Yvonne Hess wird die neue Ortsvorsteherin in Hondingen, wenn der Blumberger Gemeinderat die Wahl im September bestätigt. Sie engagiert sich vielfältig. Foto: Bernhard Lutz

Ortsvorsteher Rolf Schwenk gibt sein Amt als Ortsvorsteher und somit den Vorsitz im Ortschaftsrat in Hondingen ab. Der Blumberger Gemeinderat muss die Wahl noch bestätigen.

Den Ortschaftsrat Hondingen soll künftig Yvonne Hess führen. Sie folgt dann auf Amtsinhaber Rolf Schwenk, der sein 2019 angetretenes Amt aus persönlichen Gründen abgeben will. Hess war Schwenks Stellvertreterin. Neuer stellvertretender Ortsvorsteher soll Axel Fluck werden, der bis zur Kommunalwahl 2024 auch weiter Schriftführer bleibt. Die Wahl muss der Blumberger Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung Ende September noch bestätigen. Rolf Schwenk bleibt Mitglied des Ortschaftsrates, dem außerdem Angelika Sitte, Sebastian Süß und Manuel Schneider angehören. Die Anwesenden quotierten die Wahl mit Beifall.

 

Die Wahl, die der frühere Hondinger Ortsvorsteher und jetzige Stadtrat Horst Fürderer leitete, erfolgte jeweils einmütig mit fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung der betroffenen Person. Das Interesse am Ortsgeschehen ist groß, rund 80 Hondinger kamen ins Gemeinschaftshaus.

Erster grüner Ortsvorsteher

Beim Punkt Neuwahl erklärte der scheidende Ortsvorsteher Rolf Schwenk, erster grüner Ortsvorsteher in Blumberg, persönliche Umstände nähmen ihn unerwartet so sehr in Anspruch, dass er beantragen müsse, aus dem Amt auszuscheiden.

Schwenk gab zunächst einen Rückblick. Bei der Wahl des Ortschaftsrats im Mai 2019 hätten vorab nur Ortschaftsrätin Yvonne Hess und er selbst ihre Bereitschaft bekundet, zu kandidieren. Es habe dann bis 25. September 2019 gedauert, weitere Mitglieder für den Ortschaftsrat zu finden. Bevor das neue Gremium sich richtig finden und seine Arbeit aufnehmen konnte, kam die Corona-Pandemie. Die Sitzungen konnten teilweise nur als Video-Konferenz stattfinden, „was die Arbeit erheblich erschwerte“. Nachdem der Ortschaftsrat in der Amtsperiode davor die Sanierung der Ortsdurchfahrt und die 1200 Jahr-Feier als größte Projekte bewerkstelligte, habe der jetzige Ortschaftsrat mit der Erschließung des Neubaugebiets Reutebuckweg und dem laufenden Ausbau der Glasfaseranschlüsse ebenfalls zwei Großprojekte zu meistern.

Rolf Schwenk tritt vom Amt des Ortsvorstehers aus persönlichen Gründen zurück. Foto: Bernhard Lutz

Der Ortsvorsteher betonte, es sei nicht möglich, es allen recht zu machen, die bürokratischen Hürden würden eher höher, und vom Weltgeschehen mit der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und dem Klimawandel „sind wir alle betroffen“, jeden Tag aufs Neue. Dies führe in Teilen der Bevölkerung zu einer Unzufriedenheit, die sich auch in der politischen Arbeit niederschlage. Umso mehr gelte es deshalb, die Zukunft positiv zu gestalten. Die Anwesenden quittierten das mit Beifall.

Gemeinderat berät im September

Vor der Wahl fragte Stadtrat Horst Fürderer die Mitglieder des Ortschaftsrates, ob sie den Ablehnungsgrund des Ortsvorstehers akzeptierten, was bei fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung der Fall war. Der Gemeinderat, so Fürderer, müsse dann in seiner Sitzung im September den Antrag des Ortsvorstehers ebenfalls diskutieren.

Dann äußerte sich Fürderer zum Thema unechte Teilortswahl. Der Blumberger Gemeinderat habe sich Gedanken gemacht, wie es weitergehen solle. Fürderer betonte, das bedeute nicht, dass es keinen Ortschaftsrat mehr geben werde. Das Thema sei aufgeschlagen, weil die Kommunalwahl 2019 in Tauberbischofsheim angefochten wurde, weil eine Bürgerin ihren einwohnerstarken Stadtteil Impfingen unterrepräsentiert sah. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gab der Bürgerin recht, im Februar 2023 musste in Tauberbischofsheim deshalb erneut gewählt werden, Impfingen erhielt einen Sitz mehr im Rat. Im Blumberger Gemeinderat habe Hondingen mit rund 600 Einwohnern ebenso einen Sitz, sagte Horst Fürderer, wie Epfenhofen mit rund 250 Einwohnern, wie der anwesende Ortsvorsteher Daniel Hallaj erklärte. Es sei immer schwieriger, Kandidaten zu finden. In der Region seien alle ein bisschen nervös geworden, weil Hüfingen die bereits abgeschaffte unechte Teilortswahl wieder reaktiviert habe, so Fürderer. Die unechte Teilortswahl sei nicht ganz einfach, dadurch gingen auch viele Stimmen für die Listen verloren. Bei der Kommunalwahl 2024 bleibe es in Blumberg bei der unechten Teilortswahl.

Zur Person

Yvonne Hess (56)
ist nach der früheren Riedöschinger Ortvorsteherin Ingrid Scheyer im Raum Blumberg die zweite Frau in diesem Amt. Sie ist verheiratet, hat drei erwachsene Söhne. Seit 2009 ist sie im Ortschaftsrat Hondingen, seit 2019 ist sie stellvertretende Ortsvorsteherin. Davor hat sie sich schon mehrfach engagiert, als Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule Riedöschingen, die auch die Hondinger Schüler besuchen, hatte sie sich unter anderem für bessere Busverbindungen eingesetzt, und sie engagierte sich im Elternbeirat der Realschule Blumberg.