Am Palmsonntag waren Kinder aus allen Pfarreien des Stadtgebietes zur Palmweihe nach Trillfingen gekommen. Foto: Thomas Kost

Im Fränkischen haben Osterbrunnen eine lange Geschichte. Aber auch hierzulande sieht man sie gelegentlich – zum Beispiel in Haigerloch-Trillfingen.

In Trillfingen hat sich das Schmücken des Brunnens in der Dorfmitte zur Osterzeit inzwischen zu einer regelrechten Tradition entwickelt. 2022 haben Silke Schellhammer und ihr Team vom katholischen Kinder- und Familienzentrum St. Valentin zum ersten Mal einen gemeinsam mit den Kindergartenkindern gestalteten Brunnen der Öffentlichkeit vorgestellt.​

 

Weil die Brunnenzierde bisher in der Bevölkerung so gut ankam, sind die Erzieherinnen und die Kinder dieser Aktion zu Ostern treu geblieben. Und steht in diesem Jahr bereits zum fünften Mal ein hübsch geschmückter Brunnen in der Trillfinger Ortsmitte, der nicht nur mit drei großen Tannenreisig-Bögen, sondern auch mit sage und schreibe 400 Eiern geschmückt ist.​

Chor „Bunte Steine“ ​

Begonnen hat der örtliche Kindergarten mit dem Flechten der Reisig-Girlanden und dem Färben der blau-gelb-grünen Eier vor etwa drei Wochen. Rechtzeitig zum Palmsonntag strahlte der Brunnen dann in voller Pracht, so dass er bei einer Familien-Wortgottesfeier für alle katholischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet eröffnet werden konnte.​ Aber nicht nur der Brunnen erhielt von Pastoralreferent Juan Pablo Perisset den Segen, sondern auch die Palmzweige, welche die Kinder mitgebracht hatten. Vom Platz vor der Kirche zogen die Kinder und Eltern schließlich in die Valentinskirche zum Gottesdienst mit dem Chor „Bunte Steine“ ein. Fast genauso, wie Jesus einst auf seinem Esel in Jerusalem eingezogen war.

​In der Kirche gab es noch viel mehr zu entdecken: Denn die Kindergartenkinder hatten nicht nur den Osterbrunnen gestaltet, sondern auch einen Passionsweg. Dieser ist auf Tischen an der rechten Längsseite der Kirche aufgebaut. Er ist schlicht gestaltet und deshalb in seiner Symbolik umso eindrucksvoller. Auf neun mit schwarzen Leinwänden bespannten Rahmen haben die Kinder mit Steinen und Holz den Leidensweg Jesu nachgezeichnet. In kleinen weißen Tafeln wird die jeweilige Szene mit einem kurzen Text erklärt. Außerdem liegt ein kleines mit Rinde gestaltetes Kreuz auf dem Tisch, in das man weiße Kieselsteine legen darf und damit seine Sorgen zu Gott tragen kann.​

Noch bis 10. April zu sehen

Außerdem ist im Altarraum beim Taufbecken eine österliche Szene aufgebaut. Zusammen mit den bunten Ostereiern, die an den Platanen auf dem Generationenplatz vor der Kirche baumeln (gestaltet von Natalie Pfeffer, Vorsitzende des Grundschul-Fördervereins), ist in Trillfingen also wieder einmal ein wunderbares österliches Bild entstanden.

Zum fünften Mal in Folge hat der katholische Kindergarten St. Valentin den Dorfbrunnen in der Trillfinger Ortsmitte österlich geschmückt.​ Foto: Thomas Kost

Anschauen kann man sich das alles noch bis zum Freitag, 10. April, dann sollen Osterbrunnen, Passionsweg und Osterszene laut Silke Schellhammer wieder abgebaut werden, damit in den Brunnen Wasser eingelassen werden kann.​

Ohne Wasser kein Leben

Zur Osterzeit
 festlich geschmückte Brunnen haben vor allem in der Fränkischen Schweiz große Tradition. Sie gilt mit über 200 geschmückten Brunnen zwar als Zentrum des Brauchs, Osterbrunnen findet man aber auch in Teilen von Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg. Im Zollernalbkreis ist der Osterbrunnen in Binsdorf sehr bekannt.​Das Herzstück sind hunderte bis tausende handbemalter oder gefärbte Eier, die zu Girlanden und Kronen gebunden werden. Oft zieren sie auch christliche Symbole. Osterbrunnen sollen das lebensnotwendige Wasser, das aus ihnen fließt, ehren und schützen.