Robert Müller ist seit knapp zwei Jahren Ortsvorsteher von Linach. Nun möchte er das Amt abgeben. Thema ist das am Mittwoch im Ortschaftsrat. Foto: Robert Müller

In Furtwangens kleinstem Ortsteil mit 140 Einwohnern bahnt sich ein Wechsel beim Amt des Ortsvorstehers an. Robert Müller möchte die Funktion weitergeben. Ein Nachfolger ist in Sicht.

Robert Müller wurde nach den Kommunalwahlen 2024 zum neuen Ortsvorsteher gewählt. Er trat damit die Nachfolge des langjährigen Ortsvorstehers Arno Ruf an. Und jetzt, quasi mitten in seiner Amtsperiode, möchte Müller das Amt abgeben. Warum?

 

„Das sind private Hintergründe“, erklärt der 50-Jährige. Sein Vater, der viel auf dem landwirtschaftlichen Hof geholfen habe, sei vergangenen September überraschend verstorben. Um die Arbeit nun zu schultern, er sei voll berufstätig und betreibe die Landwirtschaft im Nebenerwerb, könne er die Aufgaben als Ortsvorsteher nicht länger wahrnehmen, so Müller.

Ein Knackpunkt seien dabei auch die Uhrzeiten der Gemeinderatssitzungen, die um 18.30 Uhr begännen. „Das liegt voll in der Stallzeit“, sagt Müller, der um die Uhrzeit dann eben nicht abkömmlich sei. So habe er schon längere Zeit nicht mehr an den Gemeinderatssitzungen teilnehmen können. Das sei für einen Ortsvorsteher nicht gut, räumt er ein.

Windpark-Thema beschäftigt Linach

In der Januarsitzung sei er ausnahmsweise wieder im Gemeinderat gewesen, weil damals das auch für Linach wichtige Windpark-Thema behandelt wurde. Aber um informiert zu sein und mitreden zu können, wäre eine regelmäßige Teilnahme an den Stadtratssitzungen sinnvoll.

Es war gar nicht so einfach, einen Nachfolger zu finden, schildert Müller. Nach etwas Zuspruch und Überzeugungsarbeit könne man nun mit Philipp Hättich eine „interne Lösung“ präsentieren. Wenn kein Ortsvorsteher gefunden worden wäre, hätte die Gefahr bestanden, dass der Ortschaftsrat sich hätte auflösen müssen. Hättich ist bereits Mitglied des Ortschaftsrates. Er wurde 2024 neu in dieses Gremium gewählt.

Der Wechsel eines Ortsvorstehers gestaltet sich nicht ohne Hürden. Das Vorgehen habe mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes geklärt werden müssen, informiert Müller. Auch der frühere Bürgermeister Josef Herdner und jetzige Bürgermeister Florian Merz, ebenso die neue Hauptamtsleiterin Nicole Quendt seien hier unterstützend tätig gewesen.

Dem Ortschaftsrat bleibt er als Mitglied erhalten

Auch wenn er das Amt des Ortsvorstehers abgeben möchte, bleibt Müller dem Ortschaftsrat als Mitglied erhalten. Schon 15 Jahre, bevor er Ortsvorsteher wurde, war er Mitglied des Gremiums in Linach. Eigentlich hätte er den Ortschaftsrat wegen der verstärkten Arbeitsbelastung gerne ganz abgegeben. Aber es sei nicht möglich gewesen, einen Ersatz für ihn zu finden. Auch die Personen auf der Warteliste, die zu den Kommunalwahlen aufgestellt wurde, hätten nicht nachrücken wollen. Der Linacher Ortschaftsrat setzt sich aus vier Personen zusammen. Ohne Müller oder einen Ersatz wären es also nur noch drei Personen. Müller möchte nicht ausschließen, dass es dann Probleme mit der Beschlussfähigkeit des Gremiums gibt.

Da die Sitzungen in Linach um 20 Uhr beginnen, könne er das besser in Einklang mit seiner Arbeit auf dem Hof bringen.

Wenn Müller auf seine knapp zweijährige Zeit als Ortsvorsteher zurückschaut, nennt er als besonders wichtige Themen die Windparkpläne, aber auch die Arbeiten für das Kanalnetz und die Breitbandversorgung. Eigentlich sollten die Kanalarbeiten schon lange abgeschlossen sein. Aber bei der Arbeit durch die beauftragte Firma hätten sich Mängel gezeigt, weshalb sich der Abschluss verzögere. Deshalb werde sich auch der neue Ortsvorsteher mit diesem Thema noch befassen müssen.

In der nächsten Sitzung des Ortschaftsrates Linach am Mittwoch, 11. Februar, 20 Uhr, im Gemeindehaus steht auf der Tagesordnung „Wechsel im Amt des Ortsvorstehers“. Dann werde Philipp Hättich als neuer Ortsvorsteher vorgeschlagen. Der Gemeinderat werde sich mit dieser Personalie in seiner nächsten Sitzung befassen. Aber der Stadtrat werde den Vorschlag des Ortschaftsrates sicherlich absegnen, ist Müller gewiss, dass Philipp Hättich auch tatsächlich der neue Ortsvorsteher wird.