Ostelsheimer Lebensmittelgeschäftes "nah und gut" schließt nicht völlig unerwartet zum Jahresende
Von Hans-Jürgen Hölle
Ostelsheim. So ganz überraschend kommt die Nachricht ja nicht. Aber für Bürgermeister Jürgen Fuchs ist die Schließung des Ostelsheimer Lebensmittelgeschäftes "nah und gut" eine "Katastrophe und ganz übel für den Ort."
Unlängst hatte ihn der Vorstandschef der Verbrauchergenossenschaft Calw, Stefan Zimmermann, über die beabsichtigte Maßnahme informiert. Bei der Generalversammlung am Donnerstagabend tat er das auch ganz offiziell.
Am 31. Dezember ist in dem Lebensmittelgeschäft Schluss. Zimmermann machte dafür wirtschaftliche Gründe verantwortlich. Der Laden sei mit einer Verkaufsfläche von 250 Quadratmetern einfach zu klein. Bundesweit würden sich Größen zwischen 100 und 499 Quadratmetern mit einem durchschnittlichen Negativwachstum von 4,7 Prozent schon längst nicht mehr rechnen. Auch in Ostelsheim sei das der Fall. Immerhin würde durch die Schließung kein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlieren. Die Genossenschaft setze ihre qualitative Expansion fort – allerdings an anderen Orten (siehe Calwer Aufschlagseite).
"Wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, wird der Nah-und-gut-Lebensmittelmarkt in der Hauptstraße von Ostelsheim für immer seine Pforten schließen", stand in unserer Zeitung schon im August zu lesen. Und dass die Existenz des Dorfladens bereits vor einiger Zeit auf der Kippe gestanden ist. Das kleine Wunder ist nicht geschehen, obwohl die Ostelsheimer Gemeindeverwaltung danach in regem Austausch mit der Verbrauchergenossenschaft stand. Und sich, wie der Bürger gestern betonte, auch nach anderen Lösungen umgeschaut hat.
"Aber wenn die Bilanz der Genossenschaft so ist wie sie ist, dann finden wir wohl auch keinen anderen Betreiber", sagte er. Derzeit hänge man auf jeden Fall total in der Luft, obwohl man auch den Kontakt zu möglichen anderen Betreibern gesucht hätte. Solange das Feuer noch brennt, bestehe ja bekanntlich noch Hoffnung. Aber allzu groß sei die nicht mehr.
Das Lebensmittelgeschäft in Ostelsheim hatte Anfang der 90er-Jahre eröffnet. Damals war das noch ein Coop-Laden. Von der heutigen Verbrauchergenossenschaft wurde es weitergeführt, als es später in einen "Neukauf" umfirmierte. Mit der Namensänderung zu "nah und gut" und einem damit verbundenen kleineren Sortiment wurde versucht, den Laden zu sichern. Vergebens.
Jürgen Fuchs kennt einen Grund: "Man kann zwar dafür werben, im Ort einzukaufen. Wenn das aber nicht getan hat, dann ist halt nichts zu machen."