Bereits seit mehr als 70 Jahren warten die Bewohner von Randen auf eine Umfahrung. Jetzt tut sich was.
Blumberg – "Die Ortsumfahrungen in Randen und Zollhaus werden dringend benötigt!", so Niko Reith, Landtagsabgeordneter der FDP im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen. Dieser Forderung stimmt auch der Fraktionsvorsitzende der FDP-Fraktion im Blumberger Gemeinderat, Werner Waimer, zu.
Aus diesem Grund verfasste Niko Reith ein Schreiben an die zuständige Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, um sich nach einem aktuellen Sachstand zu informieren. In einer Antwort informiert Bärbel Schäfer darüber, dass die Umweltverträglichkeitsstudie für die Ortsumfahrung im Stadtteil Randen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden solle. Sollten sich bei der darauffolgenden Variantenbewertung keine Änderungen ergeben, könne bereits im kommenden Jahr der landschaftspflegerische Begleitplan vergeben werden, so Schäfer.
Planung nahezu fertiggestellt
Des Weiteren berichtet die Regierungspräsidentin darüber, dass die Planer des Regierungspräsidiums Freiburg die technische Planung der bevorzugten Variante nahezu fertiggestellt hätten. Die zuletzt favorisierte Trasse für die Umfahrung verläuft südwestlich des Blumberger Stadtteils Randen und stößt im Bereich der Sonnenhofkurve auf die Bundesstraße 314. Die neue Trasse umfasst 1,4 Kilometer und soll dabei einen Anschluss nach Randen erhalten. Die jetzige Bundesstraße 27 soll zurückgebaut werden.
Bereits seit mehr als 70 Jahren warten die Bewohner von Randen auf eine Umfahrung. Niko Reith spricht in Bezug auf das Antwortschreiben der Regierungspräsidentin von erfreulichen Nachrichten. "Ich werde den Fortschritt dieser Maßnahme weiter im Blick behalten", sichert der Landtagsabgeordnete seinen Wahlkreisangehörigen zu.
Weniger Erfreuliches gibt bei der Ortsumfahrung Zollhaus. Die Planung durch die zuständige Abteilung Mobilität, Verkehr und Straßen hätte bereits im ersten Halbjahr 2021 erfolgen sollen, berichtet Niko Reith. Im oben genannten Antwortschreiben räumt die Regierungspräsidentin allerdings ein, dass eine Planung bislang nicht erfolgt sei. Schäfer führt als Grund den Fachkräftemangel an, durch den es bisher nicht gelungen sei, die Stelle eines Projektleiters für das Projekt der Ortsumfahrung Zollhaus zu besetzen.
Viele Aufgaben für Regierungspräsidien
An dieser Stelle räumt Niko Reith ein, dass die Aufgaben, die der Bundesverkehrswegeplan 2030 den Regierungspräsidien auferlegt habe, sehr umfangreich seien. "Zusätzlich werden viele Mitarbeiter in die Autobahn GmbH des Bundes überführt", so Niko Reith. Dennoch fordert der Landtagsabgeordnete, dass die Regierungspräsidien Verkehrsminister Winfried Hermann in die Pflicht nehmen müssten. "Sein Haus muss die Regierungspräsidien bei solchen personellen Herausforderungen unterstützen", so Reith.
Die einst für viele Jahre favorisierte Lindenbühlumfahrung, die um das Gewerbegebiet Vogelherd und danach durch den Randenwald führen sollte, wurde vom damaligen Regierungspräsidenten Julian Würtenberger als unpassend bewertet.
Auch eine für lange Zeit thematisierte aufgeständerte Trasse mit einer Brücke über den Bahnhof in Zollhaus sowie eine innerörtliche Lösung über das Gelände der Adler Post und einem Tunnel bis zur Kranz-Kurve waren bereits im Gespräch. Eine ernsthafte Variante gebe es wegen der unbesetzten Stelle derzeit nicht.
Info: B27-Ausbau-Projekt
Die Ortsumfahrungen Zollhaus und Randen sind Teil des B 27-Ausbau-Projektes von Donaueschingen bis zur Schweizer Grenze. Seit dem Jahr 2003 steht dieser Gesamtausbau bereits im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Nach der Fertigstellung der Ortsumfahrung Behla stehen mit den beiden Blumberger Stadtteil-Projekten die letzten Abschnitte noch aus.