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Ostelsheim Eltern müssen tiefer in die Tasche greifen

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Ab Oktober müssen die Eltern mehr für den Besuch ihrer Kinder in der Kita Kunterbunt bezahlen.Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Kindergartengebühren sind ein Reizthema, wie jüngst in der Diskussion des Gemeinderats deutlich wurde. Letztendlich stimmte das Gremium für eine Erhöhung. Zudem wurde ein Mehrbedarf an Plätzen erkannt. Die Darstellung der Zahlen der Bedarfsplanung sorgten jedoch für Stirnrunzeln.

Ostelsheim. Es wird für Eltern teurer, ihre Kinder in Ostelsheim in die Kita Kunterbunt zu schicken. Je nach Betreuungsumfang werden ab Oktober bis zu neun Euro mehr pro Monat fällig. Der Gemeinderat folgt damit dem Vorschlag der Verwaltung, welche sich dabei auf Empfehlungen von Landesverbänden stützt.

Es gebe ein vorbildliches Betreuungsangebot im Ort, meinte Bürgermeister Jürgen Fuchs in der Gemeinderatssitzung. Man wolle dies erhalten. Dafür sei eine Gebührenerhöhung notwendig. Fuchs sah diese als verschmerzbar an.

"Alle Eltern zusammen müssen 4000 Euro im Jahr mehr bezahlen", erklärte der Rathauschef. Wenn man sich die Kosten abzüglich der Landeszuschüsse anschaue, kämen die Eltern über die Gebühren für etwa 14 Prozent auf. Den übrigen und größeren Anteil bezahle die Allgemeinheit der Ostelsheimer Bürger. Der Betrieb kostet pro Jahr etwa 1,39 Millionen Euro, wie den Zahlen der Verwaltung zu entnehmen ist.

Prozentual teurer

Wer sein Kind in die verlängerte Öffnungszeit schickt, bezahlt zukünftig drei Euro mehr pro Monat. In der Kleinkindbetreuung beläuft sich die Erhöhung auf neun Euro pro Monat. Schickt man mehrere Kinder in die Einrichtung, fällt die Erhöhung der Gebühren pro Kind geringer aus. Nimmt ein Kind die Ganztagsbetreuung in Anspruch, wird es entsprechend prozentual teurer.

Schlechte Zeiten

Die Gemeinderäte der Liste "Unser Ostelsheim" argumentierten gegen die Erhöhung. Daniel Stückel sprach von einer Anhebung zur Unzeit. Vielen Eltern ginge es aufgrund von Kurzarbeit wirtschaftlich schlecht. Dass sich der Gemeinderat jetzt eine Gebührenerhöhung anmaße, passe da nicht ins Bild. Tobias Cascio fügte hinzu, das es viele Alleinerziehende oder Arbeitslose gebe. Für diese sei auch eine geringe Erhöhung schwer zu stemmen. Die Gemeinde solle den Fehlbetrag ausgleichen. Alexander Ziegler regte an, die Gebühren zukünftig für mehrere Jahre zu kalkulieren. In anderen Bereichen sei ein solches Vorgehen schließlich auch möglich.

Michael Dürr (FWV) zeigte Verständnis für die Bedenken. Aber das Personal solle anständig bezahlt werden. Deshalb sei eine Erhöhung vertretbar. Rudi Schlienz (FWV) erinnerte an die 300 Euro, welche alle Eltern als Corona-Hilfe bekommen hätten. Davon könne man auch eine solche Erhöhung bezahlen.

Klaus Richter (FWV) bemerkte, dass die Gebühren im Vergleich zu anderen Kommunen höher seien. Man müsse besser kommunizieren, warum es soviel Geld koste. Er sei sicher, das gute Angebot sei es wert. Matthias Kröner (UL) warf ein, dass die Gebühren immer noch unter den Vorgaben der Landesverbände lägen. Letztendlich entschied sich das Gremium für die Erhöhung. Dagegen stimmten die Räte Cascio, Stückel und Ziegler (alle UO). Christine Schweizer (FWV) enthielt sich.

Anschließend wurde die Bedarfsplanung der Kita beraten. Leiterin Susann Schecher erklärte den Räten, dass eigentlich alle Gruppen voll besetzt seien. Deshalb strebe man eine neue halbe Gruppe ab Januar an, wofür dann mehr Personal benötigt werde. Die Zahlen der Verwaltung zeigten, dass die 114 Plätze im August nächsten Jahres allesamt besetzt seien.

Unverständliche Vorlage

Vor allem Christine Schweizer (FWV), selbst Kindergartenleiterin in Deckenpfronn, störte sich an einer unverständlichen Aufbereitung des Zahlenwerks. Auch andere Räte stimmten ihr diesbezüglich zu.

Schweizer wollte wissen, ob der Mehrbedarf an Plätzen nicht durch eine kurzzeitige Überbelegung oder durch Umstrukturierung der Arbeitszeiten eine Forderung nach mehr Personal nicht obsolet werde. Sie befürchte, dass man sowieso kein Personal bekomme. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei angespannt. Und was mache man mit den Kindern, wenn man keine neuen Erzieherinnen finde, wollte sie wissen.

Es finde ein stetiger Wechsel von Kindern zwischen den einzelnen Angeboten statt, versuchte sich Schecher zu erklären. Man müsse zudem den Zuzug ins Neubaugebiet berücksichtigen. Und eine Überbelegung, wenn auch kurz, sei nicht möglich. Schweizer war von diesen Antworten sichtbar wenig überzeugt. Ein betretenes Schweigen machte sich im Gemeinderat breit.

Tobias Cascio (UO) wollte wissen, was man tun könne, um etwaige Bewerberinnen anzulocken. Gutscheine seien eine Möglichkeit, so Schecher. Fuchs zeigte sich optimistisch: "Wir haben noch immer genug Erzieherinnen bekommen."

Die Abstimmung fiel schließlich zu Gunsten der neuen halben Gruppe und der dafür benötigten Personalbeschaffung aus – bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme.

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