An sechs verschiedenen Stellen konnten Besucher beim fasnächtlichen „Schnurren“ ein närrisches Programm verfolgen. Im Clubhaus des SV Steinach machte die „Generation der Liebe“ auf sich aufmerksam. Aber auch die „Homberle-Frauen“ wussten mit ihren Betrachtungen zu gefallen.
Sechs Schnurrgruppen hatten sich allerlei einfallen lassen, um mit ihren Programmen für einen ersten Höhepunkt in der Fasent zu sorgen. Das Stimmungsbarometer kletterte schon zu Beginn in allen sechs Schnurrlokalen (Tennisclubhaus, „Gühr“, „Adler“/Flößer, „Fläsche“, Narrenkeller und Clubhaus). Die Vorfreude auf beste Unterhaltung zeigte sich schon vor dem ersten Auftritt. Wer sich von den zahlreichen Besuchern für das Clubhaus entschieden hatte, wurde durch den Musikverein „Harmonie“ Steinach musikalisch in Alarmbereitschaft versetzt. Denn vor und zwischen den Auftritten schmetterte das Ensemble von Mathias Gronert einen Ohrwurm nach dem anderen. Rudolf „Ruddel“ Schmieder von der „Homberle-Bläch-Band“ trieb die Mädels und Jungs von der „Harmonie“ zur Höchstleistung.
„Kinderarbeit war verboten – Kinderkriegen nicht“
Beim eigenen Hit „Kurz nach neun“, als die einzelnen Solisten jeder Gruppe einen gekonnten Solopart ablieferten, war die Stimmung kaum noch zu überbieten. Gerade richtig für die „Rumpeldinas“, ein Überbleibsel aus dem Baby-Boom. Auf die Frage: Wer zwischen 1946 und 1964 geboren wurde, stand der halbe Saal auf. Der Geburtsjahrgang 1964 ist mit 1,35 Millionen Personen der geburtenstärkste Jahrgang seit 1945, ließ die Gruppe wissen und fragte zugleich, weshalb dies so sei. „Kinderarbeit war verboten – Kinderkriegen nicht. Wir waren halt die Generation der Liebe“, war zu hören. „Es gab nicht nur früher harte Winter, also gener heim und machen Kinder“. Wenn die „Rumpeldinas“ an der Regierung wären, gäbe es schon längst ein Ministerium für Fortpflanzung mit den entsprechenden Seminaren und einen freien „Flirt-Freitag“. Die Gruppe um Erwin Heitzmann mit Ria Faltin, Ruth Heitzmann, Inge Schwendemann, Iris Halter und Ulli Schwendemann brillierte und ließ sich am Ende feiern.
Kleine Episoden mit der durch einen „Ritterspurtorden am Bande“ dekorierte „Turbo-Rita“, die nur durch ein Loch gestoppt werden konnte, gab es praktisch als Zugabe. Und dass dem Kirchenchor in Zukunft ein Klo im Dorfzentrum gebaut wird, ist auch schon beim „OB Bischler“ angekommen. War dies der perfekte Einstieg ins Schnurrprogramm, so ließ es sich die „Original Kufsteinband“ nicht nehmen, weiter für Stimmung zu sorgen. Die vier „Schnuttmädels“ der Kreuzbühler Felsenhexen traten als Kandidatenschnüffler auf – schließlich stellt man sich im Herbst wieder die Frage: „Wer wird Bürgermeister von Steinach?“. In Witz, Reim und Lied stellten sie notwendige Kompetenzen vor. Beispielsweise sollte der Kandidat genügend innere Kraft haben, um bei den langen Gemeinderatsitzungen nicht einzuschlafen. Ein Pressegesicht wäre auch von Vorteil, damit nicht nur der Haslacher und Hofstetter Bürgermeister im Blatt erscheinen.
Ein Geschick für schnelle und kostengünstige Problemlösung, Sprachbegabung zwecks Völkerverständigung und akrobatisches Können, um sich aus heißen Themen rauszuwinden, runden ein passendes Kandidatenprofil ab.
Mit dieser nicht ganz ernst gemeinten Kandidatensuche sorgten die Schnurrantinnen für beste Stimmung im Schnurrlokal – ebenso wie die Schnurranten des „Musikerstammtisch“ und die Gruppe „Leible + Faltin + Dold“, die so manches Missgeschick aufdeckten.
Der kleine Unterschied
Den Abschluss im Clubhaus des SV Steinach absolvierten die „Homberlefrauen“. Sie zeigten ohne Worte den „Unterschied beim Duschen zwischen Frauen und Männern“ auf. Dabei verwendeten die Frauen sehr viel Zeit für Haare, Haarentfernung am ganzen Körper und die Putzerei wie Wasserfleck-Entfernung nach dem Duschen. Die „Homberle“-Frauen enthüllten, dass das männliche Geschlecht viel weniger Zeit in der Dusche verbringt, aber sehr viel Zeit verwendet, den Intimbereich zu pflegen, und sorgten mit ihrer Darstellung der Geschlechterunterschiede für zahlreiche begeisterte Reaktionen im Publikum.