hatte Breucha die Idee, dass vielleicht ein Platz für "Elterntaxis" der angrenzenden Schulen eingerichtet werden könnte.

Die Planung soll nun gemäß einstimmigem Beschluss weiterentwickelt werden. OB Broß freute sich, dass der Ausschuss "im Grunde konform" mit der vorgelegten Planung ist. Das sei ein "klares Zeichen". Die Anregungen würden geprüft. Den Zeitplan des Plaungsbüros hielt er allerdings für "recht eng" getaktet.

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