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Ostelsheim/Calw Schneller Ausbau der Hesse-Bahn weiter ungewiss

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Der schnelle Ausbau der Bahnverbindung Calw - Weil der Stadt bleibt weiterhin ungewiss. Foto: Bausch

Ostelsheim/Calw - Es wird jetzt richtig spannend werden. Schon in wenigen Wochen wird das Ergebnis eines Pilotversuchs im Hirsauer Tunnel (am Fuchsklingen-Portal) mit dem sogenannten "Kammertrennsystem" beendet sein. Dann wird sich zeigen, ob die nach EU-Recht streng geschützten heimischen Fledermäuse ihren begrenzten Raum im oberen Bereich des Tunnels annehmen. Wenn alles funktioniert, geht der Projektleiter des Zweckverbands Hermann – Hesse – Bahn (ZVHHB), Michael Stierle, davon aus, dass der Naturschutzbund NABU dann seine Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof zurückziehen wird.

Skepsis im Gemeinderat

Der Geschäftsführer des ZVHHB war am Freitagabend nach Ostelsheim gekommen, um den Gemeinderat über den neuesten Stand zum Thema Hesse-Bahn zu informieren. Das zukunftsweisende Projekt ist beim Ostelsheimer Rat in der Vergangenheit immer wieder auf einige Skepsis gestoßen. Doch Stierle sprach nicht nur über Probleme beim geplanten Ausbau der stillgelegten Schwarzwaldbahnlinie Calw – Weil der Stadt, sondern verbreitete auch eine optimistische Stimmung. "Ich bin zuversichtlich, dass wir sukzessive die Verfahren abschließen können", bekräftigte er. Jedoch sehe er auch noch Probleme, die es zu lösen gelte, vor allem die umstrittene Fledermausproblematik und den Schutz der ebenfalls unter Artenschutz stehenden Steinkrebse im Gewann "Im Hau" bei Althengstett/Calw-Heumaden. "Wir wollen nicht prozessieren, sondern uns mit dem Nabu einigen", unterstrich der Calwer Verkehrsexperte für öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Nach vielem "Gerüttel und Gezänk" habe man es schließlich durch Vermittlung von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geschafft, sich mit dem NABU an einen Tisch und setzen und vernünftig zu reden. Wenn der derzeit laufende Versuch im Hirsauer Tunnel ein positives Ende findet, geht Stierle davon aus, dass der NABU seine Klage zurücknehmen wird.

Gemeinderat Matthias Kröner wollte wissen, was denn geschehe, wenn die Fledermauspopulation auf die Teilung des Tunnels nicht positiv reagieren würde. "Wenn das nicht geht, müssen wir uns etwas Neues überlegen", meinte Stierle. Dann käme es bestimmt wegen juristischer Auseinandersetzungen zu einer zeitlichen Verzögerung des ÖPNV-Projekts von vier bis fünf Jahren. Im Hinblick auf die angedachte Elektrifizierung der Strecke Calw - Weil der Stadt verwies der Manager auf den Koalitionsvertrag der Regierungsparteien im Land. In diesem stehe klar und deutlich: "Wir wollen Elektrifizierung!"

Aus der Mitte des Ratsgremiums wurde eine moderne Lösung für den Antrieb des Zuges durch Brennstoffzellen ins Gespräch gebracht. Dies würde es in Deutschland jetzt schon auf mehreren Strecken geben, wussten einige Räte. "Es ist die Frage, was ist schneller, die Fahrzeugentwicklung oder wir mit dem Bau der Hesse-Bahn?", schmunzelte Stierle und erzeugte damit im Saal allgemeine Heiterkeit. Die Frage, ob eine "Kammerlösung" in den Tunneln die Elektrifizierung ausschließe, beantwortete Stierle mit einem klaren "Ja". Gemeinderat Klaus Richter verwies darauf, dass man bei der jetzigen Planung ein völlig veraltetes Konzept habe, das deutlich hinterherhinke.

"Wir haben viele Möglichkeiten untersucht, jedoch bei keinem anderen Konzept die Kosten-Nutzenrechnung erreicht", hob Stierle hervor. "Aus meiner Sicht gibt es noch viele Fragezeichen", unterstrich Richter. Auf Anfrage teilte Stierle mit, dass für die bisherigen vorbereitenden Maßnahmen zum Ausbau der Bahnverbindung bisher 6,8 Millionen Euro ausgegeben wurden. In der Summe liege man in der Kostenrechnung allerdings immer noch bei den ursprünglich veran- schlagten 65 Millionen Euro.

Bei der Frage nach der Fertigstellung des Projekts wollte der ZVHHB-Geschäftsführer sich nicht auf einen Termin festlegen. Er kann sich jedoch im besten Fall vorstellen, dass, "wenn alles gut läuft", das ambitionierte Verkehrsinfrastrukturprojekt Ende 2021 fertiggestellt sein könnte.

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