Komplett saniert, mit neuer Technik und neuem Erscheinungsbild ausgestattet ist das Parkhaus Stadtmitte in St. Georgen seit Mai 2025. Doch wie wird das Angebot eigentlich angekommen?
Wenn es ums Parken geht, kochen die Emotionen in St. Georgen schnell hoch: Seien es Gebühren, die nun seit ihrer Sanierung in der Tiefgarage unter dem Marktplatz zu bezahlen sind, Parkzeitbeschränkungen in den Straßen rund um die Innenstadt, an die sich teilweise auch Anwohner halten müssen, oder das begrenzte Angebot von Stellplätzen, auf denen ohne zeitliche Beschränkung geparkt werden kann – die Liste der Kritikpunkt erscheint teils lang.
Es ist Kritik, die durchaus auch auf dem Rathaus ankommt, wie eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung zeigt. Wobei man dort davon überzeugt ist, dass die Vorteile der neuen Parkraumbewirtschaftung, die nach der Eröffnung des sanierten Parkhauses in Kraft trat, überwiegen, wie aus den Schilderungen hervorgeht.
„Mit dem neuen Parkkonzept läuft es im Großen und Ganzen gut“, heißt es in der Rückmeldung aus dem Rathaus, „auch wenn es hier und da Kritik gibt. Beispielsweise, dass man in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz keine Dauerparkplätze bekommt.“ Aber, kontert die Stadtverwaltung, das könnten Arbeitnehmer auch nicht von der Stadt erwarten. Dauerparkplätze direkt am Arbeitsplatz „bekommt man in keiner Stadt, außer Arbeitgeber halten genügend eigene private Parkplätze vor“.
„Sehr positive Signale“ erhalte man vom Handels- und Gewerbeverein zum neuen Parkkonzept, heißt es aus dem Rathaus, „weil durch die Parkscheibenregelung für mehr Umschlag auf den Parkplätzen gesorgt wird“. Mit den Händlern der Bergstadt habe man die neuen Regeln auch abgestimmt, bevor sie vom Gemeinderat beschlossen wurden und in Kraft traten.
Was die Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme hervorhebt: Mit Ausnahme der Stellplätze in der Tiefgarage seien alle öffentlichen Parkplätze in St. Georgen kostenlos. „Wo gibt es das heutzutage noch?“
Verwaltung findet Gebühren „zumutbar“
Apropos Parkgebühren in der Tiefgarage: Die hält die Stadtverwaltung für angemessen. „50 Cent je halbe Stunde sind zumutbar“, heißt es aus dem Rathaus. „Wir liegen hier unter dem Preis der Parkhäuser beziehungsweise Parkgebühren umliegender Städte und Gemeinden.“
Dennoch: Voll besetzt ist das Parkhaus in der Regel nie. „Es ist noch viel Luft nach oben“, zog Stadtkämmerin Blanka Amann im Oktober im Gemeinderat eine erste Zwischenbilanz. Bis dahin lagen die Einnahmen – die Kosten für Dauerparker nicht miteingerechnet – bei etwa 7300 Euro.
Die Hoffnung damals: Vor allem an winterlichen Tagen würden die Bedingungen im Parkhaus vielen Autofahrern die Parkgebühren wert sein. Diesen Trend könne man durchaus beobachten, teilt die Stadtverwaltung nun auf Nachfrage mit: „In den bisherigen Wintermonaten wurde das Parkhaus deutlich mehr genutzt“ – verglichen mit den vorangegangenen Sommer- und Herbstmonaten.
Knapp über 13 000 Parkvorgänge
Insgesamt verzeichnete die Verwaltung ab der Eröffnung im Mai bis Ende des Jahres etwas mehr als 13 000 Parkvorgänge in der Tiefgarage – davon etwa 8000 Parkvorgänge von Stundenparkern und 5000 Parkvorgänge von Dauerparkern. Wobei die Tiefgarage den ganzen Oktober lang für Stundenparker gesperrt und nur für Dauerparker geöffnet war – wegen umfangreicher Mängelbeseitigungsarbeiten.
Neben den Dauerparkern wird das Parkhaus vor allem von Kurzzeitparkern genutzt, wie die Angaben aus dem Rathaus zeigen: Die Stundenparker parken demnach im Durchschnitt etwas mehr als 60 Minuten. Der am häufigsten geparkte Zeitraum liege bei „zwischen 20 und 40 Minuten“, gefolgt von „zwischen 40 Minuten und einer Stunde“ und dann „bis zu 20 Minuten“.
Nachbesserungen – falls nötig – nach einem Jahr
Wie geht es weiter? Zunächst einmal möchte die Stadtverwaltung dem nicht mehr ganz neuen Parkraumkonzept etwas Zeit geben – mindestens ein Jahr. Sollten danach noch Nachbesserungen nötig sein, „werden diese im Gemeinderat besprochen“, heißt es aus dem Rathaus. Einen konkreten Termin hierfür gebe es jedoch noch nicht.
Vier Zonen fürs Parken in der Innenstadt
Tiefgarage
50 Cent kostet jede angefangene halbe Stunde in der Marktplatz-Tiefgarage. Günstiger ist der Abendtarif, der ab 18 Uhr gilt: Dann kostet jede begonnene volle Stunde 50 Cent. Wer innerhalb eines Tages lange im Parkhaus Stadtmitte parkt, zahlt höchstens acht Euro. Dieser Tageshöchstsatz wird auch bei Verlust des Tickets fällig.
Gelbe Zone
Im direkten Umfeld des Marktplatzes – in der oberen Gewerbehallestraße, der oberen Gerwigstraße sowie in Abschnitten der Bahnhof- und Hauptstraße – darf nur noch eine halbe Stunde lang geparkt werden. Das Parken mit Parkscheibe ist jedoch kostenlos. Die Beschränkung der Parkzeit gilt montags bis samstags zwischen 7 und 18 Uhr.
Grüne Zone
Noch immer innenstadtnah, doch schon etwas weiter vom Bereich rund um den Marktplatz entfernt ist die grüne Zone. Hier darf montags bis samstags zwischen 7 und 18 Uhr mit Parkscheibe bis zu 60 Minuten lang geparkt werden – und das ebenfalls kostenlos. Für Anwohner gibt es teils die Möglichkeit, Anwohnerparkausweise zu erhalten.
Blaue Zone
Weiter außerhalb befindet sich die Zone, in der zeitlich unbegrenzt kostenlos geparkt werden darf. Sie umfasst unter anderem den Parkplatz in der Museumsstraße, jenen auf dem Roßberg und den im Schmiedegrund.