Der Bauerngarten beim Burgfelder Bürgerhaus war jahrzehntelang Blickfang und Schmuckstück zugleich. Lange Zeit wurde nichts mehr gemacht, nun ist er neu gestaltet worden.
„Nach allen Vorgaben und Anforderungen ist Ende der 1980er-Jahre ein Bauerngarten neben dem Bürgerhaus angelegt worden, den ich nach der Einpflanzung 16 Jahre liebevoll gepflegt habe“, erinnerte sich Ingrid Wißmann.
Drehen wir die Zeit zurück: Damals war ihr Mann Hans-Friedrich Wißmann Ortsvorsteher in Burgfelden, Hans Pfarr Oberbürgermeister in Albstadt und Robert Bitzer Vorsitzender des Fördervereins Burgfelden. Die Herren seien damals zusammen mit Ernst-Adolf Groz eigens in den Botanischen Garten gefahren, um sich beraten zu lassen, wie ihre Gedanken neben dem Bürgerhaus umgesetzt werden könnten. Daraus wurde zwei Jahrzehnte lang ein Schmuckstück mit vier Feldern, ausgestattet sogar mit einer Beregnungsanlage.
Vernachlässigt – das macht sich bemerkbar
Irgendwann mag die Aufmerksamkeit für den Bauerngarten nachgelassen haben, was sich optisch auswirkte. Dann wurde vor Jahren das Bürgerhaus saniert, ein Gerüst aufgestellt, Material musste durch den Bauerngarten transportiert werden, bis im Oktober 2023 die Sanierungsmaßnahmen am Bürgerhaus endeten. Damals sagte Ortsvorsteher Johannes Burghardt: „Mir als Ortsvorsteher und dem Ortschaftsrat ist das Bürgerhaus sehr wichtig und eine Wertschätzung für die Bürger, die es in den 1980er-Jahren für den Ort und die Stadt hergerichtet haben“.
Ortschaftsrat und Förderverein erkannten, dass der „Bauerngarten“, der längst keiner mehr war, wieder auf Vordermann gebracht werden sollte. „Wir vom Förderverein haben immer wieder versucht, dort zu pflegen, aber es fehlte das Know-how und die Manpower“, sagt Vorsitzende Stefanie Doldinger.
Alte Schule stellt Spielzeugburgen aus
Aus ihrer Sicht liegen die Schwerpunkte der Arbeit des Fördervereins seit 2013 auf dem Backhäusle, der Betreuung der Alten Kirche St. Michael, dem Forum Alte Musik Burgfelden sowie der Alten Schule. Dort steht der nächste Höhepunkt an: eine Ausstellung mit alten Spielzeugburgen im Dezember und Januar. Zusammen mit dem Ortschaftsrat habe man überlegt, was man aus dem Grundstück machen könne, was gut aussieht, zum Bürgerhaus passt und nicht so pflegeintensiv wäre. Sarah Brobeil vom Stadtplanungsamt war beratend und gestalterisch unterstützend mit eingebunden.
Der Baum des Jahres 2020 kommt zu Ehren
Nachdem Simon Roth von der Firma Stingel den Garten abgeräumt hatte, wurde ein großes Rondell angelegt, darin eine Robinie, der Baum des Jahres 2020 in Deutschland, und Buschrosen gepflanzt. Am Nachbargebäude entlang wurden Beerensträucher gepflanzt, und im vorderen Bereich wird noch ein Zaun angebracht. Vor einer Woche nun hatten Ortschaftsrat und Förderverein zu einem Arbeitsdienst aufgerufen.
Einige Mitglieder aus beiden Gremien sowie Bürger waren gekommen, um Unkraut zu jäten und den neuen Bauerngarten winterfest zu machen. Nach getaner Arbeit gab es für alle ein Vesper, dafür wurde morgens schon Holzofenbrot im Backhäusle gebacken.
Die Ortsmitte soll laut Ortsvorsteher Johannes Burkhardt weiterhin zentraler Treffpunkt für Veranstaltungen bleiben, und Wanderer sollen dort Rast machen können. Nachdem die Arbeiten zur Barrierefreiheit der Bushaltestelle abgeschlossen wurden, können künftig alle Gäste, auch mit Rolli oder Rollator, problemlos ein- und aussteigen.