Nach besorgten Anfragen erläutert Ortsvorsteher Schoch, wie im Notfall informiert wird, wo Hilfe gebündelt werden soll – und warum Nachbarschaftshilfe entscheidend ist.
Nach dem Anschlag auf die Strom- und Kommunikationsinfrastruktur in Berlin Anfang Januar haben sich auch in Schura Bürgerinnen und Bürger mit besorgten Fragen an Ortsvorsteher Wolfgang Schoch gewandt.
Die zentrale Frage: Wie gut ist der Ortsteil für Krisen wie längere Stromausfälle, Extremwetter oder Versorgungsengpässe vorbereitet?
Im Ortschaftsrat betonte Schoch nun, dass die Stadt Trossingen bereits seit mehreren Jahren an einem strukturierten Notfall- und Krisenmanagement arbeite. Auslöser waren unter anderem großflächige Stromausfälle in Europa sowie das Starkregenereignis im Mai 2023 in Schura.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen in ein kommunales Starkregenmanagement ein, das mithilfe von Geodaten Risiken für einzelne Gebäude analysiert.
Buch auch für Schura
Die bestehenden Vorarbeiten werden derzeit in einem städtischen Krisen- und Notfallhandbuch gebündelt, das auch für Schura gilt. Darin sind Zuständigkeiten, Abläufe und Maßnahmen für den Ernstfall festgelegt. Unterstützt wird die Stadt dabei von der EnBW, die ihre Expertise im kommunalen Krisenmanagement einbringt.
In der ersten Jahreshälfte 2026 finden Workshops mit dem städtischen Krisenstab statt, bei denen Bedrohungsszenarien, Schwachstellen und Handlungsfelder analysiert werden. Im Oktober 2026 ist eine Stabsrahmenübung geplant, bei der eine realistische Krisensituation simuliert wird.
Strom, Wasser und Warnung
In den vergangenen Jahren wurden vorsorglich Notstromaggregate beschafft und regelmäßig gewartet. Diese dienen der Versorgung kritischer Infrastruktur wie Rathaus, städtischer Hallen und Pflegeeinrichtungen – nicht jedoch einzelner Wohnhäuser. Aus Schura kam der Hinweis, dass im Notfall eine Teilversorgung über die Biogasanlage des Dreilindenhofs denkbar wäre.
Zur Warnung der Bevölkerung stehen moderne Sirenen zur Verfügung. In Schura sind zwei Anlagen installiert: in der Weigheimer Straße sowie in der Hölzlestraße beim Sportplatz der TG Schura. Auch die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung hat im Krisenfall hohe Priorität.
Anlaufstellen und Nachbarschaftshilfe
Für einen länger andauernden Stromausfall sind in Schura Anlaufstellen vorgesehen. Als Notfalltreffpunkt gilt bislang das evangelische Gemeindehaus; zusätzlich wird geprüft, ob die Kellenbachhalle als größere Anlaufstelle genutzt werden kann. Dort sollen Informationen bereitgestellt, Handys geladen, einfache medizinische Hilfe geleistet sowie warme Getränke ausgegeben werden. Feldbetten stehen teilweise bereits zur Verfügung.
Eigenverantwortung gefragt
Neben der kommunalen Vorsorge betont Ortsvorsteher Schoch die Bedeutung von Nachbarschaftshilfe und Eigenverantwortung. In Krisensituationen seien gegenseitige Unterstützung und die Sorge um ältere oder hilfsbedürftige Mitmenschen besonders wichtig. Gleichzeitig empfiehlt er allen Haushalten, sich mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten, Taschenlampen, Batterien und einem Radio für mehrere Tage selbst versorgen zu können. Orientierung bieten die Checklisten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Sobald das Krisenhandbuch abgeschlossen ist, will die Stadt die Bevölkerung auch in Schura umfassend über Maßnahmen, Anlaufstellen und Verhaltensregeln informieren.