Dickwandige Formen sind nötig, um die filigranen Zuckergebilde entstehen zu lassen. Foto: Jansen

Die Osteraktion im Schlossmuseum Altensteig startet am Mittwoch, 18. März. Neben farbenprächtigen Ostereiern gibt es auch eine besondere Ausstellung: Zuckerhasenformen.

Österliches Flair zieht sich durch das Museum Altensteig: Ostereier verschiedener Größe und Farbe stehen in den Vitrinen, das Schloss wurde mit Blumen und Osterdeko geschmückt.

 

Die bunte, kunstvolle Ostereiersammlung stammt aus dem Fundus des Museums, nachdem die große beliebte Osterausstellung vor etwa zehn Jahren dem Rotstift zum Opfer fiel, wird seit 2021 das Museum wieder österlich geschmückt – mit zunehmendem Umfang, berichtet Leitung Xanth Seltenreich.

Traditionelle Schleckerei steht im Zentrum

Dieses Jahr wird die Aktion äußerst „zuckerhaltig“ – denn in der Sonderausstellung werden Zuckerhasenformen gezeigt – samt dazugehöriger Zuckerhasen. Die traditionelle Schleckerei aus Süddeutschland dürfte vor allem den Älteren noch in Erinnerung sein: kristalline, Hasen, häufig in Rot – die Farbe steht für Leben und Liebe Christi – in allen möglichen Formen und vollständig aus Zucker. Manche zeigen sich in gewöhnlichen Hasenpositionen, andere sind bei unrealistischen Angelegenheiten zu sehen, etwa beim Eiertragen.

Entstanden ist das in der Zeit der Industrialisierung um 1850, als Zucker großflächig angebaut und somit zum erschwinglichen Massenprodukt wurde. Das rief auch Süßwarenproduzenten auf den Plan.

Heute ist die Herstellung von Zuckerhasen selten geworden, bevorzugt werden Schokoladenhasen zu Ostern. Doch in Altensteig werden die filigranen Figuren noch hergestellt.

Traude Flaig (rechts) hat für das Museum Zuckerhasen und andere Zuckerformen ausgebacken. Foto: Jansen

Traude Flaig vom „süßen Laden“ kooperiert deshalb mit dem Museum. Dank ihr können Besucher auch sehen, welches Produkt die Formen hervorbringen: Sie hat mit den Formen Zuckerfiguren gegossen. Dabei sind nicht nur Hasen: Osterkörbchen, Schafe, Pferde, sogar Motorräder können in den dickwandigen Aluminium-Gussformen entstehen.

Die Vielfalt soll auch im Museum deutlich werden. Acht Stationen sind aufgebaut worden. Dabei wird unter anderem dargestellt, wie sich die Gussformen entwickelt haben, wie die Karriere der „Zuckerhasen“ verlief, wie diese hergestellt werden und natürlich, welche „normalen“ und besonderen Formen von Zuckerfiguren es gibt.

Zuckerhasen werden bei extremen Temperaturen gegossen. 150 Grad Celsius heiß muss der süße Stoff sein, dann wird er sofort in die Form gegossen – am kalten Metall kristallisiert er. Diese Temperaturen muss die Form aushalten – und die Zuckerbäckerin muss ein gutes Gefühl dafür haben, wann er fest genug ist, aber noch nicht zu erstarrt, um an der Form zu kleben.

Formen werden heutzutage gar nicht mehr hergestellt

Die Formen sind in jeglicher Hinsicht historisch. Denn heutzutage werden Zuckerhasenformen gar nicht mehr hergestellt, erläutert Flaig. Sie tauchen dann etwa bei Wohnungs- oder Konditoreiauflösungen auf, lagern in Kellern. Auch die Figuren im Museum haben ein Jahrhundert gesehen. Sie stammen alle aus dem Besitz der Konditor-Familie Krauter und wurden über vier Generationen hinweg genutzt.

Neu nicht mehr verfügbar: Zuckerhasenformen. Foto: Jansen

Der Leihgeber, Dieter Schenk, ist Sprössling dieser Familie und hat dem Museum die Formen als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Über den Heimat- und Geschichtsverein entstand der Kontakt zum Museum. Persönlich treffen können ihn Interessierte am 18. März, 29. März und 1. April.

Osterhasensuche und Schlaukopf-Tour für Kinder

Natürlich gehört zu Ostern auch eine Suche. Kinder, die alle weißen Gipshasen im Museum entdecken, können an der Kasse eine „süße Belohnung“ abholen. Auch eine Schlaukopftour mit Quizfragebogen gibt es – als Preis winkt der offizielle „Schlaukopf“-Button. Während der Osterausstellung können auch Zuckerhasen „made in Altensteig“ an der Kasse erworben werden.

Öffnungszeiten

Die Osteraktion mit Zuckerhasenausstellung öffnet am Mittwoch, 18. März. Das Museum ist jeweils mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.