In der Fragestunde des Gemeinderats in Königsfeld meldete sich Anwohnerin Bernadette Grässlin zum „leidigen Thema“ Parken in der Hermann-Voland-Straße.
Anwohnerin Bernadette Grässlin dankte zunächst Bürgermeister Fritz Link und Boris Paska vom Ordnungsamt für bisherige, diesbezügliche Bemühungen.
Dennoch seien die Anwohner der Hermann-Voland-Straße seit der Eröffnung der Klinik am Doniswald sehr verärgert, da deren Mitarbeiter die öffentlichen Parkplätze den ganzen Tag, Patienten diese für drei bis sechs Wochen belegten.
Die Klinikverwaltung habe wiederholt versprochen, auf hauseigene, für Mitarbeiter kostenlose, Parkplätze hinzuweisen, die Patienten aber zwei Euro pro Tag kosteten, weshalb diese auf die Straße auswichen.
Keine Besserung in Sicht
Mitarbeiter parkten dort mit der „Ausrede“, dass die Klinik nicht genug eigene Parkplätze habe. Das entspreche nicht der Wahrheit, so Grässlin, da nach ihrer Beobachtung immer genügend freie Plätze vorhanden seien.
Trotz weiterer Gespräche mit der Klinikleitung sei keine Besserung in Sicht. „Man hat leider den Eindruck, dass sowohl Mitarbeiter als auch Patienten beratungsresistent sind.“
Deshalb schlug Grässlin Anwohnerausweise oder zeitlich nicht beschränkte Ausweise für den Parkplatz am Kurpark vor.
Thematik schon öfter diskutiert
Die Thematik sei bekannt und schon öfter diskutiert worden, so Link. Die Verwaltung sei sich der Problematik bewusst und um eine Lösung bemüht. Man werde aber gerne nochmals auf die Leitung der Klinik zugehen.
Die Bepreisung der Parkplätze für Patienten habe eine aus Sicht der Kommune gewünschte Lenkungsfunktion, da man diese so dazu bringen wolle, mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) statt dem eigenen Fahrzeug anzureisen.
Es gebe aber keine Möglichkeit, Leute, die auf öffentlichen Parkplätzen parken, zu verwarnen. Zeitliche Befristungen träfen auch Anwohner und führten zu höherer Schilderdichte, so Link.
Zudem gelte die Aufforderung an Hauseigentümer, Parkmöglichkeiten auf dem eigenen Grundstück zu schaffen. Autos immer auf den öffentlichen Verkehrsraum zu verlagern sei schwierig, da der für Besucher beispielsweise des Kurparks benötigt werde.
Problem mit Tagestouristen
Angesichts der wenigen Parkflächen sehe er keine Möglichkeit, diese für Anwohner zu reservieren, sonst habe man ein Riesenproblem mit Tagestouristen.
Die Bepreisung dürfe nicht dazu führen, dass auch Parkplätze am Doniswald ständig belegt seien, entgegnete Stefan Giesel. Beate Meier hielt zeitliche Parkbegrenzung für kontraproduktiv und erwähnte, dass einige Eigentümer keine Möglichkeit für Parkflächen auf dem eigenen Grundstück haben.
Sie warb für die Abschaffung der Zwei-Euro-Regelung. Franziska Hornscheidt hatte die Idee, dass jeder mit dem Auto anreisende Patient zwei Euro pro Tag zahlt, unabhängig davon, wo er parkt. Die Klinik dürfe aber kein Geld für öffentliche Parkflächen verlangen, so Link. Letztlich bleibe wohl nur die Parkraumbewirtschaftung, es bleibe aber die Frage, ob das sinnvoll sei.