Mit einer bunten Show sind am Freitag im südkoreanischen Pyeongchang die Paralympics eröffnet worden. Jubelnd winkt die deutsche Fahnenträgerin Andrea Eskau den Fans zu (unten, links). Bis zum 18. März kämpfen 567 Sportlerinnen und Sportler aus 49 Nationen – darunter auch 20 aus Deutschland – um die begehrten Medaillen. Foto: dpa

Paralympics: Süd- und Nordkorea marschieren als getrennte Teams ein. Strahlende deutsche Fahnenträgerin Andrea Eskau.

Mit einer bunten Lichtershow, viel Applaus für Nordkorea und einem prächtigen Feuerwerk haben die Winter-Paralympics in Pyeongchang stimmungsvoll begonnen.

Am Freitag, um 21.17 Uhr Ortszeit (13.17 MEZ), eröffnete Südkoreas Staatspräsident Moon Jae In die zweiten Paralympics in Südkorea nach den Sommerspielen 1988 in Seoul. Die südkoreanische Rollstuhl-Curlerin Seo Soonseok entzündete mit Olympia-Curlerin Kim Eun Jung 33 Minuten später die Paralympische Flamme im Olympiastadion. Ihr Landsmann Choi Bogue und der Nordkoreaner Ma Yu Choi hatten zum Abschluss des Fackellaufes mit rund 800 Teilnehmern das Feuer ins Stadion getragen.

Russische Athleten unter neutraler Flagge

Die querschnittsgelähmte Biathletin und Langläuferin Andrea Eskau führte das deutsche Team als Fahnenträgerin der sechsten einlaufenden Nation in die nicht ganz volle, aber gut besuchte Arena. Die 46 Jahre alte sechsmalige Paralympics-Siegerin reckte jubelnd beide Arme in die Luft und winkte ins Publikum. An den XII. Winterspielen für Menschen mit Behinderung unter dem Motto "Passion.Connected" (etwa: verbindende Leidenschaft) nehmen 567 Sportlerinnen und Sportler aus 49 Nationen teil. Wie schon bei den vorangegangenen Olympischen Winterspielen treten russische Athleten unter neutraler Flagge an. Die "Neutralen Paralympischen Athleten" wurden im Beisein von IOC-Präsident Thomas Bach als 37. von einem Volunteer und ohne russische Fahne ins Stadion geführt.

Neben der Diskussion um Russland wird die Annäherungen zwischen Nord- und Gastgeber Südkorea das Dauerthema der Weltspiele sein. Anders als bei der Olympia-Eröffnung 28 Tage zuvor liefen die beiden Länder getrennt ins Stadion ein. Die Nordkoreaner wurden wie die Delegation der Gastgeber mit sehr lautem Beifall von den Zuschauern begrüßt. "Der paralympische Sport verändert nicht nur Leben, er verändert die Welt", sagte Andrew Parsons, der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, in seiner Eröffnungsrede.

Stadion wird nach den Spielen wieder abgebaut

Angefangen hatte die Zeremonie mit Pyrotechnik, Trommelschlägen und einer Lichtshow. Die Reden und auch die zu Beginn gespielte südkoreanische Nationalhymne wurden auf den Leinwänden in Gebärdensprache übersetzt. Bei eisigen Temperaturen hatten die Veranstalter Decken, Mützen und Sitzkissen an die Zuschauer verteilt. Neben Nordkorea, das mit zwei Langläufern dabei ist, sind auch Georgien und Tadschikistan zum ersten Mal bei Paralympischen Winterspielen vertreten. Für Deutschland gehen 15 Einzelsportler, ein Curling Team und vier Begleitläufer an den Start.

Nach der knapp zweistündigen Show in dem nur für die Eröffnungs- und Schlussfeier genutzten Stadion, das nach den Paralympischen Spielen wieder abgebaut wird, werden bis zum 18. März Goldmedaillen in 80 Entscheidungen verteilt. Die ersten Wettkämpfe stiegen bereits in der Nacht zum Samstag (01.30 Uhr MEZ) im Para Ski alpin.

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