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Panne bei Gleisbau? 80 Ostelsheimer tagelang ohne Telefonanschluss

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Bei Gleisarbeiten für die Hermann-Hesse-Bahn – hier die im Bau befindliche neue Eisenbahnüberführung – soll ein Bagger eine Telekom-Leitung gekappt haben. Foto: Fritsch

Rund 80 Ostelsheimer waren tagelang ohne Festnetz. Die Angaben der Telekom zur Ursache und Behebung des Schadens sind widersprüchlich. Ein Bagger soll bei Gleisbauarbeiten für die Hermann-Hesse-Bahn ein Kabel gekappt haben. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Ostelsheim - Ruth Bauer ist eine der betroffenen Telekom-Kundinnen. Die 88-Jährige ist gehbehindert, fast blind und auf ihren Festnetzanschluss beziehungsweise den Hausnotruf angewiesen. "Als ich Kontakt zur Telekom aufgenommen habe, sagte man mir, dass es sich bei der Störung um ein größeres Problem handelt", berichtet Tochter Angelika Mayr, die sich Sorgen gemacht hatte, als ihre Mutter telefonisch nicht erreichbar war und auch von Nachbarn von der Störung erfahren hatte. Mayr lebt im Landkreis Reutlingen und telefoniert sonst drei Mal täglich mit ihrer Mutter. Am ersten Weihnachtsfeiertag war die Leitung tot – und war es bis Dienstagmittag.

Insgesamt seien rund 80 Festnetzanschlüsse betroffen, hat Mayr auf Nachfrage bei der Telekom erfahren. Sie hatte am 25. Dezember vom Telekommunikationsunternehmen außerdem die Auskunft erhalten, dass das technische Problem nicht vom Büro aus lokalisiert werden könne. "Am 28. Dezember hat ein Techniker, der vor Ort war, mitgeteilt, dass der Schaden bei Gleisbauarbeiten für die Hesse-Bahn entstanden ist, und am 30. Dezember hat man mich wissen lassen, dass mit einem Beginn der Reparaturen nicht vor dem 23. Januar zu rechnen sei", erinnert sich Mayr.

Merkwürdiger Umstand

Die besorgte Tochter ließ nicht locker und kontaktierte unterdessen auch den Ostelsheimer Bürgermeister Jürgen Fuchs, zumal klar war, dass nicht nur ihre Mutter, sondern zahlreiche Ostelsheimer von der Störung betroffen sind. Der Rathauschef setzte sich daraufhin mit der Telekom und dem für die Baustelle zuständigen Ingenieur in Verbindung. Fuchs fragt sich nun, ob die Störung tatsächlich mit den Gleisbauarbeiten in Zusammenhang stand und weist auf einen merkwürdigen Umstand hin: "Für mich ist nicht klar, wo es herkam", sagte er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten, denn nach der von ihm eingeholten Auskunft sei zuletzt in der Kalenderwoche 50 auf der Baustelle gearbeitet worden, der vermeintliche Schaden aber erst um einiges später aufgetaucht. Es sei nach den ihm gegenüber gemachten Angaben nicht abzusehen gewesen, in welchem Zeitraum dieser behoben werden könne, so Fuchs am Dienstagvormittag gegenüber dem Schwarzwälder Boten. Er selbst habe am Silvestertag davon erfahren, dass Ostelsheimer Haushalte ohne Festnetzanschluss seien. Im Übrigen habe auch der Notruf für den Aufzug im Rathaus nicht mehr funktioniert.

Schließlich kam am Montag und Dienstag Bewegung in die Sache. "Der Störungsort wurde bereits eingemessen und lokalisiert. Wie vermutet, liegt dieser in einer Baustelle für Gleisbauarbeiten", teilte Dominik Sechser von der Telekom-Presseabteilung auf Anfrage des Schwarzwälder Boten mit. Und weiter: "Dort wurde, vermutlich bei diesen Arbeiten, eines unserer Kabel beschädigt." Ein Zugang zu dem abgesperrten Baufeld sei erst am Montag möglich gewesen. Derzeit werde weiter mit Hochdruck an der Entstörung gearbeitet, hieß es am Montagspätnachmittag in der Mail der Telekom. "Dazu muss das beschädigte Stück Kabel lokalisiert und entfernt werden. Das neue Kabel wird dann auf beiden Seiten gespleißt, das heißt, auf beiden Seiten müssen mehrere hundert Adern miteinander verknüpft werden", erläuterte Sechser zu den Reparaturarbeiten. "Das macht keine Maschine, das ist richtige Handarbeit. Da muss ein Kollege in die Baugrube und die Adern miteinander verbinden."

Den Kunden würden die Grundgebühren für den Zeitraum des Ausfalls erstattet. Diese und gegebenenfalls weitere Ansprüche müssten diese nach Behebung der Störung beim Kundenservice der Telekom geltend machen. Damit die Kunden weiter erreichbar seien, könnten diese beim Kundenservice eine kostenlose Rufumleitung auf ihr Handy beantragen.

Plötzlich funktioniert Anschluss wieder

Ebenso könnten Kunden über ihre Mobilfunkgeräte beziehungsweise mobile Hotspots eine Verbindung zum Internet herstellen. "Selbst Faxe können auf E-Mail-Adressen weitergeleitet werden", so Sechser. Man entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten und versichere, "dass wir alle Hebel in Bewegung setzen, um die Störung – falls es eine sein sollte und wir für diese verantwortlich sind – zu beheben".

Am Ende ging es doch ganz schnell und wie von Zauberhand nahm alles ein gutes Ende: "Um 11.30 Uhr hat der Anschluss meiner Mutter und auch der bei Nachbarn wieder funktioniert", berichtet Mayr am Dienstagnachmittag.

Über das Informations-Wirrwarr der Telekom wundert sie sich freilich trotzdem. "Als Bürger fühlt man sich oft nicht für voll genommen, wird von einem zum anderen geschickt und bekommt widersprüchliche Aussagen", sagt sie. Es müsse hierzulande mehr für die Infrastruktur getan und mit gesetzlichen Regelungen dafür gesorgt werden, dass die Bevölkerung – auch in Notfällen – nicht unversorgt gelassen werde.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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