Den Höhepunkt der Unterdigisheimer Ortsfasnet bildete am Samstagabend der Bunte Abend des Narrenvereins Deichelmäus.
Vom Unterdigisheimer Narrenmarsch begleitet hielten der Elferrat und die kleine Tanzgruppe des Narrenvereins Deichelmäus Einzug in die gut gefüllte Festhalle. Zusammen mit den kostümierten Gästen feierten sie ihren Bunten Abend – den Höhepunkt der Ortsfasnet.
Mit einem dreifachen „Deichel-Mäus“ begrüßte Zunftmeisterin Ramona Stein die Gäste und ganz besonders Ortsvorsteher Alexander Maurer. Nach seiner Amtsenthebung am Schmotzigen war ihm an diesem Abend die Aufgabe zuteil geworden, das Publikum am lautesten zu Klatschen und Mitmachen zu animieren.
Ein närrischer Blick auf das Geschehen im Ort
Der kleine Maustanz kam beim Publikum gut an und wurde mit einer Stimmungsrakete belohnt. Es folgte ein gut choreographierter, temporeicher und akrobatischen Elementen versehener Tanz der Showteens, die nicht ohne Zugabe von der Bühne durften.
Die beiden Tratschweiber Patricia Eberbach und Yvonne Scheer warfen einen närrischen Blick aufs Ortsgeschehen und lösten unter den Gästen große Heiterkeit aus. Beispielsweise hatte ein Salzwagenstreuspritzer seine Ladung verloren; in einer Sprudelflasche, die nicht beschriftet war, befand sich Wodka; einer fuhr mit hochgeklappter Heckklappe in die Garage und wurde dabei vom sich schließenden Garagentor eingeklemmt – und dann gab es auch noch einige Aufregung wegen vier Goaßa.
Vor dem großen Maustanz, in dem die Brunnenmacher die Deichelmäus einzufangen hatten, wurden die Maskenträger – Deichelmäus und Brunnenmacher – vorgestellt. Beeindruckt zeigten sich die Gäste von einer weiteren Gruppe, den „Schenkelklopfern“, die Kunststoffröhren Melodien entlockten. Die „Guggamausik“ kam auf die Bühne und brachte mit ihren Fasnetsliedern Stimmung in die Halle.
Welche Missverständnisse zwischen der älteren Generation, die noch mit der Schreibmaschine schrieb, und der heutigen Jugend, die nur Computer, Handy und Tablet kennt, auftreten können, wurde dem amüsierten Publikum in einem Sketch vor Augen geführt: Ein älterer Mann brachte seine Schreibmaschine zu einem jungen Mädchen zur Reparatur. Die aber kannte das Gerät nicht und fragte, ob man die nicht updaten könne.
Urkomische Tänze und Männer in kurzen Röckchen
Beim Programmpunkt „?“ (Fragezeichen) handelte es sich um einen spektakulären Tanz, in dem sich mehrere Damen lustige Gesichter auf den Bauch malen ließen, die anschließend urkomische Grimassen zu den entsprechenden Bewegungen schnitten – stürmischer Applaus war der verdiente Lohn.
Und dann war das Männerballett an der Reihe, abschließender Höhepunkt des von großer Heiterkeit geprägten Abends. Zunächst saßen die Männer etwas gelangweilt herum, doch dann wurden sie von temperamentvollen Damen – die natürlich keine waren – zum Tanz aufgefordert und zauberten eine kesse Sohle mit Würfen und akrobatischen Hebefiguren auf die Bühnenbretter. Auch ihnen wurde rauschender Beifall zuteil, und es wurden Stimmungsraketen abgefeuert.
Zum Schluss eine besondere Ehrung
Zunftmeisterin Ramona Stein ehrte zum Schluss Vereinsmitglied Walter Steidle, seit 33 Jahren im Dienst und eines der ältesten Mitglieder sowie Mitbegründer des Narrenvereins. Bei guter Laune und fetziger Musik schwangen die Besucher danach noch lange das Tanzbein .