Die Wittendorfer haben nicht nur eine beeindruckende Fotogalerie ihrer Vorfahren, sondern nun auch ein nicht minder imposantes Ortsfamilienbuch. Der zweite Band ist in Vorbereitung.
Die offizielle Vorstellung des umfangreichen Werkes durch den Heimat-und Museumsverein im örtlichen Rathaus erfolgte im Rahmen einer kleinen und gut besuchten Feierstunde. Das Interesse an der Geschichte des Ortes und denjenigen, die ihn geprägt haben, ist offensichtlich groß.
Schon lange bestand von Seiten des Heimat- und Museumsvereines Wittendorf die Idee, die Geschichte und die Verbindungen der Familien vor Ort zu dokumentieren und in einem Buch zusammenzustellen. Der Vorsitzende und Ortsvorsteher Tobias Link stand deshalb auch „mit stolz geschwellter Brust“ vor den Gästen, als er diese anlässlich des „Meilensteins in der Ortsgeschichte“ und des „Tages zu Ehren der Vorfahren“ bei dieser Buchvorstellung begrüßte.
Unter ihnen war auch Gerhard Schumann aus Unterbrändi, dem der Verein das Ortsfamilienstammbuch verdankt. Hunderte oder gar Tausende von Stunden habe er mit der intensiven Recherche der Daten aus den alten Kirchenbüchern verbracht, sagte Link. „Wittendorf ist damit eine der am besten dokumentierten Ortschaften im weiten Umkreis.“
Die Entstehungsgeschichte und die Hindernisse
Schumann selbst berichtete sehr kurzweilig über die Entstehung des Buches – mit allen Hindernissen, die er auf dem Weg dahin durchlaufen hat. Das Hobby Ahnenforschung begleitet den ehemaligen Verwaltungsbeamten und Pensionär schon viele Jahre und hat ihn über die Familiengeschichte der Ehefrau auch in die Wittendorfer Kirchenarchive geführt. Die dort aufbewahrten Akten haben ihn nicht nur wegen der nicht immer problemlos lesbaren Handschriften, sondern auch wegen des Umfanges vor Herausforderungen gestellt.
Auch durfte er am „Katzentisch“ im Archiv zunächst nur Platz nehmen, wenn auch die Sekretärin anwesend war. Der damalige Pfarrer – und heutige Dekan – Andreas Streich hatte es ihm schließlich erlaubt, zumindest Fotos zu machen, um damit zuhause weiter zuarbeiten. Vergrößerungen am PC und die immer wieder erforderliche Hinzuziehung der eigenen Ehefrau haben sich als ausgesprochen hilfreich erwiesen.
Das Internet auf dem Land ist wenig hilfreich
Weniger hilfreich war das schlechte Internet auf dem Land als es daran ging, auch die digitalen Datenbanken auszuwerten, erzählt Schumann schmunzelnd. Auf selbst entworfenen Formblättern hat er die gefundenen Aufzeichnungen über Geburten, Taufen, Hochzeiten und Sterbefälle zusammengefasst, den einzelnen Stammesfamilien zugeordnet und untereinander verknüpft, um die Verwandtschaftsverhältnisse aufzuzeigen.
Zeitraum zwischen 1649 und 1808
Erfasst hat Schumann in diesem ersten Band den Zeitraum zwischen 1649 und 1808, der zweite Band widmet sich dann den Folgejahren bis zum Jahr 1875. Danach wurden diese Dokumentationen von den Kirchen auf die Standesämter übertragen.
Bürgermeister Christoph Enderle lobte die Sorgfalt, Wissbegierde und den langen Atem, den Schumann bei der Erstellung des Werkes – „ unser kulturelles Erbe“ – bewiesen habe. Sein Dank galt auch dem Heimat- und Museumsverein, der das Buch in einer Auflage von 200 Stück hat drucken lassen und verkauft.
Das Buch mache es einem so leicht, jemanden zu identifizieren und Zusammenhänge herauszufinden, sagte Pfarrerin Regina Stierlen, die ihre Hochachtung und spürbare Begeisterung auch im Namen des Kollegen Ernest Ahlfeld zum Ausdruck brachte.
Museumsleiter Bernd Stöffler betonte, dass man mit diesem Ortssippenbuch offene Türen bei ihm eingerannt habe. Seit 25 Jahren habe er sich ein solches Buch gewünscht.
Arndt Wurster vom Arbeitskreis Familienforschung Dornstetten und der ehemalige Ortsvorsteher Gottlob Huß würdigten das Ortsfamilienbuch ebenfalls in Grußworten, bevor dieses am Büchertisch mit Signatur erworben werden konnte.
Das Buch
Das Ortsfamilienbuch Wittendorf, Band 1, gibt es zum Selbstkostenpreis von 25 Euro über die Ortsverwaltung oder per Email an admin@museum-wittendorf.de