Klamme öffentliche Kassen, weniger Gratis-Parkplätze - viele Bürger ärgert das. (Symbolfoto) Foto: dpa

Zum Wegfall von Gratis-Parkplätzen in Freudenstadt hat unsere Leserin Nadja Hermann folgende Meinung. 

Mittlerweile hat die gesamtpolitische Lage und das Denken auch unseren Landkreis erreicht. Die Misswirtschaft im Haushalt soll nun zuerst zu Lasten der Schüler des Berufsschulzentrums und der beruflichen Gymnasien in Freudenstadt gehen und letztendlich wieder den Geldbeutel der Eltern belasten, deren Jugendliche die dortige Schule besuchen. Sie sollen, wie das Lehrerkollegium und die weiteren Mitarbeiter, für die Parkplätze bezahlen. Verständlich ist, dass der Landkreis kostendeckend arbeiten muss und Einnahmequellen sucht. Warum fängt man nicht beim Landratsamt an, warum soll es Schüler und Azubis (und deren Eltern) treffen, die keine Einnahmen oder nur ein geringes Ausbildungsgehalt haben?

 

Die Schüler werden versuchen, auf umliegenden kostenfreien Parkplätzen ihr Fahrzeug abzustellen. Hier wird es zu erheblichen Problemen in der Nachbarschaft kommen, da die Parkplätze des Panorama-Bads und des Schwarzwald-Centers angesteuert werden, was durchaus verständlich ist.

Zudem kommen Schulbesucher auch aus umliegenden Landkreisen. Unter diesen Gegebenheiten sind die Fahrzeiten bereits immens hoch, sofern überhaupt ein ÖPNV-Angebot existiert. Man kann keinem Schüler verdenken, dass er seine Freizeit nicht nur im Bus verbringen möchte, sondern einen Ausgleich sucht, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, kirchlichen Gruppen, Sport, Freunden und Familie. Ein Führerschein im ländlichen Raum ist in Anbetracht der Arbeitssuche und -aufnahme immens von Vorteil, dies kann die Agentur für Arbeit bestätigen.

Gedanke der Befürworter, die vor allem aus den Reihen der Grünen kommen, ist unter anderem, dass nach Einführung der Parkgebühr vermehrt der ÖPNV genutzt wird. Dies ist aber für viele gar nicht möglich, da die Bus- und Zugverbindungen bei Weitem nicht so gut ausgebaut sind wie dargestellt. Entweder es fährt kein Bus, oder durch häufiges Umsteigen und/oder Zugausfälle und Streiks erreichen die Schüler zu spät den Unterricht.

Natürlich wird auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes argumentiert, den ÖPNV zu nutzen. Hier stellt sich die Frage, warum man im Zuge der Renovierung des Schulparkplatzes nicht bereits eine Photovoltaikanlage installiert hat, wie es nach dem Klimagesetz Pflicht bei Neuerrichtungen von gewerblichen Parkplätzen ist. Letztendlich bleibt bei dieser angedachten Lösung die soziale Gerechtigkeit auf der Strecke und berappt wird wieder mal „der kleine Mann“.

Nadja Hermann, Glatten

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