Was das THW alles leistet? Davon konnten sich die Trossinger Ortssenioren jetzt einen Eindruck verschaffen. Sie informierten sich beim Ortsverband in der Tuninger Straße über die Aktivitäten und erfuhren spannende Details.
Neben einer Besichtigung des neuen Gebäudes und des Fuhrparks gab es Informationen über die wichtige ehrenamtliche Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW).
Dieses wurde am 22. August 1950, also vor 74 Jahren, gegründet, begann Maik Merz, der im Ortsverband Trossingen Ausbildungsbeauftragter ist, seinen spannenden Vortrag.
Deutschlandweit gibt es 88 000 Ehrenamtliche, 729 Bergungsgruppen, 1706 Fachgruppen, rund 11 000 Fahrzeuge, 668 Ortsverbände und drei Ausbildungszentren. Dem Ortsverband Trossingen gehören 83 Ehrenamtliche an, davon sind 32 aktive männliche und zehn aktive weibliche Helfer, 22 Jugendhelfer ab sechs Jahren und 19 Alt-und Reservehelfer, die im Jahr 2023 12 192 Dienststunden geleistet haben, so Maik Merz. Der Ortsverband Trossingen hat zwei Fachgruppen und neun Fahrzeuge.
Was macht das THW eigentlich?
Doch was macht das THW eigentlich? „Wir in Trossingen haben eine Vereinbarung mit der Feuerwehr und leisten Amtshilfe, beispielsweise bei Einsätzen auf der Autobahn“, so der Vortragende.
Zivil- und Katastrophenschutz zählen ebenso zu den Aufgaben wie die Zusammenarbeit für andere Behörden und Kommunen, aber auch die Auslandshilfe im Auftrag der Bundesregierung. „Das THW ist immer bereit zu helfen – in Deutschland und weltweit“, so Merz.
Er hatte Bilder von Einsätzen mitgebracht von Technischer Hilfe bei größeren Unfällen und Katastrophen wie im Ahrtal, aber auch von der Suche und der Rettung von Verschütteten nach einem Erdbeben wie in der Türkei.
Alle im Ehrenamt tätig
Nur zwei Prozent aller THW-Angehörigen seien angestellte Personen. „Bei uns in Trossingen sind alle ehrenamtlich tätig und wir sind stolz darauf, dass die Frauenquote in den letzten Jahren gestiegen ist“, betonte Merz. Außerdem sei die Jugend die Zukunft des Ortsverbandes. In einem kleinen Imagefilm zeigte er, wie Kinder ab sechs Jahren mit Spiel und Spaß, Jugendliche ab zehn Jahren bereits technisch an die Aufgaben herangeführt werden.
Jeden Freitag sei hier im neuen THW-Gebäude, das im Anschluss von den Ortssenioren noch besichtigt werden konnte, Ausbildungsbetrieb, erläuterte Maik Merz und ergänzte: „Etwa vier von zehn der ausgebildeten Jugendlichen bleiben auch später dabei.“ Allerdings kämen manche nach der Ausbildung und dem Studium auch wieder zurück. Auch die Frage nach der Zahlung des Lohnes im Einsatzfalle konnte Maik Merz beantworten. „Zunächst bezahlt der jeweilige Arbeitgeber normal weiter, schickt dann nach Einsatzende einen Antrag über die ausgefallenen Stunden an die Bundeskasse und bekommt diese Stunden zurückerstattet.“
Im Einsatzfall sei eigentlich der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitnehmer freizustellen. Bei der THW-Gruppe Trossingen geschehe dies aber immer in Absprache, denn „das Gleichgewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss stimmen – wir haben es aber noch immer gut gelöst bekommen“. Und noch eine letzte Frage der Senioren bezüglich der Brotbacktage konnte Merz beantworten: Nachdem in diesem Jahr die großen Baumaßnahmen abgeschlossen werden, wird es im nächsten Jahr die früher so beliebten Tage wieder geben. Am 13. Juni 2010, dem Gedenktag des Heiligen Antonius, Patron der Bäcker, hatte die THW-Ortsgruppe ihr Backhäusle mit einem Fest eingeweiht. Viele Jahre stießen die Brotbacktage auf immer wieder neue Liebhaber des aromatischen Holzofenbrotes, gebacken aus dem eigenen mitgebrachten Teig.