In Kooperation mit dem Ortsseniorenrat stellte Historiker Daniel Zuber ein neues Projekt vor. Es geht um das Gedenken an Verstorbene und hat den Titel: „Ein ganzes Leben – und die Erinnerung“.
„Jedes Mal wenn jemand stirbt ist ein ganzes Leben verschwunden“, sagte Daniel Zuber. „Wir wollen dieses Leben nicht vollständig verlieren“, denn „es gibt Dokumente, Fotos, Briefe und Zeugnisse, die uns zeigen, wer diese Person war.“
Daniel Zuber ist Historiker und er weiß nur zu gut, dass nach dem Tod eines Menschen vieles entsorgt wird und verloren geht, das eigentlich aufbewahrt werden sollte „für Trossingen und an das Leben, das gelebt wurde“.
„Mit solchen Dokumenten und Quellen können wir zurückschauen.“ Dabei gehe es nicht darum, einen ganzen Haushalt aufzubewahren, sondern „nur wichtige Unterlagen“. Daniel Zuber als Initiator des Projektes „Ein ganzes Leben – und die Erinnerung“ präsentierte im Rahmen der Veranstaltung über den Rudolf-Maschke-Platz der Stadt Trossingen in Kooperation mit dem Ortsseniorenrat den Senioren sein geplantes Projekt.
Er hat weitere Unterstützung durch Mitglieder des Ortsseniorenrates, sucht zusätzlich weitere Helfer mit vielerlei Fähigkeiten, Talenten und Interessen. „Wir suchen aber zunächst interessierte Menschen, in deren Familien es Dokumente und Nachlässe gibt und, die Interesse daran haben, dass die Erinnerung an dieses Leben nicht verloren geht.“
Interessierte gesucht
Gesucht werden auch interessierte Menschen, die Verbindung mit Familien aufnehmen, dabei geht es um verschiedene Aufgaben. „Sie sollten mit uns die Dokumente der Verstorbenen sammeln, sortieren, aufbewahren und eventuell einscannen.“ Gesucht, gesammelt und aufbewahrt werden Erinnerungen „egal, woher – egal, wie alt – egal, welchen Weg dieses Leben genommen hat“, betonte Daniel Zuber.
„Wir suchen nach Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen, nach Besonderheiten, nach Einzigartigem“, denn „die Spuren des Lebens sind es wert, aufbewahrt zu werden.“ Die Gruppe des Ortsseniorenrates werde die Aufgabe übernehmen, „wir kommen zu den Menschen und wir haben die nötige Technik dazu“.
Zunächst werden diese vielfältigen Erinnerungen bei Daniel Zuber und seiner Frau Roberta, der Vorsitzenden des Ortsseniorenrates, aufbewahrt. Sollte die Sammlung zu groß werden, könnte sich Daniel Zuber vorstellen, damit ins Stadtarchiv mit einzuziehen. Auf alle Fälle sei der Ortsseniorenrat eine dafür sehr gut geeignete Einrichtung, „die sich um das Leben der alten Menschen und unsere Erinnerung daran kümmern kann“, betonte Zuber. Der Historiker kann sich auch vorstellen, diese Erinnerungen und das Leben in Ausstellungen und Veröffentlichungen wie Büchern und Aufsätzen zu präsentieren. Wer sich für dieses Projekt interessiert, kann sich an Daniel Zuber wenden. Telefon 07425/3 35 49 90 oder per E-Mail danielzuber@t-online.de.
Unter dem Thema „Alt werden – alt sein. Alter in der Neuzeit bis heute“, gibt es bei der VHS-Geschäftsstelle Trossingen, Raum 44, am Montag, 18. Mai, um 19 Uhr ein Abendseminar mit Daniel Zuber. Er referiert über die Lebenssituation der Menschen im 17. und 18. Jahrhundert, deren Vorstellungen von Alter und ihre Vorkehrungen in Familie und Gesellschaft zur Versorgung der alten Mitmenschen, und er verfolgt den Weg, den die Altersvorsorge bis heute genommen hat. Eine Anmeldung unter www.vhs-tuttlingen.de ist erforderlich.