Vereine: Owinger Schützen feiern ihren 100. Geburtstag / Neu-Mitglied wird auf Anhieb Schützenkönig

Der Schützenverein Owingen feierte am Samstag nicht nur das 100-jährige Bestehen, sondern auch seinen neuen Schützenkönig Pascal Hanfstein.

Haigerloch-Owingen (ks).100 Jahre alt ist dieses Jahr der Schützenverein Owingen geworden. Dieses Ereignis groß zu feiern, war wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen nicht möglich. "Wir feiern deshalb lieber in kleinem, aber feinen Rahmen", sagte der erste Vereinsvorsitzende Jürgen Lutz am Samstag bei der Eröffnung des Jubiläums-Königsschießens, das mit einem vereinsinternen Schützenfest verbunden war.

In seiner Willkommensrede blickte Oberschützenmeister Lutz auf die Anfangszeiten zurück. 15 Owinger Männer hatten den Verein am 1. Juli 1921 aus der Taufe gehoben.

Jürgen Lutz hatte auch etwas Amüsantes aus den Anfangsjahren zu erzählen. Die Owinger Schützen seien immer ein festfreudiges Völkchen gewesen. Schon ein Jahr nach der Vereinsgründung fand das erste Schützenfest mit einem Preisschießen statt. Zu gewinnen gab es Mehl und Eier.

Auch der Bau des ersten Schützenhauses war ein Thema in der ersten Mitgliederversammlung im Mai 1922. Es muss wohl ein Bretterverschlag gewesen sein, der in einer Waldlichtung oberhalb des "Schrofens" am Warrenberg entstand. 1926 war das nächste große Schützenfest mit der Fahnenweihe. Die "Owinger Jungfrauen" gratulierten dazu mit einer gestickten Schleife. Am Josefstag 1938 chauffierte man das Schützenhaus auf dem Mühle-Wagen dorthin, wo heute das Kleintierzüchterheim steht – an der Bundesstraße 463. 1945 verfügten die Siegermächte, dass das Schützenhaus komplett abgerissen werden musste.

Erst 1954 kam es zur Wiedergründung des Schützenvereins und ein Jahr später zum Wiederaufbau des Schützenhauses auf den noch vorhandenen Grundmauern. Seit 1969 baten sich die Schützen in Eigenleistung im Gewann "Im Hau" ein neues Domizil.

Mit 26 Teilnehmern war das Königsschießen am Samstag außerordentlich gut besucht. Über fünf Stunden lang zielten die Schützen auf den von Vereinsmitglied Michael Ruderer in den Farben des Owinger Ortswappens angefertigten Holzadler, der am neu gebauten Kugelfang befestigt war. Geschossen wurde mit dem Kleinkalibergewehr mit aufgesetztem Zielfernrohr, stehend aufgelegt aus 50 Meter Distanz. Nach 85 Schüssen stand der Schützenkönig fest, als Neumitglied Pascal Hanfstein aus Mühringen die Krone zu Fall brachte. 110 Ladevorgänge am Gewehr brauchte es, bis Otto Schmocker mit einem gezielten Schuss das Zepter vom Adler trennte und damit erster Ritter wurde. Die Glückwünsche zum zweiten Ritter galten Michael Ruderer, bei dem nach weiteren 110 Schüssen der hölzerne Reichsapfel herunterfiel.

Bei der Siegerehrung verlieh Oberschützenmeister Jürgen Lutz dem neuen Schützenkönig Pascal Hanfstein die schwergewichtige Königskette. Martin Henle verewigte sich auf der vom Verein gestifteten Jubiläums-Ehrenscheibe. Er und Thomas Hömens schossen direkt in den Zehnerkreis der Scheibe, Henle hatte aber den besseren Teiler.

Gefeiert wurde das 100. Vereinsjubiläum im Schützenhaus. Es gab ein Spanferkel vom Holzgrill.