Hanne Grunert ist die neue Ortschronistin in Beuren. Das Interesse an der Geschichte und den lokalen Entwicklungen bringt sie auf jeden Fall mit für ihr künftige Aufgabe.
Als Hanne Grunert vor ziemlich genau 30 Jahren zum ersten Mal von der Bundesstraße 32 Richtung Beuren abbog, war da zunächst ein Moment des Zweifelns. Sie kann sich noch genau an ihren Gedanken „Wo kommen wir da hin?“ erinnern. Wenige Minuten später wich die Skepsis einer klaren Entscheidung. Beuren wird das neue Zuhause für sie und ihre Familie. Nach drei Jahrzehnten übernimmt Hanne Grunert nun eine wichtige Aufgabe in Hechingens kleinstem Teilort, sie wird neue Chronistin.
Vor Beuren waren Grunert und ihr Mann in Stuttgart zu Hause. Doch ihr Mann, der als Künstler tätig ist, musste ich räumlich vergrößern. Auf der Suche nach einem Haus stießen beide auf eine Anzeige für ein Haus mit Werkstatt in schönster Lage. In der festen Überzeugung, dass die Werkstatt den Ausschlag geben würde, reisten Grunerts damals nach Beuren. Doch für die Räume hatten sie schnell keinen Blick mehr bei dieser Aussicht.
Kurz vor der Einschulung ihres Sohnes zog die Familie schließlich nach Beuren – und blieb. Beruflich war Grunert in verschiedenen Funktionen in der Region tätig, unter anderem im Stadtarchiv in Reutlingen. „Irgendwie passend für die neue Funktion als Ortschronistin“ schmunzelt sie bei dem Gespräch mit Ortsvorsteherin Tanja Saile. Das Interesse für Geschichte und lokale Entwicklungen sei geblieben. „Mich interessiert, was im Ort passiert“, sagt sie, auch wenn sie sich heute weniger aktiv einbringt.
Es ist eine neue Rolle
Nun übernimmt sie als Ortschronistin eine neue Rolle. Ortsvorsteherin Tanja Saile berichtet von einer Empfehlung aus der Bürgerschaft. Vor allem freut sich Saile, dass die Chronik weitergeführt wird. Denn was heute passiert, ist vielleicht nicht Weltbewegend und trotzdem vielleicht für kommende Generationen von Interesse. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Chronik künftig nicht nur aus gesammelten Zeitungsausschnitten besteht, übergab Saile die Ortschronik an Grunert. Das Buch dürfe gerne eigene Texte und Fotografien bekommen und so lebendig erzählen, wie aktiv die Beurener Dorfgemeinschaft ist.
Eine Aufgabe, die gut zu jemandem passt, der schon beim ersten Besuch vor allem eines getan hat: genau hingeschaut.