Die besondere Atmosphäre macht’s: In Scharen kommen die Besucher zum ersten Ostermarkt der heimischen Hobbykünstler.
Punkt 11 Uhr öffneten sich am Samstag die Türen der „Harmonie“. Danach dauerte es nur wenige Minuten, bis die ersten „Wunderfitzigen“ das ehrwürdige Gemäuer betraten – ganz zur Freude der Initiatorin und Vorsitzenden des Hobbyclubs, Ute Koch.
Schon nach einer halben Stunde zog sie ein erstes, positives Zwischenfazit: „Es läuft erstaunlich gut.“
Sie habe nämlich befürchtet, dass viele Geislinger das schöne Wetter nutzten, um im Garten zu werkeln. Doch ihre Mitbürger ließen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich.
Alte Hasen und neue Talente
Es wurde schließlich auch einiges geboten: Viele „alte Hasen“, aber auch neue Talente, die bislang nur für sich im stillen Kämmerlein werkelten, präsentierten ihre Kunst.
Weil die Kreativität anscheinend keine Grenzen kennt, erstreckte sich der Markt nicht nur auf den Bürgersaal, sondern auch auf das Dachgeschoss.
Ostern kann kommen
Fast alles drehte sich um Eier, Blumen, Hasen, Hühner und anderes Getier, in verschiedenen Größen, Farben und Ausführungen. In der Sonnenstadt kann Ostern kommen, denn viele Hingucker wechselten die Besitzer.
Darunter waren bemaltes Porzellan, Gläser, Häkelfiguren, Kerzen, Grußkarten, Strick-, Näh-, Säge- und Drechselarbeiten, Schmuck, Dekoratives aus Epoxidharz und Keramik, geflochtene Körbe, Weidenkugeln und Kränze. Viele handgefertigte Produkte „made in Geislingen, Binsdorf und Erlaheim“ werden auf Regalen und in Vitrinen stehen, die Festtagstafeln schmücken und Haustüren und Fenster zieren.
Nette Atmosphäre
Zum ersten Mal war Marion Schuler mit von der Partie. Ihr gefiel der Markt auf Anhieb: „Es gibt viele schöne Sachen, für jeden ist etwas dabei.“ Sie hatte alle Hände voll zu tun, denn auch ihre vielfältigen Dekorationen aus Beton stießen auf großes Interesse.
Anette Schädle ist dagegen „Mehrfachtäterin“. „Geislinga ischd halt Geislinga“, schwärmte sie über die Atmosphäre. Die Leute seien alle nett.
Neben den beiden stellten auch Alexander Gulde, Kurt Huonker, Brunhilde Schädle, Daniela Steinbrecher, Gaby Holike, Marina Lohr-Schmid, Angelina Reindler, Melissa und Sabrina Grandy, Margarita Schlaich, Roswitha Schilling, Elke Dengler und der Strickkreis des Fördervereins St. Ulrich aus. Und Ute Koch selbst, die „Mutter“ des Markts.
Der Ausschuss sei von der Idee begeistert gewesen, zumal sich viele Hobbykünstler mit Osterdekorationen beschäftigten. Und die könne man im Herbst oder auf dem Adventsmarkt schlecht anbieten.
Fotokunst und Diaschau
Im Gewölbekeller gab es eine Schau für alle, die der Fasnet nachtrauerten. Der Ur-Geislinger und Hobbyfotograf Willy Schreiber, der auch für den Schwarzwälder Boten tätig ist, zeigte mehr als 2000 Bilder von den diesjährigen Umzügen in Geislingen, Binsdorf und Erlaheim – untermalt von verschiedenen Narrenmärschen. Nicht wenige hätten wohl am liebsten noch einmal mitgejuchzt.
Schreiber ist ein Tausendsassa, seit Jahrzehnten schon mit der Kamera unterwegs, nicht nur während der fünften Jahreszeit, sondern auch bei vielen anderen Vereinsaktivitäten. Und er fotografiert Landschaften, die er gegen eine Spende für den Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen unters Volk brachte. N
Der Fotograf Bernd Müller hatte ebenfalls einen Stand im Untergeschoss. Er machte Porträtbilder mit der „Harmonie“ im Hintergrund. Wer wollte, konnte auch die Iris des eigenen Auges ablichten lassen.
Nächste Künstlergeneration
Für die jungen Besucher – vielleicht die nächste Generation Hobbykünstler – war ebenfalls etwas geboten. Sie durften zusammen mit Mitgliedern der Geislinger Kolpingjugend Osterdekorationen basteln.
Nebenan sorgten der Förderverein St. Ulrich mit Unterstützung der Kolpingsfamilie für Stärkung in Form von süßen Leckereien und würzigen Pfefferbeißern. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, die nach einer Wiederholung schreit – und die soll es laut Ute Koch auch geben.