Die Orchestervereinigung Calmbach verzauberte mit „Klangkraft – Energie der Töne“. Es war der erste Auftritt von Kornelius Kremser bei einem Neujahrskonzert als Dirigent der OVC.
„Heute Abend geht es darum, die Kraft der Musik zu erleben und die Verbindung zwischen den Tönen und der Energie zu spüren. Lassen Sie sich von der Magie der Musik mitreißen, genießen Sie die Klänge und lassen Sie für einen Moment die Hektik des Alltags hinter sich.“ Mit diesen Worten aus dem ausliegenden Besucherflyer gab der Vorsitzende der Orchestervereinigung Calmbach (OVC), Stefan Göbel, den zahlreichen Musikinteressierten in der mit mehr als 400 Besuchern ausverkauften Enztalhalle einen Vorgeschmack.
Moderne Songs
Den Anfang machten die Schüler der Bläserklasse der Fünf-Täler-Schule unter der Leitung von Tina Haas. Seit mittlerweile 15 Jahren gibt es dieses Angebot. Mit viel Eifer boten die acht jungen Musiker Fanfare, Jazz, Marsch und Jingle Bells dar und holten sich den verdienten Applaus ab.
Vielleicht findet sich die oder der eine oder andere irgendwann in der Jugendkapelle der OVC wieder, die mit ihrer virtuosen Vertonung moderner Songs das Publikum musikalisch mitnahm. Perfekt fügte sich die klassische Ouvertüre 1812 in die Reihe der Hits ein. Die „Muppet Show“, die Eiskönigin aus „Frozen“, „Break up“ von Thomas Asanger, Popsongs wie „Shake it off“ und „All about that bass“ waren für die jugendlichen Bläserkünstler maßgeschneidert. Zum Abschluss brannte der Nachwuchs der OVC mit „Firework“ im wahrsten Sinne ein Feuerwerk ab und erntete gemeinsam mit ihrer Leitung tosenden Applaus. Ebenso wie zuvor bei der Bläserklasse durften sich die Zuhörer auf Zugaben freuen.
Eine Herausforderung
Dann wurde es spannend, denn der erste Auftritt von Kornelius Kremser bei einem Neujahrskonzert als Dirigent der Orchestervereinigung stand bevor. Seit 2017 ist der Posaunist als Vizedirigent im Einsatz und konnte bereits Erfahrung sammeln. Doch das große Jahreskonzert war auch für ihn eine Herausforderung. Übernommen hat er die musikalische Führung nach der Sommerpause – so waren alle Augen auf ihn gerichtet. Schon bei den ersten Klängen, die die Musiker hervorzauberten, spürte man die Energie, die Harmonie und Freude aller Beteiligten. Großartige „Klangkraft“ und Musikalität erweckten die Sehnsucht nach Freiheit, endlosen Weiten mit der Montana Fanfare und Dakota. Das Lieblingsstück von Kremser hat „viele Facetten“. Doch auch Polka und Marsch kamen mit dem großen Traum, den Vaterfreuden und Malvasia nicht zu kurz. Der musikalische Gang durch die australische Schule Ross Roy, ebenso wie Dakota ein Titel von Jacob de Haan, ist eines der Lieblingsstücke der OVC. Die „Greatest Hits“ von Toto begeisterten ebenso wie „Hit the Roadjack“. Robbie Williams „Let me entertain you“ konnte getrost auf Blasorchester und Dirigent übertragen werden. Einen Wink zum Abschied bildete der Ohrwurm „Eine letzte Runde“ im Egerländer Stil von Markus Nentwich.
Mehr als geglückt
Auf minutenlangen Applaus folgten Zugaben, im Finale gemeinsam mit der Jugendkapelle, die mit Standing Ovations für einen überaus gelungenen, klangvollen Abend aller Akteure belohnt wurden.
Auch die Feuertaufe des „Dompteurs mit dem Dirigentenstab“ vor so vielen musikalisch versierten Zuhörern war mehr als geglückt. Durch das Konzept der Bewirtung vor und nach dem Konzert konnten sich die Zuhörer ganz auf die Musik einlassen und danach in geselliger Runde die schönen Momente noch einmal Revue passieren lassen.