Diese Rottweiler Persönlichkeiten geben Einblick in ihre Ostertraditionen. Foto: Pixel-Shot; Duncan Andison; ShafiqGFX – stock.adobe.com / Montage: Holweger

Frühling, Familie und Glaube: Wie verbringen die Rottweiler die Osterfeiertage? Wir haben uns mal umgehört.

Ostern rückt mit riesigen Schritten näher, der Frühling hat mittlerweile Einzug gehalten und lockt wieder hinaus in die Natur. Aber wie verbringen die Rottweiler Ostern? Und welchen Stellenwert hat das traditionsreiche Fest für sie? Wir haben nachgefragt.

 

Nicola Bax

Besonders spannend dürfte das Osterfest in diesem Jahr für Nicola Bax, die Standortleiterin der Neckarline, werden. Die Hängebrücke steht ja kurz vor der Eröffnung. „Ostern verbringe ich am liebsten im kleinen Kreis mit meiner Familie – bewusst, ruhig und mit Zeit füreinander“, sagt sie, ergänzt aber, dass sie in diesem Jahr gleichzeitig mitten in den letzten Vorbereitungen für die Eröffnung der Neckarline stecken würde, was diese Tage für sie zu einer ganz besonderen Mischung aus innerer Ruhe und großer Vorfreude mache. „Ostern steht für mich generell für Neubeginn, Hoffnung und Veränderung. Gerade im Frühling spürt man, wie alles wieder zum Leben erwacht – und genau dieses Gefühl macht das Fest für mich so besonders“, sagt sie.

Yvonne Saier

Kinochefin Yvonne Saier verbringt an Ostern viel Zeit in der Natur oder beim Wandern. „Um die Ruhe zu genießen und die Akkus aufzuladen“, wie sie sagt. Aber es gibt auch einen Osterbrunch im kleinen Kreis der Familie. „Eine kurze Zeit werde ich im Kino verbringen, um da den Osterhasen zu spielen und Eier mit tollen Preisen für unsere Besucher zu verstecken“, verrät sie. Der Stellenwert des Festes habe mit dem Älterwerden ihres Kindes etwas nachgelassen, gibt sie zu. „Die Ostertage stehen bei mir mittlerweile mehr für eine kurze Erholung, Zeit in der Natur aber auch für Frühlingserwachen. Das Verstecken der Osternester und das Suchen am Ostermorgen hingegen wird noch beibehalten. Da ist man nie zu alt für. Einen christlichen Stellenwert hatte Ostern bei uns noch nie“, sagt sie.

Boris Braun

Boris Braun, Vorstandsmitglied der Volksbank Rottweil, genießt an Ostern die Zeit mit seiner Familie. „Meistens irgendwo zwischen Ostereiersuche, gutem Essen und dem Versuch, nicht der Erste zu sein, der der Schokoladenverführung nachgibt“, sagt er. Ostern markiert für ihn in erster Linie das Ende der Fastenzeit, quasi einen symbolischen Neustart, „bei dem aus Verzicht – es gab (fast) keine Süßigkeiten – neue Energie entsteht“, so Braun. Gleichzeitig ist es ist für ihn die erste kleine Atempause im Jahr, „mit den ersten wärmeren Tagen, die ich am liebsten in der Natur verbringe“, freut sich Boris Braun.

Silvia Schnizler

Und wie sieht es mit den kirchlichen Mitarbeitenden in diesen Tagen aus? „Die meiste Zeit von Gründonnerstag bis Ostermontag verbringe ich in meiner Predigerkirche, bei meiner Arbeit. Denn in diesen Tagen gibt es jede Menge Gottesdienste und vieles vorzubereiten“, sagt Mesnerin Silvia Schnizler. Das Osterfest ist für sie persönlich „fast noch wichtiger als Weihnachten“, so Schnizler weiter.

Lisa Hummel

Viel Zeit in der Kirche verbringt in diesen Tagen auch die Regionalkantorin der katholischen Kirchengemeinde Rottweil, Lisa Hummel. „Als Kirchenmusikerin habe ich über die Ostertage viel zu tun, es ist aber auch schön, mit den Chören in den verschiedenen Gottesdiensten zu singen und diese besonders festlich zu gestalten. Zu Hause suchen wir dann aber trotzdem ganz normal auch Ostereier und haben meistens Besuch von der Familie“, sagt sie. Rein beruflich habe das Osterfest für sie einen hohen Stellenwert, da es kirchenmusikalisch sehr umfangreich sei und man ja auch wochenlang darauf hin arbeite. „Das strahlt dann auch ins Privatleben aus und somit wird das Osterfest zu einem Höhepunkt im Jahr.“

Wolf-Rüdiger Michel

Für Landrat Wolf-Rüdiger Michel ergeben sich mit Blick auf den nahenden Ruhestand Ende April und den dadurch vermutlich deutlich entspannteren Terminkalender ganz neue Perspektiven. „Die Ostertage verbringe ich gemeinsam mit meiner Familie in Gedanken an das österliche Geschehen“, sagt Michel. Zudem habe Ostern für ihn eine ganz besondere Bedeutung: „Das Osterlicht gibt uns Hoffnung und Zuversicht. Gerade in der aktuellen Zeit.“

Johannes Nikol

Johannes Nikol, Stadtmusikdirektor und Leiter der Stadtkapelle Rottweil wird die Tage ab Gründonnerstag hauptsächlich in der Kirche verbringen, da er auch Organist und Chorleiter ist. „Ich bin alle Tage schwer eingebunden in die Liturgie über Ostern. Das Osterfest ist für ihn etwas ganz Besonderes. „Ohne Ostern würde es unseren Glauben in der Form ja nicht geben. Und dadurch, dass ich schon mal ein Kind verloren habe, ist das mit der Auferstehung ganz wichtig für mich, auch wenn es manchmal schwerfällt mit dem Glauben. Ich versuche immer, ganz viel Hoffnung und Energie aufs Leben zu richten, das Leben kraftvoll zu leben und Energie auch an andere weiterzugeben.“ Am Ostersonntagmittag gibt es bei ihm ein großes Familien-Mittagessen, und am Ostermontag ist ebenfalls Familientag. „Alles dann etwas ruhiger“, sagt er.