Mit bunten Bannern zogen die Demonstranten durch die Stadt. Foto: Schwark

Unter dem Motto „Die Waffen nieder, Nein zum Krieg“ fand erstmals ein Ostermarsch in Freudenstadt statt. Eingeladen hatte der SPD Kreisverband, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die IG Metall und Friedensaktivist Theodor Ziegler.

Die Idee der Ostermärsche kam Ende der 50er-Jahre in Großbritannien als Protest gegen Atomwaffen auf. Seit 1960 gibt es auch in Deutschland Ostermärsche – zumindest in größeren Städten oder in der Nähe militärischer Einrichtungen.

 

Am Ostersamstag gab es nun zum ersten Mal einen solchen Ostermarsch auch in Freudenstadt. Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte Stadt-und Kreisrat Eberhard Haug (SPD) im Park Courbevoie an die deutsch-französische Aussöhnung und Freundschaft. Die schon 60 Jahre andauernde Städtefreundschaft zwischen Courbevoie und Freudenstadt belege sehr eindrücklich, wie aus ehemaligen Feinden echte Freude geworden seien.

Haug ging kurz auf die Gründung des Partnerschaftsvertrag am 01. Oktober 1961 ein, der am 28. April 1962 in Courbevoie unterzeichnet wurde. Und die Weitsicht beider Städte hätten sich ausgezahlt.

Rund 100 Teilnehmer

Zahlreiche Begegnungen und daraus entstehende Freundschaften hätten für ein stabiles Fundament gesorgt. Haug selbst trug bei über 30 Begegnungen zur Völkerverständigung und Freundschaft zwischen Freudenstadt und Courbevoie bei. „Nie wieder Feindschaft – nie wieder Krieg “ lautete seine klare Botschaft.

Nach Haugs Rede machten sich rund 100 Personen – ausgestattet mit Fahnen, Bannern und Schrifttafeln – zum rund ein Kilometer langen Ostermarsch auf. Endpunkt war der obere Marktplatz, wo die Demonstranten mit Musik und Reden auf die aktuelle Weltlage einging.

Foto: Schwark

So ging es dann vor allem um den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. „Stoppt das Töten in der Ukraine – Aufrüstung ist nicht die Lösung“, stand auf einem der Banner. Eine andere Botschaften der Demonstranten lautete: „ Frieden verhandeln – Atomkrieg verhindern!“

Helmut Lohrer, Arzt und Bundesvorstandsmitglied der „Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs und in sozialer Verantwortung“ (IPPNW) sprach über die Gefahren eines Atomkriegs. „Da könnten selbst Ärzte nichts machen.“ Rund 2000 Atomsprengköpfe seien in permanenter Bereitschaft. Nur schieres Glück und göttliche Vorsehung hätte die Menschheit bis jetzt vor dem Schlimmsten bewahrt. „Denn im Fall der Fälle würden bei dieser humanitären Katastrophe und im nuklearen Winter die Lebenden die Toten bewundern“, so Lohrer.

Verhandlungen gefordert

Er forderte alle Verantwortlichen auf, dass endlich miteinander geredet und verhandelt werde. Es gelte Brücken zu bauen statt sie einzureißen, so der Appell des Arztes.

Auch die Gewerkschaften verstünden sich als Teil der Friedensbewegung, erklärte DGB-Regionalsekretär Martin Holl aus Karlsruhe. Er forderte, die Spirale der Waffenlieferungen zu unterbrechen. Er forderte „Gespräche statt Waffen“, denn in dem Moment, wo Waffen schweigen, würden keine Menschen sterben, sagte Holl.

Mit zwei Gedichten erinnerte Christina Keppler an das Elend des Kriegs. Mit mehreren Musikstücken untermalte Friedensaktivist Ziegler die Veranstaltung. Gemeinsam sangen die Demonstranten das Antikriegslied „Es ist an der Zeit“.