Max Long liebt es, in der Loipe viel und hart zu arbeiten. Foto: Vuokattisport

Der 18-jährige Max Long aus Villingendorf startet bei den Weltmeisterschaften der Para-Biathleten in Pokljuka. Eine vorangegangene Erkrankung bremst den ehrgeizigen Youngster etwas aus.

Jetzt wird es ernst für Max Long aus Villingendorf: Vom 6. bis 9. Februar misst sich der 18-Jährige bei der Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka mit den besten Para-Biathleten der Welt. „Es ist meine erste WM“, sagt der Villingendorfer, der seit rund vier Jahren im Sportinternat in Freiburg lebt und für den SV Kirchzarten an den Start geht. „Ich denke, keiner erwartet von mir, dass ich Weltmeister werde.“

 

In der Tat sind für solche Pläne (noch) andere zuständig. Und so umreißt Bundestrainer Ralf Rombach die Aufgabe für Youngster Long auch einfach mit: „Erfahrungen sammeln!“

Nach seinen Erfolgen in der Jugend, in der er unter anderem von 2019 bis 2021 noch für Villingendorf deutsche Meistertitel im Langlauf und im Biathlon sammelte, brachte die Saison 2024/2025 eine neue Herausforderung für Max Long: Zum ersten Mal durfte er im Weltcup starten. Schon bei der Vorbereitung im italienischen Livigno gab der Youngster zu: „Die Aufregung steigt so langsam.“

Grundlagen sind gelegt

So ähnlich dürfte es auch jetzt sein. Doch das gesamte Para-Team hat in den italienischen Alpen vor Saisonstart bei besten Bedingungen die Grundlage für eine erfolgreiche Saison geschaffen. Max Long legte dabei besonderes Augenmerk auf seine Technik, denn: „Das ist immer etwas, in dem du auch kurzfristig noch viel ändern kannst.“ Vor allem im klassischen Stil sieht er Verbesserungspotenzial. „Da kann ich noch einiges herausholen.“

Langlauf-WM folgt kurz danach

Die Verbesserungen in diesem Punkt benötigt er in Slowenien in den kommenden Tagen eher nicht, denn die Langlauf-WM-Wettbewerbe folgen erst vom 12. bis 14. Februar in Toblach, jetzt heißt es erst einmal, gut zu zielen und schnell zu laufen, um zu schauen, wo der 18-Jährige in der internationalen Biathlon-Szene steht.

Beim ersten Weltcup noch Lehrgeld bezahlt

Bei seinem ersten Weltcup im vergangenen Dezember wurde er 21. Nach einem fehlerlosen ersten Schießen verfehlte er beim zweiten viermal das Ziel. „Da habe ich mich nach den guten ersten beiden Runden rausgeschossen“, sagte er. Das will er in Slowenien besser machen. Ralf Rombach hat da ohnehin Geduld mit dem Youngster: „Es ist völlig normal, am Anfang noch etwas Lehrgeld zu zahlen.“

Von null auf hundert in zwei Monaten

Max Long betreibt seit 2018 Para Ski nordisch (Biathlon und Langlauf). Übrigens stand er zwei Monate vor den deutschen Meisterschaften 2019 zum ersten Mal auf Langlaufskiern – und schnappte sich den Titel. Villingendorfs Bürgermeister Marcus Türk würdigte Max Long als Vorbild für andere, „indem er gezeigt hat, was man aller erreichen kann, wenn man bereit ist, etwas dafür zu tun.“

Aufgrund einer Fehlbildung des rechten Unterarms steht dem 18-Jährigen Schüler in der Loipe nur ein Stock zur Verfügung. Bei seiner ersten DM im Erwachsenenbereich 2022 wurde Max Long in Oberhof viermal Vierter: „Ich kann mit den Wettkämpfen sehr zufrieden sein, denn ich habe alles aus mir rausgeholt, was ging“, erklärte er.

Ziel erst einmal: „Spaß haben“

Das hat er sich auch für die WM-Wettkämpfe in Pokljuka vorgenommen. „Ich möchte Spaß haben und Erfahrungen sammeln“, formuliert er als offizielles Ziel. Wenn man aber zwischen den Zeilen liest, kann man unschwer den Ehrgeiz erkennen, die bestmögliche Platzierung zu erreichen: „Die Strecken sind ziemlich knackig, wellig, man muss viel arbeiten. Aber das liegt mir. Auch der Schießstand ist gut. Er liegt in der Sonne, und man kommt aus einer Abfahrt heraus. Eigentlich ist es die perfekte Strecke.“

Bundestrainer Rombach bremst allerdings die Erwartungen, denn Max Long musste den letzten Weltcup krankheitsbedingt auslassen. „Bei ihm macht sich die Krankheit noch immer bemerkbar“, erklärt der Freiburger.

Deutsches Team peilt sieben Medaillen an

Für sein neunköpfiges Team (plus vier Guides von Sehbeeinträchtigten) gibt Rombach aber durchaus ehrgeizige Ziele aus: „Wir wollen an unsere Leistungen von Val di Fiemme anknüpfen.“ Beim dortigen Weltcup – ohne den erkrankten Max Long – gab es in zwei Rennen sieben deutsche Medaillen. „Vielleicht können wir leistungstechnisch sogar noch eine kleine Schippe drauflegen“, ist Rombach optimistisch.

Die Bedingungen in Pokljuka, wo sie in der Austragung von Weltcups der Non-Paras geübt sind, passen laut dem Bundestrainer: „Es macht alles einen guten Eindruck.“

Besonderes Highlight wartet im März

Gegen Ende der Saison wartet auf Max Long und die anderen Para-Athleten übrigens noch ein ganz besonderes Highlight. Bei der nordischen Ski-WM der Nicht-Behinderten im norwegischen Trondheim treten die Para-Langlauf-Sprinter am 4. und 5 März an und suchen ihre Weltmeister. Da wird dann nicht nur Max Long sagen: „Ich habe richtig Lust darauf.“