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Ostelsheim Zeichen für Schutz und gegen Gewalt

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Der Ostelsheimer Arbeitskreis Asyl nimmt mit einem kreativ gestalteten Stuhl an der Kampagne "Platz für Asyl in Europa" teil. Foto: Bausch Foto: Schwarzwälder Bote

Am 15. Mai findet in Stuttgart die Aktion "Platz für Asyl in Europa" statt. An dieser von der Diakonie Württemberg initiierten Kampagne anlässlich der Europawahl und des Weltflüchtlingstages beteiligt sich auch der Arbeitskreis (AK) Asyl Ostelsheim.

Ostelsheim. Im Untergeschoss des evangelischen Gemeindehauses der Gäugemeinde riecht es nach Farbe und Klebstoff. Mitglieder des AK Asyl haben sich eingefunden, um gemeinsam einen schlichten Holzstuhl kunstvoll zu gestalten. Denn am 15. Mai werden in der Schwabenmetropole möglichst viele individuell gestaltete Stühle aufgestellt werden. "Jeder Asylstuhl zeigt, wie groß das Engagement für Asyl in der Gesellschaft ist und dass Menschen bereit sind, Fremde aufzunehmen", unterstreicht Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg. Jeder Stuhl solle symbolisch zeigen, dass Asylsuchende hier einen Platz haben.

Nach kurzer Beratung fällt Wahl auf Exemplar zum Klappen

Drei schlichte Holzstühle stehen heute bei der Ostelsheimer Kreativaktion zur Auswahl. Nach kurzer gemeinsamer Beratung fällt die Entscheidung für einen einfachen Klappstuhl aus Holz, der schließlich das Rennen macht. Doch vor der Teilnahme am Aktionstag muss dieses Sitzmöbel noch ansprechend gestaltet werden. Er wird später einer von mehr als 900 Stühlen sein, die in Stuttgart präsentiert werden. Zunächst sammeln die Teilnehmer Vorschläge.

Dann beginnen sie ihre kreative Arbeit. Es gilt, den Stuhl durch ansprechende Farben zu verschönern. Dazu wird zunächst seine Rückenlehne angemalt und an- schließend mit Symbolen beklebt. In der Mitte der Lehne wird ein durch zwei Hände geformtes Herz angebracht.

Kurze Textbotschaften gegen Rassismus und Ausgrenzung

An dessen Seiten sind eine Weltkugel mit der Bezeichnung "Eine Welt" und ein lächelndes Mädchen zu sehen, das ein Herz hoch hält. Später werden kurze Texte auf bunte Pappstreifen geschrieben und auf die inzwischen ebenfalls bemalte Sitzfläche des Stuhles geklebt. Sätze wie "Gemeinsam etwas bewegen", "Gegen Rassismus und Ausgrenzung", "Helft mit" und "Nicht gestern, nicht morgen, heute ist die Zeit die Welt zu verändern" sind da zu lesen. "Am 15. Mai nehme ich den Stuhl einfach unter den Arm und fahre mit der S-Bahn nach Stuttgart", kündigt Pfarrerin Heike Ehmer-Stolch an. Voraussichtlich wird sie von einigen Ostelsheimern begleitet werden, die ebenfalls an der Großveranstaltung "Platz für Asyl in Europa" teilnehmen möchten.

Mindestens 400 Stühle zusammenzubekommen, lautete das Ziel. Inzwischen sind nach Angaben der Diakonie Württemberg 925 Exemplare für die Aktion am 15. Mai angemeldet. "Als Christinnen und Christen machen wir uns stark für den Flüchtlingsschutz und eine offene demokratische Gesellschaft", unterstreicht Kaufmann. Er verweist darauf, dass mit der Idee der Asylstühle eine alte Tradition in Süddeutschland aufgenommen wird. Asylsteine und -kreuze habe es in früheren Zeiten an verschiedenen Stellen des Landes gegeben. In der Mauritiuskirche im Reutlinger Stadtteil Betzingen gebe es sogar einen Asylstuhl aus dem Mittelalter. "Der Sinn der mittelalterlichen Asylstätten war es, Menschen vor will- kürlicher Gewalt zu schützen und eine Behandlung nach Recht und Gesetz zu gewährleisten", äußert sich Oberkirchenrat Kaufmann. Die Mitglieder des Ostelsheimer AK Asyl sind sich bewusst, dass die Kampagne eventuell auch missverstanden werden könnte. "Wir sehen die Aktion nicht unkritisch, denn es ist auch unsere Überzeugung, dass wir nicht alle Menschen bei uns aufnehmen können. Aber denen, die schon da sind, wollen wir ein würdiges Dasein ermöglichen und ihnen bei der Integration helfen", heißt es auf der Homepage des Vereins.

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