Bänke um die dorfbildprägende Linde laden künftig auf dem ehemaligen Dreschhallen-Areal zum Verweilen ein. Foto: Schweizer

Die neue Ortsmitte in Dormettingen ist fertig. Noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch wurden die Arbeiten bei der früheren Dreschhalle abgeschlossen.

Nun können auch die Anwohner aufatmen. In der Äußeren Dorfstraße, wo wochenlang Bagger und anderes schwereres Gerät vor allem im Untergrund zugange waren, ist Ruhe eingekehrt. Nachdem sich der Schnee weitestgehend verzogen hat, sieht man deutlich, wie dieser nicht kleine Teil des Altorts an Attraktivität gewonnen hat.

 

Die dorfbildprägende Linde steht nach wie vor, wurde durch eine Bepflanzung und Bänke deutlich aufgewertet. Hier lässt es sich an heißen Sommertagen sicherlich gut aushalten. Es muss nur noch grünen und blühen. Schön zur Geltung kommt auch die neue Hainbuchenhecke. Eine weitere runde Bank im unteren Teil des Geländes lädt zum Verweilen ein. Feldahorne, Sträucher und Büsche umsäumen das alte, von der Holzbaufirma Hölle und den Männern des Bauhofs sanierte Feldkreuz, das, wenn auch leicht versetzt, wie schon seit Generationen, die neue Ortsmitte weiterhin schmückt. Geparkt werden kann ebenfalls schon, sechs Plätze stehen zur Verfügung.

Komplett neugestaltet wurde der Bereich um das mittlerweile sanierte Feldkreuz im unteren Teil der neuen Dorfmitte. Foto: Schweizer

Noch etwas gewöhnen müssen sich die Dormettinger wohl, dass aus der Brunnenstraße ein (Brunnen-)Weg geworden ist. Denn als der Schnee noch mehrere Zentimeter hoch lag, hatte Gemeinderat Wolfgang Weckenmann Reifenspuren entdeckt, wie er in der Dezember-Sitzung berichtete.

Keine Mülleimer geplant

Bürgermeister Anton Müller zeigte sich schon vor Weihnachten von dem Ergebnis zufrieden. Das kalte und nasse Wetter sei für die Bepflanzung optimal gewesen. Mitte Januar erfolge noch die Raseneinsaat. Abfalleimer werden vorerst keine aufgestellt. Viele Kommunen würden davon absehen, gerade auf öffentlichen Plätzen, berichtete der Rathaus-Chef auf Nachfrage von Alfons Scherer. Man wolle so von vorneherein einer Vermüllung vorbeugen.

Kosten von 1,1 Millionen Euro

Rund 1,1 Millionen Euro kostet die neue Ortsmitte. Zuschüsse gab es vom Land Baden-Württemberg aus zwei Fördertöpfen – 417 650 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und 100 000 Euro aus dem Ausgleichsstock.Weil Bagger beim Verlegen der Kanäle und Wasserleitungen auf teerhaltiges Material gestoßen waren, muss die Gemeinde aber noch für die Entsorgung, die mit rund 137 000 Euro zu Buche schlägt, aufkommen.

Hier ist der Platz für die zwei geplanten Doppelhäuser. Foto: Schweizer

Mit dem Abriss der alten Dreschhalle – ein riesiger Holzschuppen, in dem früher Garben gedroschen und zwischengelagert wurden, und der zuletzt dem Bauhof vor dem Umzug ins Gewerbegebiet Bubensulz als Lager diente – machte die Gemeinde schon Anfang des Jahres den Weg frei für das Millionenprojekt. Im oberen südlichen Teil des Areals sollen später einmal zwei Doppelhäuser entstehen. Dem „Rössle“, das die Gemeinde gekauft hat, geht es dieses Jahr ebenfalls noch an den Kragen. Die ehemalige Wirtschaft mit einer Grundfläche von rund 1060 Quadratmetern soll dem Erdboden gleich gemacht und ebenfalls neu bebaut werden.

Straßen in „tolerablem Zustand“

Einen Schlussstrich ziehen kann die Gemeinde aber unter die Breitbanderschließung. Im Sommer hatte der Bürgermeister die Schlussabnahme wegen „großflächiger Mängel“ abgebrochen. Mittlerweile, so Anton Müller, „befinden sich die Straßen in einem tolerablem Zustand“.