Die Sängerinnen und Sänger des Geislinger Kirchenchors St. Ulrich. Foto: Koch

Katholiken der Kirchengemeinde St. Ulrich Geislingen haben an Ostern festliche Gottesdienste unter Mitwirkung des Kirchenchors gefeiert. Das "Halleluja" von Händel ertönte dabei zum 74. Mal.

Geislingen - Mit Gottesdiensten und liturgischen Feiern haben die Gläubigen in Geislingen die Kar- und Ostertage begangen. Angefangen hatten die festlichen Tage mit der Palmweihe durch Dekan Pater Augusty am Palmsonntag auf dem Schlossplatz und dem anschließenden Gottesdienst in der Kirche. Am Gründonnerstag feierte die Seelsorgeeinheit Am kleinen Heuberg im Gedenken an die Einsetzung des Abendmahls einen zentralen Gottesdienst in der St.-Ulrich-Kirche in Geislingen, der durch den Kirchenchor mitgestaltet wurde.

Kreuzwegandacht

Am Karfreitag fand am Vormittag eine Kreuzwegandacht für Jugendliche und Erwachsene statt. Am Nachmittag wurde in der Karfreitagsliturgie des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Auch diese liturgische Feier wurde vom Kirchenchor mitgestaltet. Am späten Karsamstag-Abend feierte die Gemeinde in der Osterliturgie mit der Feuer- und Taufwasserweihe den Sieg Christi über den Tod und seine Auferstehung. In diesem Gottesdienst wurde die prächtige Osterkerze, die traditionell von Margarete Joos gestaltet wird, zum ersten Mal entzündet. Die Männerschola des Kirchenchors St. Ulrich verlieh dieser Messe zusätzlich eine feierliche Note.

Raupe und Schmetterling

Der Festgottesdienst am Ostersonntag war gut besucht. Diakon Reiner Dehner ging in der Predigt auf die Symbolik der Raupe und des daraus entstehenden Schmetterlings ein und zog Vergleiche zum Leben der Christen mit dieser Verwandlung. Auch für die Christen sollte der vermeintliche Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen, besseren Lebens sein. Der Kirchenchor verlieh auch diesem Festgottesdienst mit der Aufführung der "Missa brevis", besser bekannt als "Kleine Orgelsolo-Messe" von Joseph Haydn eine ganz besonders Note. Die schlicht und kurz gehaltene Messe wurde für vierstimmigen Chor, Orgel sowie zwei Violinen und Cello oder Kontrabass geschrieben. Wegen der Einfachheit der musikalischen Mittel bei gleichzeitiger hoher melodischer Ausdruckskraft, gehört diese Messe zu den meistaufgeführten kirchlichen Werken von Joseph Haydn. Auf die Begleitung durch Streicher wurde auch dieses Jahr verzichtet, sodass die Messe nur durch Albert Wochner an der Orgel begleitet wurde.

"Halleluja" als Schlusspunkt

Auch dieses Jahr setzte das "Halleluja" aus Händels "Messias" einen markanten Schlusspunkt. Seit 1948 wird dieses Stück im Hauptgottesdienst an Ostern aufgeführt, und mit nur zwei Ausnahmen ist dieses Werk inzwischen fester Bestandteil des Ostergottesdiensts in der Kirche St. Ulrich. Dieses Jahr wurde dieses Werk zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder vom kompletten Chor aufgeführt, unterstützt durch den Organist Albert Wochner und zwei Bläser des Geislinger Musikvereins.