Bariton Bernd Valentin und der Pianist Klaus Bernhard Roth begeisterten mit ihrem „Konzert der Meister“ im Haslacher Haus der Musik. Als Gast wirkte der Flötist Peter Stöhr mit. Foto: Buchta

Das Meisterkonzert von Bariton Bernd Valentin und Pianist Klaus Bernhard Roth bot dem Publikum im Haus der Musik in Haslach ein eindrucksvolles Erlebnis.

Das ganze Jahr hatte sich mancher auf die zwölfte Auflage des Meisterkonzertes des Baritons Bernd Valentin und des Pianisten Klaus Bernhard Roth gefreut. Es findet jedes Jahr anlässlich der Meisterkurse Gesang im Haus der Musik statt. Gesangsprofessor Bernd Valentin vom Salzburger Mozarteum und der erfahrene Begleitpianist Klaus Bernhard Roth weihen dabei Meisterschüler in die Geheimnisse der Gesangskunst ein.

 

Das Konzert, das jedes Jahr mit einem neuen Programm aufwartet, lockte am Ostermontag wieder zahlreiche Besucher an. Sie erlebten ein ebenso virtuoses wie kontrastreiches Konzert, das von einer Bach-Kantate über sinfonische Variationen und romantische Lieder von Robert Schumann bis zu Carls Orffs Carmina Burana reichte.

Zu Gesang und Klavier kommt eine Flöte hinzu

Höchst passend zur Osterzeit begann das Konzert mit der Kantate zum dritten Ostertag „Der Friede sei mit dir“ von Johann Sebastian Bach. Hier kam zur in jeder Lage so überzeugenden Stimme Valentins und zu Roths ausdrucksstark begleitendem Klavier noch die klangvolle Flöte von Peter Stöhr hinzu. Feierlich gestimmt erklang ein Rezitativ, um dann in ein flehentliches Arioso überzugehen und mit dem tröstlichen „Hier ist das rechte Osterlamm“ und mit besonders herzlichem Applaus zu enden.

Mit einer Klangfülle ohnegleichen überraschte Roth bei einer Bachschen Chaconne eines Arrangements von Ferruccio Busoni. In geradezu atemberaubender Dynamik umspielte der Pianist elegant die komplexen Rhythmen, wobei sich die Klänge des Klaviers in seiner Mimik widerspiegelten: Ein ganz erstaunlicher, mit dem entsprechenden Beifall bedachter Beitrag.

Mit zwölf romantischen Liedern nach Texten von Joseph von Eichendorff aus Robert Schumanns Liederkreis, ausgesprochen stimmig am Klavier begleitet, verzückte Valentin sichtlich sein Publikum. Von seinem hochprofessionellen Gesang, der hervorragenden Artikulation und der geradezu lautmalerischen Mimik fühlte man sich als Zuhörer jederzeit direkt und persönlich angesprochen – sehr bewegend.

Musiker begeistern mit Orff-Kantate

Mit kontrastreichen sinfonischen Variationen von Robert Schumann leitete der Pianist zur Überraschung des Konzerts über – zu einem kleinen Querschnitt von Carl Orffs szenischer Kantate „Carmina Burana“: ein kleines Fest, sowohl von der musikalischen als auch von der mimischen Seite und in einer Klanggewalt, mit dem der Sänger für einen ganzen Chor und der Pianist für ein ganzes Orchester standen.

Hinreißend gestaltet waren alle gezeigten Szenen gleichermaßen; die ausgelassene Stimmgewalt bei „Were diu werlt alle min“ oder die karikierte zufriedene Leibesfülle des Abts des Schlaraffenlandes in „Ego sum abbas“ sollen in ihrer ganzen Köstlichkeit doch noch einmal erwähnt werden. Das Publikum dankte den Musikern mit gewaltigem Beifall.

Weitere Termine

Wer mehr von dieser Musik möchte, für den bietet sich die Gelegenheit, bei den öffentlichen Proben täglich bis Freitag jeweils um 18 Uhr im Haus der Musik und beim Abschlusskonzert der Meisterschüler am Sonntag um 11 Uhr.