Ostermarschierer beim Einzug in den Kurgarten Alpirsbach (vorne, von links): Christa Dengler, Stadträtin Dornstetten, Holger Egger, DGB-Freudenstadt, und Burkhard Gräbe, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dornstetten Foto: Udo und Ilona Großwendt

Unter dem Motto „Kriege verweigern – Frieden schaffen“ hatte das Friedensbündnis in der Region Freudenstadt zur Ostermarschkundgebung nach Alpirsbach eingeladen.

Ein Teil der Teilnehmer reiste mit der Bahn an und marschierte mit weißen Fahnen und Transparenten vom Bahnhof durch den Stadtkern zum Kurgarten. Damit sollte, so die moderierende Stadträtin Christa Dengler aus Dornstetten, daran erinnert werden, dass die weiße Flagge schon seit der Antike das Zeichen für den einseitigen Gewaltverzicht darstellt und auch heute noch vielfach von Kriegsparteien respektiert werde. Davon berichtet das Friedensbündnis Region Freudenstadt in einer Pressemitteilung.

 

Diakon Dominik Weiß aus Baiersbronn, der für die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi sprach, betonte im Blick auf den von den meisten Menschen ersehnten Frieden, dass dieser nur auf friedlichem Wege zu erreichen sei.

Der Politikwissenschaftler Ulrich Bausch aus Reutlingen, er gehört der SPD-Initiative „Mehr Diplomatie wagen“ an, schilderte seine Sicht auf die Vorgeschichten der aktuellen Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Diese verwiesen jeweils auf die Macht- und ökonomische Interessenspolitik westlicher Staaten, insbesondere der USA. So sei die Zusage, die Nato keinen Zoll nach Osten zu erweitern, gebrochen worden.

Die Feindschaft mit dem Iran sei bereits auf einen CIA-Putsch im Jahre 1953 zurückzuführen. Zwar rechtfertigten diese Fehler auf keinen Fall die jeweilige kriegerische Aggression, müssten jedoch für das Finden von Friedenslösungen bedacht werden.

Minister spricht

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sprach für die württembergische Initiative „Aufbruch zum Frieden“ und kritisierte mit Blick auf die realen militärischen Kräfteverhältnisse zwischen Nato und Russland die deutsche Bedrohungseinschätzung eines bevorstehenden russischen Angriffs auf Westeuropa und lehnte die deswegen betriebene massive Kriegsertüchtigung als ungerechtfertigt ab.

„Waffeln statt Waffen“

Angeleitet von Edith Koerber stellten Kinder aus Alpirsbach einen Aspekt aus Erich Kästners „Farm der Tiere vor“ und forderten Waffeln statt Waffen. Diese bot ein Stand der Partei Die Linke. Außerdem gab es Mitmachmusik von Tobias Steeb aus Altensteig.