Freut sich auf seine neuen Aufgaben: der neue Neunecker Ortsvorsteher Marco Schillinger vor dem Neunecker Rathaus. Foto: Waltraud Günther

Mit Vorfreude, Elan und Zuversicht geht der neue Neunecker Ortsvorsteher Marco Schillinger sein Amt an.

Der 32-jährige Marco Schillinger wurde sowohl zum Neunecker Ortsvorsteher als auch zum Ortschaftsrat Neuneck und Gemeinderat Glatten gewählt, jeweils mit hoher Stimmenzahl – beziehungsweise einstimmig.

 

Dabei hatte der in Horb geborene und in Neuneck aufgewachsene junge Mann diese Ehrenämter „bis vor einem halben Jahr nicht direkt auf dem Schirm“, wie er bekennt. Denn zusammen mit seiner Ehefrau Katharina wohnt er erst wieder seit 2024 in Neuneck, im neu erworbenen Eigenheim im Schlossgraben.

Wie Schillinger berichtet, ist er schon bald danach gebeten worden, sich für die Kommunalwahlen zur Verfügung zu stellen. Seine Entscheidung war schnell gefallen, denn er hatte sich doch schon lange vorgenommen, sich bürgerschaftlich zu engagieren.

Großvater als Vorbild

Bewogen dazu habe ihn, so der neue Ortsvorsteher, vor allem das Vorbild seines verstorbenen Großvaters Willy Morlok. Dieser habe sich, so erinnert sich der Enkel stolz, in und rund um Neuneck um das Gemeinwohl und die Vereine verdient gemacht.

„Vermutlich hätte sich mein Opa sehr über meine unerwartet hohe Stimmenzahl und die neuen Aufgaben gefreut“, so Schillinger. Vorbilder habe er aber auch seitens der Glattener Verwandtschaft seiner Frau Katharina; auch bei Familie Koch sei ehrenamtliches Engagement selbstverständlich.

Er selbst freut sich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen: „Für mich ist es eine Ehre, dass mir das die Leut’ zutrauen.“ Seinem Amtsvorgänger Frank Eisen zollt Schillinger großen Respekt: „Was der Frank da die letzten zehn Jahre geleistet hat, ist aller Ehren wert. Das hat ihn sicherlich viel Zeit und Nerven gekostet.“

Zur Verdeutlichung verweist er auf das erst kürzlich beendete Neunecker Großprojekt und zeigt auf den neuen Dorfplatz mit dem sanierten kleinen Rathaus samt Feuerwehrremise, Back- und Schlachthäusle und den neu angelegten Kinderspielplatz. Das Ensemble des neuen Dorfplatzes wird abgerundet durch einen überdachten kleinen Versammlungsplatz samt Wasserbrunnen und Car-Sharing-Station.

„Ein schöner Flecken“

Mit Blick auf das ehemalige Schulhaus, das als Gemeinschaftshaus genutzt wird, die Reste des Neunecker Schlosses, das zwischen 1230 und 1260 oberhalb des Ortes gebaut wurde, und auf die erst kürzlich renovierte Georgs- und Marienkirche schwärmt Schillinger: „Neuneck ist ein schöner Flecken. Deshalb sind meine Frau und ich auch wieder hergezogen.“

Allerdings beabsichtigt der neue Ortsvorsteher nicht, sich auf den Lorbeeren seines Amtsvorgängers auszuruhen, vielmehr möchte er, gemeinsam mit den 235 Neuneckern, versuchen, den Ortsteil weiterzubringen: „Es wäre schön, wenn wir mal wieder ein Festle mehr in Neuneck hinbekommen würden, aber das muss wachsen.“

Nahverkehr als Anliegen

Ein weiteres Anliegen ist ihm, den öffentlichen Nahverkehr voranzubringen. Zwar verbinde der neue Fahrradweg Neuneck bei gutem Wetter richtig gut mit Glatten und Freudenstadt, so Schillinger, „aber für ältere Bürger ohne Auto braucht es Lösungen, zusätzlich vielleicht auch ein Mitfahrerbänkle“.

Mit Blick auf die Zukunft wünscht er sich: „Dass die Leute mit mir als Ortsvorsteher zufrieden sind und Neuneck in zehn Jahren immer noch so schön ist wie heute.“ Wobei er wohl kaum viel Zeit haben dürfte, sein geliebtes Heimatdorf in Ruhe zu genießen. Ist doch der in Glatten arbeitende Maschinenbautechniker neben seinen neuen Ehrenämtern derzeit mit der Sanierung seines Wohnhauses beschäftigt. Ihm bleibt wenig Zeit für seine Hobbys. Schillinger ist Jäger; aus Zeitmangel pausiert er allerdings gerade. Dem Sport – er spielt seit 25 Jahren beim SVG Fußball, derzeit in der ersten Mannschaft – ist er treu geblieben.