Die Sulzer Gemeindehalle ist nach etwas mehr als anderthalb Jahren Bauzeit feierlich eingeweiht worden. Foto: Menzler

Ein wahrer Meilenstein: Mit der abgeschlossenen Modernisierung der Sulzer Gemeindehalle endet das große Sanierungsprojekt „Sulz am Eck“ in Wildberg. Bereits vor 14 Jahren wurde dieses im Landessanierungsprogramm (LSP) aufgenommen.

Von der ausgeblichenen Außenfarbe und den eher kalten Farben im Innenraum der Gemeindehalle in Sulz am Eck ist nichts mehr zu sehen. Stattdessen erstrahlt das Gebäude in einem wärmeren Licht. Von außen modern in weiß mit braunen Akzenten; innen mit beige, hellbraun und weinroten Akzenten hat das Gebäude eine ganz neue Atmosphäre.

 

Und in dieser empfing die Stadtverwaltung nun rund 250 Gäste, um gemeinsam die Einweihung der modernisierten Halle im Zentrum des Wildberger Teilorts sowie auch das Ende des großen Sanierungsprojekts „Sulz am Eck“ zu feiern. Ein „großer Moment“, wie es Bürgermeister Ulrich Bünger betitelte, bei welchem die Gemeindehalle nach mehr als anderthalb Jahren Bauzeit in einem „vollkommen neuen und schönen Gesicht erstrahlt“.

Bei den großen Sanierungsgebieten in Wildberg, darunter Sulz und die Ortsmitte Gültlingen, gehe es vor allem darum, was mit den historisch gewachsenen Ortsmitten in der Schäferlaufstadt passiert. „Wie kann sich das wenig ansprechende Ortsbild mit alternden Gebäuden et cetera verbessern?“, fragte Bünger.

„Ortsteil deutlich aufgewertet“

Durch die Aufnahme im Landessanierungsprogramm sei dies großflächig umsetzbar geworden – ohne Flächenverbrauch und mit Straßenausbau, Modernisierungen und auch Bezuschussung von privaten Vorhaben. Und das bei Gesamtkosten von rund 4,3 Millionen Euro, inklusive 60 Prozent Fördergelder durch das Landesprogramm. „Dadurch wurde auch der Ortsteil Sulz deutlich aufgewertet“, sagte der Bürgermeister.

Rund 250 Gäste kamen zur Einweihung der Gemeindehalle. Foto: Menzler

Mit den Worten „Und auch wenn die Sanierung nicht unumstritten war“ wechselte er zur Sulzer Gemeindehalle. Doch nach vielen Diskussionen habe man sich für die Sanierung entschieden. Auch weil es keinen geeigneten neuen Standort für einen größeren Neubau gegeben habe. „Die Sanierung war nun deutlich kostengünstiger – und auch wertiger“, betonte Bünger. Er dankte allen Beteiligten, von den Planern über die Handwerker, Verwaltungsmitarbeiter bis zu den Anwohnern. Und übergab „mit Stolz die Gemeindehalle zurück in die Sulzer Obhut“.

Grenzen bieten Chance für Besonderes

Auch Architekt Andreas Bürker freute sich über das fertig gestellte Projekt: „Wir haben es geschafft, mit allen Besonderheiten und auch Herausforderungen, das Gebäude zukunftsfähig zu machen.“ Er bedankte sich für das gute Miteinander während Planungs- und Bauphase. Auch wenn das Gebäude seine Eigenheiten und Überraschungen bereit hielt, sei es wertvoll, die Substanz zu schätzen und „wertvoll damit umzugehen“.

Am Eingang der Halle prangt das Sulzer Wappen. Foto: Menzler

Und aus den Grenzen, die ein bestehendes Gebäude bietet, komme oft auch etwas Besonderes. Und so ließen sich die Planer auch einiges einfallen. Besonders das Foyer sollte einladender und barrierefrei werden. So ziert nun der Ortsname die Wand und verläuft wie der Name schon sagt ums Eck. Oder Sitzmöglichkeiten, die Steinen ähneln, die früher vom Feld in Stoikrädle gesammelt wurden. Oder das Sulzer Wappen, das neben dem Eingang auf der Glasfront prangt.

„Vereinsbaum“ symbolisiert neuen Anfang

Mitten im Ortskern war die Gemeindehalle schon immer ein Ort der Begegnung, für Veranstaltungen, Sport und Kultur. „Die modernisierte Gemeindehalle zeigt nicht nur Fortschritt sondern auch den Zusammenhalt, der dahinter steckt“, betonte auch Manuela Mainka von der LBBW Kommunalentwicklung. Sie freue sich, dass ein solcher Ort der Begegnung mitten im Ortskern erhalten und auch modernisiert werden konnte. Insgesamt 1,8 Millionen Euro Zuschüsse flossen in das Projekt Gemeindehalle, erklärte sie.

Von den Vereinen gab es einen Setzling, der zum „Vereinsbaum“ heranwachsen soll. Foto: Menzler

Sabine Oster vom Schwarzwaldverein Sulz am Eck erhob das Wort im Namen aller Vereine und der Freiwilligen Feuerwehr. 1600 Stunden, in denen die Halle sonst belegt gewesen wäre, mussten während der Bauphase verlegt und anderswo untergebracht werden. „Trotz des umstrittenen Umbaus ist hier ein Ort entstanden, der dient, allen gerecht zu werden“, betonte sie.

Der die Zukunft gestalten lässt, aber auch die Heimat erhält. „Die Vereine leisten vielfältige Aufgaben, die auch in der Halle nun weiterentwickelt und vertieft werden können. Das neue Gesicht ist auch ein neuer Ansporn.“ Als Geschenk übergab sie der Stadt einen kleinen Setzling, der zum neuen „Vereinsbaum“ heranwachsen soll.

„Operation am offenen Herzen“

Wie bereits jeder Redner strahlte auch Rolf Dittus als „durch und durch zufriedenen und gut gelaunter“ Ortsvorsteher. Er schloss sich den dankenden Worten an. 1957 wurde die Gemeindehalle eingeweiht – als Mittelpunkt des Teilorts. Diese jahrzehntelange Geschichte habe nun einen weiteren markanten Punkt erreicht. „Die Modernisierung ist ein herausragendes Ereignis für das Dorf“, betonte Dittus. „Die Gemeindehalle hat die Operation am offenen Herzen hervorragend überstanden. Das Herz unseres Dorfzentrums schlägt wieder stark, ruhig und beständig.“

Anstelle eines metallischen Schlüssels übergaben die Architekten einen essbaren an die Verantwortlichen der Stadtverwaltung, des Orts und der Vereine. Foto: Menzler

Abschließend segnete Gemeindediakon Martin Faiß die „neue, alte Gemeindehalle“. Der Posaunenchor Sulz am Eck begleitete die Einweihung musikalisch, während der Sportverein sich um die Bewirtung des anschließenden Empfangs kümmerte.