Bürgermeister Ryyan Alshebl überreicht der Witwe von Rainer Sixt, Nadine Sixt die Urkunde zur Ehrung ihres Ehemanns als Ehrenbürger der Gemeinde Ostelsheim. Foto: Jeanette Tröger

Er hat die Gemeinschaft in Ostelsheim geprägt. Nun wurde Rainer Sixt posthum beim diesjährigen Neujahrsempfang zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.

„Gemeinschaft“ war der rote Faden des Ostelsheimer Neujahrsempfangs. Gleich zu Beginn sprach Bürgermeister Ryyan Alshebl posthum einem Mann, der diese Gemeinschaft über Jahrzehnte in vielfältiger Weise geprägt hat, eine besondere Ehrung zu.

 

Ostelsheim habe keine „alltägliche Tradition“, was die Ehrenbürgerschaft angehe.

„Wir gehen mit dieser höchsten Auszeichnung unserer Gemeinde behutsam um. Aber es gibt Momente und es gibt Persönlichkeiten, die uns als Gemeinderat und als Bürgerschaft innehalten lassen“, sagte Alshebl. „Heute ist so ein Moment. Wir ehren heute einen Mann, der Ostelsheim über Jahrzehnte nicht nur begleitet, sondern zum Klingen gebracht hat: Rainer Sixt.“

Er hat das Dorf geformt

Ein ganz besonderer Moment auch für die versammelten Bürger, das war in der Halle förmlich greifbar.

Der plötzliche Tod von Rainer Sixt im vergangenen Jahr „hat eine Lücke gerissen, die wir heute noch spüren.“ sagte der Bürgermeister. „Wenn wir heute über Rainer sprechen, dann sprechen wir über ein Lebenswerk, das tief in unserer Heimat verwurzelt ist.“

Von Kindesalter an hat er Ostelsheim geprägt

Sixt habe als Kind Ostelsheims nicht nur im Dorf gelebt, sondern das Dorf geformt. „Wer an Rainer denkt, der denkt unweigerlich an den Posaunenchor, an die Musik und an eine ganz besondere Art der Gemeinschaft.“

Der Gemeinderat hat im Vorfeld des Neujahrsempfangs einstimmig beschlossen, Rainer Sixt für sein Engagement zum Ehrenbürger zu ernennen.

Über Jahrzehnte engagiert

Sixt war fast 30 Jahre Mitglied des Posaunenchors, davon 25 Jahre sein Leiter. Auch als Kirchengemeinderat und Jungscharbetreuer hat er sich in der Kirchengemeinde über viele Jahre engagiert.

Das Harmonikaorchester Ostelsheim (HOO) und die Stubenmusik sind untrennbar mit seinem Namen verbunden. 51 Jahre war er Teil des Orchesters, davon 27 Jahre als sein Dirigent, die Stubenmusik hat er seit 1978 mitgeprägt. Und er hat viele Ostelsheimer Kinder und Jugendliche als Musiklehrer und Ausbilder für die Musik begeistert.

Weit mehr als ein Musiker

Dabei war er weit mehr als nur der musikalische Kopf dieser Ensembles. „Er war ein Mentor. Rainer war jemand, der die Gabe besaß, Menschen zusammenzuführen.“ sagte der Schultes.

Es geht nur gemeinsam

Sixt wusste: Ein Orchester funktioniert nur, wenn man aufeinander hört, es geht nur gemeinsam. „Er war ein Brückenbauer zwischen den Generationen. Er hat jungen Menschen gezeigt, dass es sich lohnt, dranzubleiben, und er hat den Erfahrenen den Respekt gezollt, den sie verdienen“, würdigte Alshebl den zum erst zweiten Ehrenbürger der Gemeinde nach Emil Fessler Ernannten.

Ein Zeichen der Dankbarkeit

Der Bürgermeister überreichte der Witwe des Geehrten die Ehrenbürger-Urkunde als Zeichen der Dankbarkeit, das über den Tod hinaus Bestand hat. Die Halle bestätigte dies mit einem langen Applaus.

„Liebe Nadine Sixt, du hast diesen Weg an Rainers Seite getragen. Du hast sein unermüdliches Engagement mit allen Entbehrungen und Freuden unterstützt.“ Er wisse, wie schwer dieser Moment heute für sie sei, machte Alshebl deutlich „Aber ich möchte, dass du und deine Familie wisst: Rainer hat einen festen Platz in der Geschichte und im Herzen unserer Gemeinde.“

Mit und für Musik geehrt

Als „wirklich sehr symbolisches Geschenk, als Zeichen unserer tiefen Verbundenheit“ überreichte er Nadine Sixt einen gerahmten goldenen Taktstock: Und die Jungs der Band „Kuglfuhr“, die aus dem HOO erwachsen ist, spielten „zu Ehren von Rainer“ eines seiner Lieblingslieder: „Neues Leben“, auch das ein ganz besonderer Moment.