Die Baustelle der Ortsumfahrung Wyhlen aus der Vogelperspektive, aufgenommen im März. Foto: Regierungspräsidium Freiburg

Dachse im Hang, fehlende Abstimmung mit der DB: Die neue Bundesstraße 34 um Wyhlen wird noch später fertig. Mit der Freigabe im Jahr 2027 wird es nichts mehr. Ein Überblick.

Der Leiter des Baureferats Süd im Regierungspräsidium Freiburg, Dieter Bollinger, und weitere Fachleute erläuterten bei einem Rundgang mit Journalisten über die Baustelle am Freitag die in den vergangenen Monate eingetretenen Hindernisse und deren Lösungen.

 

Zunächst waren es Dachse, die im Bereich des Gewanns „Wösch“ vom Bahndamm aus auch das Gelände der neuen Straße eroberten. Dachsbauten seien für solche unter Druck stehenden Bauwerke keine Kleinigkeit. Die Tiere schaffen Höhlen, die Instabilität in großem Umfang bewirken.

Bollinger: Deutsche Bahn antwortet nicht

Leider, so Bollinger, sei die Zusammenarbeit mit DB-InfraGo, der Netzsparte der Deutschen Bahn, sehr zäh und schwer. Denn, da den Dachsen völlig egal ist, auf wessen Gelände sie herumgraben, wäre eine schnelle Abstimmung über die Art und den Erfolg der Bekämpfung dringend notwendig gewesen. Doch leider gebe es von Bahnseite her seit rund einem Jahr keine Antwort, sagte Bollinger.

Lösung: Hindernisse für Dachse

Jetzt schafft der Straßenbau eigenen Lösungen. Die weitere Aufschüttung erfolgt mit sehr grobem Material, zu dem auch Steine mit beträchtlichem Gewicht gehören. Diese könne von Dachsen nicht bewegt werden. Außerdem wird an den Böschungen ein Metallgitter verlegt, das das Eindringen erschweren soll.

Ohne DB-Auskünfte keine Freigabe

Aufgrund der fehlenden Auskünfte von der DB konnte die Aufsichtsbehörde für den Dammbau noch keine Freigabe erteilen. Zügig voran gehen die Arbeiten am Altrhein. Dort sind die Widerlager für die Brücke sowie die dafür erforderlichen Stützmauern im Bau. Auch begann im östlichen Bereich dieser Baustelle bereits die Versetzung der Amphibien-Leiteinrichtungen. Die neue Brücke wird eine Breite von rund zehn Metern haben, sie verläuft etwa einen Meter unterhalb der benachbarten Bahnbrücke. Die Dämme von Bahn und Straße werden hier dicht nebeneinander liegen.

Bei einem Termin auf der Baustelle informierten die Fachleute des Regierungspräsidiums den Gemeinderat und den Bürgermeister über den aktuellen Stand. Foto: Regierungspräsidium Freiburg

Zu den besonderen Erschwernissen, die auch teilweise zu Verzögerungen führten, gehörte die Munitionssuche vor den eigentlichen Bohrungen im Boden. Der Kampfmittelbeseitigungsbetrieb musste zunächst die Gefahrenfreiheit bestätigen. Außerdem waren unter der Hochspannungsleitung besondere Sicherheitsvorkehrungen für hochragende Baumaschinen wie Kräne und Bohrgerät zu treffen, damit diese nicht in die Magnetfelder der Leiterseile geraten. Die Beendigung der Arbeiten am Altrhein ist für Ende 2027 vorgesehen, dann könne auch der Altrheinweg und der Bahndurchgang wieder freigegeben werden.

Brücke am Kraftwerk ist fast fertiggestellt

Fast abgeschlossen sind die Arbeiten für die Brücke im Verlauf der Straße „Am Wasserkraftwerk“. Ende Mai soll sie in Betrieb genommen werden, dann erfolgt der Rückbau der Baustellenumfahrung. Ebenfalls weit fortgeschritten ist die Unterführung der Rheinstraße unter der künftigen Bundesstraße. Für Fußgänger und Radfahrer wird sie den Weg nach Süden offen halten.

Dieter Bollinger und Stefanie Ganz vor der Baustelle am Altrhein bei Wyhlen Foto: Rolf Reißmann

In absehbarer Zeit wird der Bau der Fußgängerbrücke für den Degussaweg beginnen. Sie wird Verbindung in die Areale südlich der Ritterstraße schaffen. Vorbereitet ist bereits die Installation von Lärmschutzwänden im Bereich Hardstraße/Rheinstraße. Dort werden Leichtbetonelemente eingesetzt. Ab dem vierten Quartal dieses Jahres wird am Baulos „Wösch“ weitergearbeitet. Projektleiterin Stefanie Ganz verwies auf die dafür erforderlichen umfangreichen Materialtransporte. Für die Aufschüttung müssen Aushubmassen aus dem Bereich Altrhein zur „Wösch“ gefahren werden. Dies Transporte erfolgen nicht durch die Ortslage, sondern auf der Trasse der künftigen Straße. Erst dann, wenn im Abschnitt „Wösch“, also zwischen Gmeiniweg und Südstraße der Damm aufgeschüttet ist, wird die Trasse in der verbliebenen Lücke aufgebaut.

Bahnübergang Richtung Herten wird geschlossen

Die Fertigung der gesamten Fahrbahndecke erfolgt abschließend auf gesamter Länge. Die Betriebsfreigabe für die neue Bundesstraße ist nach jetzigem Stand erst zum Jahresende 2029 möglich. Im östlichen Bereich wird die neue Fahrbahn zunächst an den vom Hertern Wertstoffhof heranführenden Straßenverlauf angefügt. Der Ausbau mit dem neuen Bogen zur Abschwächung der Kurve erfolgt dann im Nachgang. Der Bahnübergang über die alte B 34 soll dann geschlossen werden.