Die hinterleuchteten Kunstwerke Künerts mit Erklärungskarten, Foto: Fotos: Killinger

Papierkunst: Hermann Künert gehört zu 69 ausgewählten Ausstellern der "Papier Global" in Deggendorf

Bereits zum fünften Mal präsentierten die Museen in der Stadt Deggendorf "Papier Global", die Internationale Papierkunst Triennale. In den vergangenen 15 Jahren konnte sich Deggendorf damit einen festen Platz als Zentrum internationaler Papierkunst erobern. Zu den ausstellenden Künstlern gehört auch Hermann Künert aus Haiterbach.

Haiterbach/Deggendorf. Bei "Papier Global" darf nicht jeder ausstellen. Eine Fachjury wählt vorab aus Bewerbungen, die aus zahlreichen Ländern eingehen, die Aussteller aus. "360 Bewerber aus 20 Ländern, unter anderem Australien, USA, Australien, Korea, Mexiko, Kolumbien und Europa, gab es", wie der Haiterbacher Künstler Hermann Künert berichtet. "69 Papierkünstler wurden als Teilnehmer ausgewählt." Darunter auch Künert, für den das Themenfeld "Papier" wie gemacht ist.

Künert hatte sich mit neun seiner Papyrografien unter dem Titel "Ks-Reisen" beworben. Die einzelnen Objekte in Postkartengröße wurden ordentlich frankiert nach Deggendorf (Bayern) verschickt. Begleitet wurden die einzelnen Objekte ebenfalls postalisch von erklärenden Karten.

Die dreidimensionalen Strukturen – und damit die Motive – in Künerts Werken entstehen durch die aufeinandergelegte Papierschichten. Das eigentliche Bild wird dem Betrachter offenbart, wenn er die Werke einem Dia gleich gegen das Tageslicht oder in einem Leuchtkasten betrachtet. Ein solcher Leuchtkasten war dann in Deggendorf installiert.

Museums-Leiterin Birgitta Petschek-Sommer begrüßte Teilnehmer und Gäste im nach einer Umbauphase erst am 12. September wieder eröffneten Stadtmuseum. Zusammen mit Anja Fröhlich vom Handwerksmuseum, die ihre Nachfolgerin als Leiterin der städtischen Museen wird, und Helene Tschacher aus Mainburg, Past-Präsidentin der Internationalen Papierkünstlervereinigung (IAPMA), hatte sie die Werke juriert.

Teilweise hatten die Teilnehmer bis zu drei Objekte eingereicht, sagte Petschek-Sommer, aber mit 69 Ausstellungsstücken seien es weniger als in den Vorjahren. Insgesamt, zeigte sich die Museums-Chefin überzeugt, sei eine schöne Auswahl gelungen. Aus aktuellem Anlass finden sich in der Ausstellung etliche Arbeiten mit Corona-Bezug. Es geht aber auch um Konsum, Medien, Alltagskultur oder den Klimawandel – der Umgang der Gesellschaft mit der Natur spielt eine große Rolle.

Das dominanteste Stück, der "Gebeutelte Mann", ein 3,50-Meter-Riese, wurde in Einzelteilen angeliefert. Uli Schmid, der das Objekt aus Staubsaugerbeuteln kreiert hatte, musste zweimal fahren, erzählte Petschek-Sommer. Künert musste sich hingegen auf die Post verlassen – und nur noch selbst zur Ausstellungseröffnung anreisen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 6. März 2022, ist zu den Öffnungszeiten der Museen zugänglich und wird von einem umfangreichen Workshop-Programm für Schulklassen sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene begleitet. Zur Ausstellung wird ein Katalog in deutscher und englischer Sprache erscheinen.