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P & R in Vaihingen/Enz Die Stadt bricht das Parkgebühren-Tabu

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Nichts geht mehr: die Parkplätze am Vaihinger Bahnhof sind nach 9 Uhr restlos belegt. Foto: factum/Granville

Vaihingen/Enz - Es ist der x-te Anlauf, dieses Mal soll er zum Ziel führen. Bereits mehrfach hat die Stadtverwaltung Vaihingen versucht, Parkgebühren am Bahnhof einzuführen. Doch stets gab es im Gemeinderat eine Fülle von Gegenargumenten: die ökologisch sinnvoll handelnden Pendler würden bestraft, hieß es etwa aus den Reihen der Grünen; Parkgebühren seien generell Abzocke, wetterte der SPD-Fraktionschef Eberhard Berg bereits vor sieben Jahren; es gab sogar Freie Wähler-Stadträte, die fürchteten, dass der Parkplatz dadurch so unattraktiv werde, dass die Bahn ihr Angebot verringern könne.

Doch der Oberbürgermeister Gerd Maisch ließ nicht locker – wohl auch deshalb, weil er als ehemaliger Kämmerer ungern Defizite macht. „Wir sind die letzte Stadt mit einem großen Park- and Ride-Parkplatz, in der keine Gebühren verlangt werden“, konstatiert der OB (siehe „Gebühren oder nicht?“). Die Kapazitäten des größten P-R-Platzes in der Region – aktuell gibt es dort 729 Stellplätze – sind restlos ausgebucht. Wer nach 9 Uhr kommt, kriegt keinen Platz mehr, das wilde Parken auf Feldwegen grassiert.

Kein Defizit ohne Refinanzierung!

Doch eine Erhöhung der Kapazitäten komme ohne Einführung von Gebühren nicht in Frage, sagt Maisch. „Wir machen nicht noch mehr Defizite ohne eine Form der Refinanzierung.“ Im Gemeinderat scheint man sich langsam mit der Parkraumbewirtschaftung anzufreunden – auch weil die Verwaltung am Montag im Stadtteilausschuss ein umfangreiches Gutachten zur Weiterenwicklung des Bahnhofsgeländes vorlegte. Zum Schwur kommt es allerdings erst im Gemeinderat am 28. September.

Noch sind viele Fragen offen: wie werden sich die Parkgebühren auf den Stadtteil Kleinglattbach auswirken? Dort wird schon heute im Gebiet Balzhalde gleich beim Bahnhof gerne und viel geparkt. Soll das Parkaus aufgestockt oder lieber ein neuer Parkplatz angelegt werden? Und: wie hoch sollen die Parkgebühren ausfallen? Die Verwaltung ging mit moderaten Zahlen ins Rennen: 60 Euro könnten für eine Halbjahreskarte anfallen, 15 Euro für ein Monats- und 2 Euro für ein Tagesticket – beim Anlauf zur Einführung der Gebühren vor sieben Jahren sollte die Monatskarte noch 75 Euro kosten.

Wer kommt zuerst: Zug oder Bus?

Der Oberbürgermeister ist sich sicher: „Die Attraktivität des Bahnhofs Vaihingen wird auch mit Parkgebühren nicht geringer werden.“ Schon heute kommt gut ein Drittel aller am Bahnhof stehenden Autos aus den Nachbarkreisen Enz und sogar aus dem Landkreis Karlsruhe und Heilbronn. Mit dem neuen Fahrplan, der ab Ende 2017 gelte, verstärke sich das noch. Dann wird es alle halbe Stunde einen schnellen Zug von und nach Stuttgart geben, der Dank der Schnellbahntrasse nur eine Viertelstunde in die Landeshauptstadt benötigt. Ein ganz anderes Problem, das damit zusammenhängt, müsse wohl noch seiner Lösung harren: wer abends von Stuttgart nach Hause fährt, erwischt oftmals keinen Bus in die Innenstadt oder die Stadtteile mehr – so etwas erhöht den Parkdruck. Ein Ausbau der Bustakte sei angedacht, sagt Maisch. Aber: „da geht es immer um einen Haufen Geld“. Prinzipiell sei für den Busverkehr der Landkreis zuständig. „Da wird der schnelle Zug wohl schneller kommen als die Busse“.

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