Buntes Treiben herrschte beim Ostermarkt. Foto: Kraushaar

Viele Leute kamen zum Ostermarkt in Neubulach. So viele, dass es einigen beinahe ein bisschen zu eng wurde. Und dennoch: Die Freude darüber, dass man endlich wieder rauskommt, war allgegenwärtig.

Neubulach - "Kleider ohne Ende und gleich die passende Handtasche dazu, und natürlich Socken und Hut nicht vergessen" – der Ostermarkt in Neubulach bediente das über Jahre entwickelte Klischee bis ins letzte Eck. "Alles isch a bissle teurer worden aber viele Leut hat’s heut", stellte ein Neubulacher "Urgestein", das namentlich nicht genannt werden wollte, fest. "Fast zu viele", so der Eindruck einer Besucherin, "mo hat fast kaum a Ruh’ zum Gucka und Kaufe".

An allen Ecken und Enden war zu spüren dass die Leute wieder raus wollten, ein Stück Sonne – und Lebensfreude genießen. Letzteres bot der Markt nahezu im Überfluss. Sehen und gesehen werden lautete das Motto, nach zwei Jahren Stillstand entwickelte sich der Neubulacher Ostermarkt zum dem, was ihn auszeichnet: ein Treff- und Kommunikationsknoten für Jung und Alt. Knapp 170 Aussteller hatten die historische Altstadt und die unmittelbare Umgebung in einen riesigen Basar verwandelt, wo in Sachen Vorwärtskommen vor allem Geduld angesagt war.

Essen und Trinken geht immer

Das galt auch für die kulinarischen Angebote, allen voran die Neubulacher "Halbmeter-Wurst" vor dem Schuhhaus Claus. Zwischen 12 und 13 Uhr hatte sich die Warteschlange glatt auf mehr als 50 Personen summiert, auch vor dem Feuerwehrmagazin, dem Rathausplatz, Gasthaus Rössle und dem Silberturm durfte ein Sitzplatz als "Rarität" eingestuft werden. Denn eines machte der Neubulacher Ostermarkt wieder einmal überdeutlich: Essen und Trinken geht immer. Gaumenfreuden gingen nicht nur in Form der landestypischen "Roten" über die Theke, sondern es gab auch Bratwurst, Schnupfnudeln, Kartoffellocken, Pommes und Maultaschen. Auch eher untypische Gerichte wie Kürtöskalacs (Baumstriezel), Raclette bei der Liebenzeller Gemeinschaft oder Gyros mit wilden Kartoffeln und Tsatziki am Stand des CVJM Neubulach waren rege nachgefragt. Natürlich gab es auch jede Menge zum Mitnehmen. Ob Käse, Honig, Marmelade oder Holzofenbrote vom Stand beim Müller Mönch – "aber erst auf dem Rückweg" merkte ein Kunde an.

Viele hatten sich von einem Händler in Mittelalterlicher Tracht an einem Honigwein und Metstand aus Kuppingen gütig getan, andere ließen sich 500 Meter weiter von den "Lecker – Lecker – Salami"-Rufen zu einem Kauf inspirieren.

Wer kleine Kinder dabei hatte, der schaffte einen Rundgang mit Sicherheit nicht ohne Zusatzkosten, denn die "bunte Verlockung" für die Kleinen war einfach zu groß. Zu all dem lachte der Wettergott über beide Backen, sodass auch die Besucher, die erst am Mittag angereist waren – nach erfolgreicher Parkplatzsuche – sich am Ostermarkt in der Bergwerkstadt erfreuen konnten.