Die Meinungen spalten sich zum neuen Parkkonzept in der Rottweiler Innenstadt. Foto: Otto

Die Parksituation in Rottweil sorgt für ordentlich Diskussion unter den Bürgern. Leser Dieter Albrecht erklärt, was er gut am Konzept findet – und was dringend verbessert werden muss.

Parkkonzept Rottweil: (fast) alles richtig gemacht und durchdacht – allerdings nur für die Zeit der Landesgartenschau. Das Beste daran: die Streichung der zwei Stunden freies Parken! Endlich haben, etwa im Stadtgraben, Kunden und Patienten genug freie Parkplätze.

 

Davor wurden die öffentlichen „Kunden“-Parkplätze fast vollständig von den Mitarbeitern belegt. Alle zwei Stunden kamen aus den Betrieben „Beauftragte“ mit allen Autoschlüsseln der Mitarbeitern und legten neue „Freiparktickets“ nach. Einige wenige parkten alle zwei Stunden die Autos um. Allerdings kontrollierte das Ordnungsamt eh selten die Räderventilstellung. Wenn viele im ersten Moment diese Streichung schlecht reden – sie wird nachhaltig den Geschäften Vorteile bringen.

„Brezeltaste“ wie bisher – sehr gut, Haken dran! Eine Stunde freies Parken und die Möglichkeit von Tagestickets in den Stadtmitte-Parkhäusern, auch gut. Digitales Parken mit gängigen App-Anbietern – das wurde Zeit. Warum nicht auch in den Parkhäusern? Das erschließt sich mir nicht.

Bürgerfeindlich ist jedoch, vor und nach der Landesgartenschau, zum einen, die Bewirtschaftung der öffentlichen Parkflächen an Sonn- und Feiertagen. Das ist die Hauptzeit für soziale Kontakte. Zum anderen: Zahlen nach 18 Uhr – das gehört weg!

Nun mache ich mich bei vielen unbeliebt: Warum werden die Anwohner der Kaiserstraße und drumherum anders behandelt, als die der Marxstraße, untere Schramberger Straße sowie stadtnaher Teil vom Hinterprediger? Die einen haben bewirtschaftete Parkplätze vor ihrer Tür, zahlen teure Anwohnerparkgebühren und die anderen nicht. Warum? Fairer wäre, alle gleichzustellen, jedoch dafür die Anwohnerparkgebühren deutlich zu senken. Bewohner von denkmalgeschützten Objekten, ohne ausreichend eigene Parkplätze, sollten kostenfrei parken.

Parkgebühren sind ein kommunalpolitisches Steuerungsinstrument. Wer mit Scheuklappen im Blick auf den Haushalt bei einer fiktiven Auslastung die Gebührenhöhe und -zeiten rechnet, übersieht die tatsächlichen Auswirkungen. Erzeugen unverständliche Parkgebühren eine schlechte Außenwirkung, kommen weniger Besucher. Zu kurz gedacht ist langfristig verloren.

Dieter E. Albrecht, Rottweil

Schreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.