Fröhliche Gesichter bei der Verabschiedung (von links): Steffen Welte, Gunda und Ewald Walter sowie Oliver Schmid Foto: Wolf-Ulrich Schnurr

Der Erlaheimer Ortschaftsrat hat mit einem kleinen Festakt in der Kulturscheune den langjährigen Ortsvorsteher Ewald Walter verabschiedet.

Der Wechsel von der Leitungs- in die Zuhörerrolle ist Ewald Walter nicht schwer gefallen: Beim Tagesordnungspunkt „Bürgerfragen“ wollte er vom Erlaheimer Ortschaftsrat gleich etwas zur Feldwegsanierung wissen.

 

Davor aber hatte seine feierliche Verabschiedung auf dem Programm gestanden. Die große Wertschätzung, die Walter im Ort genießt, wurde dabei in mehreren kurzen Ansprachen deutlich.

Vorweg die Lobesworte von Geislingens Bürgermeister Oliver Schmid: „Es fällt mir nicht leicht, einen besonderen Menschen zu verabschieden“, bedauerte dieser. „Du hast dich über Jahrzehnte mit großem Engagement für Erlaheim eingesetzt und dabei vieles bewirkt.“

Schmid erinnerte unter anderem daran, dass Walter im Entstehen der Kulturscheune eingebunden war und auch gegen Widerstände und Spott zum Gelingen dieses „Leader-Leuchtturmprojekts“ beigetragen habe. Er nannte viele weitere Projekte, die in Walters Amtszeit in Erlaheim umgesetzt wurden. Er habe stets ein Gespür dafür gehabt, was in Erlaheim machbar war.

Lob für „ausgleichende, gelassene Art“

Die letzten Jahre seien die Menschen anspruchsvoller geworden – und damit auch das Amt eines Ortsvorstehers. Trotzdem sei Walter stets um ausgleichende Gerechtigkeit bemüht und kaum aus der Ruhe zu bringen gewesen: „Deine ausgleichende, gelassene Art tut in der heutigen Zeit besonders gut“, lobte Schmid.

Insgeheim, vermute er, hätten Walters Frau Gunda, seine Kinder und Enkel bestimmt schon eine lange Liste gemacht, was an Aufgaben auf den Ruheständler warte. „Heute Abend lassen wird dich noch im Glauben, dass es für dich jetzt ruhiger wird.“

Neben dem Geschenkkorb gab es von der Stadt zum Abschied auch das Brettspiel „Cities Skylines“, in dem man eine florierende Stadt aufbauen muss. Dieses soll für den Fall da sein, dass Walter das Gestalten seines Ortsteils vermisse.

Ortschaftsrat, Feuerwehr und Vereine danken ihm

Sabine Zirkel, bisher Walters Stellvertreterin, dankte ihm im Namen des Ortschaftsrats: Seit 1980 saß er in dem Gremium, seit 2001 als Ortsvorsteher auch an dessen Spitze. Er habe mit Leidenschaft und Weitblick für das Wohl des Orts gewirkt, sagte Zirkel.

Zwar gehe jetzt eine Ära zuende. Doch sie hoffe, dass Walter auch in Zukunft als Gast und Zuhörer zu den Sitzungen kommen werde.

Genau das will der Verabschiedete tatsächlich gelegentlich tun, wie er bereits im April unserer Redaktion gesagt hatte: „Weil es mich einfach interessiert.“

Walter wurde 1950 in Erlaheim geboren und hat sein ganzes Leben dem Heimatort gewidmet. Unter anderem war er 40 Jahre lang Vorsitzender des Sportvereins.

In diesem Amt hat ihn 2019 Steffen Welte beerbt. Dieser stellvertretend für alle Errlaheimer Vorstände: Walter habe sich immer für alle Vereine gleich eingesetzt.

Auch als Ortsvorsteher ist Welte Walters Nachfolger geworden. In den Sitzungsprotokollen, die er zur Vorbereitung gesichtet habe, sei eigentlich alles dabei gewesen, was man sich in der Kommunalpolitik vorstellen könne, sagte er beeindruckt.

Der Abteilungskommandant Albrecht Zirkel dankte im Namen der Feuerwehr: „Während deiner Amtszeit wurde einiges an Ausrüstung und Gebäuden der Zeit angepasst.“ Am wichtigsten sei der Neubau des Gerätehauses gewesen. Jetzt sei man sehr gut für die anstehenden Aufgaben vorbereitet.

„In der Regel habe ich das gern gemacht“

Ewald Walter war auch bei dieser Gelegenheit kein Freund überflüssiger Wort: „Was soll ich jetzt noch sagen? Das Meiste ist geredet.“ Das viele Lob sei ihm fast peinlich, sagte er.

„In der Regel habe ich das gern gemacht“, blickte er auf sein Amt zurück. Wenn doch mal etwas nicht so Schönes geschah, sei das schnell wieder vorüber gewesen. Und im Ortschaftsrat habe man immer ein gutes Verhältnis zueinander gehabt. Auch wenn es man mal unterschiedlicher Meinung gewesen sei, habe man sich nachher wieder vertragen.