Das alte Rathaus liegt im Gebiet der Ortskernsanierung in Neuweiler – klar, dass es in diesem Zuge auch in neuem Glanz erstrahlen soll. Doch genau an diesem Punkt gibt es ein Problem: Der Zustand des Gebäudes ist deutlich schlechter als gedacht.
Der Ortskern von Neuweiler wird aufwendig saniert – ein Projekt, das seit Jahren läuft. Im Sanierungsgebiet befindet sich auch das alte Rathaus, in dem heute das Heimatmuseum zu finden ist. Auch dieses Gebäude sollte im Zuge der Ortskernsanierung aufpoliert werden. Jetzt aber gibt es schlechte Nachrichten, wie Bürgermeister Martin Buchwald preisgibt: Bei den Arbeiten wurden massive Schäden an dem historischen Bauwerk festgestellt.
Während der untere Bereich, der aus Sandstein gefertigt ist, keine Besonderheiten aufweist, stellt sich der Aufbau aus Fachwerk als echtes Sorgenkind heraus. Buchwald spricht von Schädlingsbefall und Feuchteschäden im Holz. Warum das erst jetzt ans Licht kommt? Bisher, so der Bürgermeister, seien das Schadensbild von den nachgerüsteten Verblendungen der Balken verdeckt worden.
Komplett neue Beurteilung steht an
Aktuell könne man noch nicht sagen, welche Auswirkungen diese Entdeckungen auf die Sanierung haben werden, räumt Buchwald ein. Die beauftragten Experten müssten das Ganze nun neu beurteilen und komplett aufarbeiten. Ist das geschehen, müsse der Denkmalschutz erneut darauf schauen. Dann erst lohne es sich, über die nächsten Schritte nachzudenken. Zumal in der Zwischenzeit auch noch das Dach kontrolliert werden muss.
„Wir sind von dem Zustand überrascht worden“, gibt der Bürgermeister freimütig zu. In Bezug auf das alte Rathaus seien schon viele Beschlüsse gefasst worden, beispielsweise, bezüglich der Sanierung der Toiletten. Schließlich müsse man die Möglichkeiten nutzen, die die geförderte Ortskernsanierung mit sich bringt. Die neuesten Entwicklungen jedoch sind ein jähes Störfeuer für das Fortschreiten des Mammutprojekts.
Fördersumme von 1,3 Millionen Euro
Neuweiler wurde bereits im Jahr 2015 in das städtebauliche Förderprogramm „Bund-Länder-Programm für kleinere Städte und Gemeinden (LRP) aufgenommen. Bis vorerst Anfang 2024 steht der Gemeinde daher eine Fördersumme von rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. „Je nach Erfolg der Maßnahme kann diese Summe auch aufgestockt werden“, ist auf der Homepage Neuweilers zu erfahren. „Von den rund 1,3 Millionen Euro stammen 60 Prozent von Land und Bund; 40 Prozent davon werden aus Mitteln der Gemeinde finanziert“, heißt es dort weiter.
Umgesetzt werden neben privaten Vorhaben, die im Zuge der Ortskernsanierung gefördert werden können, unter anderem die energetische Sanierung des Rathauses, die Erneuerung der Gehwege und die Verlagerung des Kindergartens in die Schulstraße.
2020 wurde das Sanierungsgebiet eigens wegen letzterem Vorhaben um den Bereich Schulstraße erweitert. Für den Um- und Neubau Kindergarten gibt es extra Fördermittel. Auch das alte Rathaus befindet sich im Sanierungsgebiet Ortsmitte.