Schon fünfmal Gold hat Anna Schaffelhuber in ihrer Olympia-Karriere gewonnen. Foto: Stratenschulte

Paralympics: Auch 20 deutsche Athletinnen und Athleten in Pyeongchang am Start.

Bei den Winter-Paralympics, die am Freitag in Pyeongchang eröffnet werden, geht es in 80 Wettbewerben in sechs Sportarten um die begehrten Medaillen.

Außer beim Snowboard und Para-Eishockey kämpfen überall auch deutsche Athletinnen und Athleten, insgesamt deren 20, um Gold, Silber und Bronze mit. Nachfolgend die Sportarten der Paralympics in Südkorea:  

Para Ski alpin: Die Athletinnen und Athleten werden der stehenden, sitzenden oder sehbehinderten Kategorie zugeordnet. Innerhalb der Kategorien gibt es – abhängig von der Behinderung – unterschiedliche Klassen. Stehende Sportler fahren entweder auf zwei oder einem Ski und haben einen Skistock, zwei oder keine Skistöcke. Sitzende sind auf einer gefederten Sitzschale unterwegs, die auf einem Ski steht und auch Skibob genannt wird. Die sehbehinderten Sportler fahren hinter einem Guide, der ihnen den Weg weist. Bei den Paralympics wird in der Abfahrt, im Super-G, in der Super-Kombination, im Riesenslalom sowie im Slalom gestartet. Die deutschen Hoffnungen ruhen dabei auf zwei Damen, die bei Olympia schon triumphiert haben: Anna Schaffelhuber vom TSV Bayerbach, die bei Paralympics schon fünfmal auf dem Treppchen ganz oben stand, und die Nordschwarzwälderin Andrea Rothfuß von der VSG Mitteltal, die 2014 im Slalom von Sotschi jubeln durfte.  

Para Langlauf: Es gibt Rennen über die Kurz- Mittel- und Langdistanz. Wie beim Para Ski alpin wird in drei Kategorien gestartet: sitzend, stehend und sehbehindert. Bei den sitzenden Sportlern starten stark gehbehinderte Athleten oder Rollstuhlfahrer in einem speziellen Skischlitten. Die Sehbehinderten laufen mit einem Begleitläufer, der verbale Kommandos gibt und die Sportler so zum Beispiel über die Steilheit von Kurven informiert. Viele deutsche Athleten wollen nicht nur beim Langlauf, sondern auch beim Biathlon mitmachen.  

Para Biathlon: Langlauf und Schießen – im Para-Biathlon sind Ausdauer und Präzision gefragt. Auch hier gibt es drei Kategorien. Die sehbehinderten Sportler schießen mit Lasergewehren. Über Kopfhörer wird ein Ton übertragen, der die Nähe zur Scheibenmitte angibt. Insgesamt stehen 18 Entscheidungen an. Das erste Rennen findet am 10. März, das letzte sechs Tage später statt. Zu den deutschen Medaillenhoffnungen zählen Andrea Eskau, Anja Wicker und Martin Fleig.  

Rollstuhlcurling: Wie beim Curling für Menschen ohne Behinderung besteht das Ziel darin, die Spielsteine der eigenen Mannschaft möglichst nah an einem speziell markierten Kreis zu platzieren. Die Sportler bewegen sich im Rollstuhl über die Eisfläche und spielen den Stein wegen ihrer erhöhten Sitzposition mit einem speziellen Stab – dem sogenannten Extender. Gewischt wird nicht. In jedem Team müssen mindestens ein Mann und eine Frau sein. Rollstuhlcurling ist seit 2006 eine paralympische Sportart. Zum zweiten Mal nach 2010 ist Deutschland dabei. In Vancouver schied das deutsche Team in der Vorrunde aus.  

Para Eishockey: Beim Para-Eishockey bewegen sich die Athleten auf einer Art Schlitten über das Eis und halten zwei Schläger in den Händen. Die kurzen Schläger sind am Ende mit Spikes ausgestattet, die bei der Fortbewegung helfen. Anders als zum Beispiel in den alpinen und nordischen Wettbewerben gibt es beim Para Eishockey nur eine Startklasse. Die Sportler haben Behinderungen in der unteren Körperhälfte, die ihre Beweglichkeit einschränken. Ein Spiel-Drittel dauert 15 Minuten. Das Spielfeld ist genauso groß und die Regeln sind die gleichen wie beim Eishockey der Sportler ohne Behinderung.

 Para Snowboard: Erst seit den vergangenen Winterspielen in Sotschi ist Snowboard eine paralympische Disziplin. Damals wurden die Snowboarding-Wettbewerbe als Teil des alpinen Programms geführt – und nicht wie jetzt als eigene Sportart. Zudem gab es nur zwei Medaillenentscheidungen, diesmal sind es zehn. Die Sportlerinnen und Sportler haben Beeinträchtigungen der oberen sowie der unteren Extremitäten. Gestartet wird im Snowboard Cross und im Banked Slalom auf einem mit Steilkurven präparierten Kurs.

Deutsches Team

...für die Paralympics

Die 20 deutschen Paralympics- Starterinnen und Starter sowie die vier Begleitläufer im Stenogramm:

SKI ALPIN

Anna-Lena Forster: Alter 22; Verein: BRSV Radolfzell; Behinderung: Fehlbildungen an den Beinen; sitzend.

Georg Kreiter: Alter 33; Verein: RSV Murnau; Querschnittslähmung,

Thomas Nolte: Alter 33; Verein: MTV Braunschweig; Querschnittslähmung.

Anna-Maria Rieder: Alter 18; Verein: RSV Murnau/SC Garmisch; Halbseitige Lähmung.

Noemi Ristau: Alter 26; Verein: SSG Blista/Blau-Gelb Marburg; Sehbehinderung.

Andrea Rothfuss: Alter 28; Verein: VSG Mitteltal; Fehlbildung linke Hand.

Anna Schaffelhuber: Alter 25; Verein: TSV Bayerbach; Querschnittslähmung.

Begleitläufer alpin: Lucien Gerkau (für Noemi Ristau): Alter 40; Verein: SSG Blista/Blau-Gelb Marburg.

SKI NORDISCH

Biathlon und Langlauf

Alexander Ehler: Alter 49; Verein: SV Kirchzarten; Beinlängendifferenz.

Andrea Eskau: Alter 47; Verein: USC Magdeburg; Querschnittlähmung.

Martin Fleig: Alter 29; Verein: Ring der Körperbehinderten Freiburg; Fehlbildung der Wirbelsäule.

Vivian Hösch: Alter 26; Verein: Ring der Körperbehinderten Freiburg; Sehbehinderung.

Clara Klug: Alter 23; Verein: PSV München; Sehbehinderung.

Steffen Lehmker: Alter 29; Verein: WSV Clausthal-Zellerfeld; Plexuslähmung.

Nico Messinger: Alter 23; Verein: Ring der Körperbehinderten Freiburg; Sehbehinderung.

Anja Wicker: Alter 26; Verein: MTV Stuttgart; Fehlbildung der unteren Wirbelsäule.

Begleitläufer nordisch:

Martin Härtl (für Clara Klug); Alter 43; Verein: SK Nesselwang.

Lutz Klausmann (für Nico Messinger): Alter 25; Verein: SV St. Georgen.

Florian Schillinger (für Vivian Hösch): Alter 33; Verein: SV Baiersbronn.

ROLLSTUHL-CURLING

Wolf Meißner: Alter 48; Verein: CC Füssen; Querschnittlähmung.

Heike Melchior: Alter 50; Verein: Eintracht Frankfurt; Querschnittlähmung.

Harald Pavel: Alter 67; Verein: CC Schwenningen; Querschnittlähmung.

Christiane Putzich: Alter 42; Verein: CC Füssen; Querschnittlähmung.

Martin Schlitt: Alter 52; Verein: Eintracht Frankfurt; Querschnittlähmung.

Kampagne soll helfen

Kurz vor den Paralympics in Pyeongchang (9. bis 18. März) hat der Deutsche Behindertensportverband (DBS) die Kampagne "#wecamebackstronger" präsentiert. Der Verband will dadurch mehr Aufmerksamkeit für den paralympischen Sport erzeugen. Im Blickpunkt stehen dabei – stellvertretend für das gesamte Team – Anna-Lena Forster, Georg Kreiter, Thomas Nolte, Anna-Maria Rieder sowie die Paralympics-Siegerinnen Anna Schaffelhuber und Andrea Rothfuss. Ein Film und sechs Printmotive vermitteln die Botschaft der Kampagne.

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